Vor den Medaillen-Entscheidungen bei der „Gant EuroHockey Championship Women and Men 2011“ mussten noch zwei Begegnungen der Herren-Abstiegsrunde ausgetragen werden. Um 8:30 Uhr trafen die Viertplatzierten der Vorrunde, Russland und Frankreich aufeinander. Spanien und Irland als Drittplatzierte bestritten ab 10:30 Uhr das letzte Spiel um die Plätze Fünf bis Acht. Um 13:00 Uhr spielten Belgien und England um den dritten Platz, ab 15:30 Uhr wurde zwischen den Niederlanden und Deutschland der neue Europameister ermittelt.

Finale der Herren: Niederlande – Deutschland 2:4

Die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise besiegte den Nachbarn in einem hochklassigen Finale verdient mit 4:2 (2:1) und holte sich zum siebten Mal den Titel. Bereits nach 45 Sekunden ging Deutschland im mit über 9.000 Zuschauern ausverkauften Warsteiner Hockeypark durch Philipp Zeller mit 1:0 in Führung. Roderick Weusthof glich in der 19. Minute zum 1:1 aus. Moritz Fürste, der zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt wurde, erzielte per Siebenmeter in der 32. Minute den 2:1-Pausenstand für Deutschland. Youngster Florian Fuchs brachte Deutschland in der 43. Minute aus kurzer Distanz mit 3:1 in Front. Nach einer Strafecke gelang den Niederländern in der 54. Minute der 2:3-Anschlusstreffer durch Teun de Nooijer. 60 Sekunden vor Schluss erlöste Oliver Korn mit dem 4:2 nach Strafecke das Publikum und das gesamte deutsche Team.

Spiel um Platz Drei: Belgien – England 1:2 nach Golden Goal in der Verlängerung

Nach einem spannenden Spiel gewann England im kleinen Finale mit 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen Belgien. Der Europameister von 2009 erzielt nach einer Strafecke in der siebten Minute durch Richard Mantell das 1:0. Beide Mannschaften besaßen in der Folge mehrere Tormöglichkeiten, doch bis zur Pause blieb es beim knappen Vorsprung. Erst nach einer Video-Schiedsrichterentscheidung wurde der Treffer von Alexandre de Paeuw in der 44. Minute zum 1:1-Ausgleich gezählt. Das war auch der Stand nach 70 Minuten, so dass es zur Verlängerung kam. Vier Minuten waren dort gespielt, als James Tindall mit einem Rückhandtreffer nach Bestätigung des Video-Schiedsrichters das Golden Goal für England erzielte.

Deutschland wurde neuer Europameister, die Niederlande gewannen die Silbermedaille, England landete auf Platz Drei. Das Überraschungsteam aus Belgien konnte mit Rang Vier mehr als zufrieden sein.

Platzierungsspiel Russland – Frankreich 5:2

Die im Vorfeld des Spiels schon abgestiegenen Mannschaften zeigten eine muntere Partie. Mit zwei Toren aus dem Feld in der 4. und 7. Minute gingen die Russen schnell durch Pavel Golubev und Aleksandr Platonov mit 2:0 in Führung. Noch vor dem Seitenwechsel konnten die Franzosen durch Lucas Sevestre nach Strafecke und Jean-Baptiste Pauchet zum 2:2 ausgleichen. Nikolai Yankun nach Strafecke brachte Russland in der 37. Minute erneut in Führung. Nach zwei weiteren Toren durch Pavel Golubev in der 42. und Aleksandr Platonov in der 45. Minute war der verdiente 5:2 (2:2)-Sieg für die Russen perfekt.

Platzierungsspiel Spanien – Irland 2:3

Irland erreichte mit dem überraschenden 3:2 (1:1)-Sieg gegen Spanien mit Platz Fünf die beste Platzierung bei einer Europameisterschaft. Zunächst dominierten die Spanier das Spiel und erzielten in der 25. Minute nach Strafecke durch Pau Quemada das 1:0. Drei Minuten vor der Halbzeitsirene glichen die Iren ebenfalls nach einer Strafecke durch Eugene Magee zum 1:1 aus. Zu Beginn der zweiten 35 Minuten drückten die Spanier aufs Tempo und kamen prompt zur 2:1-Führung nach Strafecke durch Santi Freixa. Dieses Ergebnis wollten die Südeuropäer über die Zeit retten, aber die kämpferischen Iren gaben zu keiner auf. Mit zwei Treffern jeweils nach Strafecke durch Timothy Cockram in der 64. und 70. Minute machten sie den Spaniern ordentlich einen Strich durch die Rechnung.

Irland beendete die Abstiegsrunde mit neun Punkten auf dem ersten Platz und wurde insgesamt EM-Fünfter, Spanien folgt mit sechs Punkten. Russland als Siebter mit drei Zählern und die punkt- und sieglosen Franzosen als Turnierletzter starten 2013 in der zweitklassigen Nations Trophy. Ausrichter der nächsten Europameisterschaft im Jahr 2013 ist Antwerpen.

Quelle:

Deutscher Hockey-Bund