Es gibt Leute, die nach einer Kopfverletzung oder nach einem Migräne-Anfall wie von Zauberhand Dialekt sprechen, den sie nie zuvor erlernten. Ob dies beim Gesang auch vorkommt, ist noch nicht bewiesen, doch bei Lena Meyer-Landrut („Satellite“) lässt dies darauf schließen, da sie auf der deutschen Grand-Prix-Single perfekt Kate Nashs („Foundations“) Cockney-Dialekt imitiert. Anscheinend geht dieses Verhalten momentan die Runde, da auch Kate Nash auf einem Song ihrer neuen CD 1:1 nach der verrückten Björk klingt.

Kate Nash: Ordinärer Text und Ähnlichkeiten mit Björk

„I wanna be fucked / I want sex / I take cocaine / I can get fucked by the best of man / Fuck and get fucked and be impressed by the better sex ...“ Beim Intro des „Mansion Song“ fragt man sich: „Baby, geht’s noch?“. Man könnte meinen, Nash hätte hier bei der Dramatik des vorgetragenen Ausdrucks zu oft Nadine Vastas (VIVA) Speakers-Corner-Reden gehört, und wenn der Song startet, glaubt man, das neue Björk-Album zu hören.

Auszeit und ehrenamtliche Charity-Arbeit nach dem unerwarteten Erfolg des Debüt-Albums

Während Kate Nashs Nr.1-Debüt-CD „Made of Bricks“ (wurde auch in Deutschland vergoldet) den sehnsüchtigen Wunsch nach Liebe thematisierte, handelt ihr zweites Album von Vertrauen, Ehrlichkeit, Homophobie und einer Frau, die mit ihren Reizen zu unterhalten versucht. Nach ihrem plötzlichen Erfolg war Kate Nashs Leben so ausgebrannt, dass sie sich erst mal ein Jahr frei nehmen musste, um normale Dinge zu tun: im Morgenmantel auf dem Sofa faulenzen, Kino, Theater, Bücher, alte Freunde treffen und tagsüber fernsehen. Zitat: „I’ll just read a book instead / I’ll hang out with myself“ (Single: „Do-Wah-Doo“). Während dieser Zeit arbeitete sie allerdings auch in der V-Day-Bewegung, deren Ziel es ist, der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen. Damit die 22jährige Feministin nicht vollkommen wahnsinnig wurde, arbeitete sie auch noch im Harrower Wish Centre – einem Zentrum für Missbrauchsopfer – mit Mädchen zusammen, die sich selbst Gewalt antun.

Suede-Gitarrist Bernard Butler produzierte Kate Nashs Album „My best friend is you“

Ihre neuen Demos spielte Kate Nash dem Suede-Gitarristen Bernard Butler vor. Kate Nash mit entwaffnender Ehrlichkeit: „Zunächst war ich ein bisschen skeptisch, weil ich nicht wollte, dass die Leute hinterher sagen 'Der Duffy-Produzent arbeitet jetzt mit Kate Nash', aber wir trafen uns schließlich und haben uns sofort super verstanden. Mit Bernard im Studio zu sein bedeutet, dass man die Sache richtig anpackt und keinen Quatsch macht: Er ist genau wie ich ein Arbeitstier.“ (Quelle: Universal).

Songs über das Geheimnis und die Erfüllung der wahren Liebe

„I've got a secret, I can't tell you“ – Kate Nash ist über beide Ohren verliebt. Sie hat keine Angst, zu viele Gefühle zu zeigen und dadurch leicht angreifbar zu werden, da sie ihr Herz als Sängerin gewissermaßen auf der Zunge trägt. Der letzte Song des Albums „I hate seagulls“ beschreibt den Moment, an dem man zugibt, in einen anderen Menschen verliebt zu sein. Sie kann den ganzen Mist, mit dem man sich im Leben gezwungenermaßen herumschlagen muss, nicht ausstehen, aber wenn man jemanden liebt und das Gefühl erwidert wird, ist das Ganze erträglich – und genau so klingt Kate Nashs neues Album: „You are my best friend“.

Die CD „You are my best friend“ von Kate Nash erschien am 23. April 2010 auf Fiction Records/Universal

Kate Nash live

26.05.2010 Berlin, Astra

27.05.2010 Dresden, Alter Schlachthof

28.05.2010 Hamburg, Große Freiheit 36

31.05.2010 Köln, Essigfabrik