Heublumen: Mit großem Erfolg in der Naturheilkunde angewendet

Heublumen - das Morphium der Naturheilkunde - Franz Mairinger / pixelio.de
Heublumen - das Morphium der Naturheilkunde - Franz Mairinger / pixelio.de
Heublumen werden als Morphium der Naturheilkunde bezeichnet und mit Erfolg bei Schmerzen, Krämpfen, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen eingesetzt.

Bei Heublumen handelt es sich um Blüten und Samen einheimischer Gräser, die man auf einer naturbelassenen Wiese selber sammeln kann. Sie sind ein altes Heilmittel der Volksmedizin und werden auch heute noch sehr erfolgreich bei Schmerzen, Krämpfen, Entzündungen und Durchblutungsstörungen angewendet.

Während einer Wanderung Heublumen sammeln

Die besten Heublumen bekommt man, wenn man während einer Wanderung am Rande einer naturbelassenen Wiese (Bergwiese) Blüten und Samen der Gräser und Blumen abzupft. Dann zu Hause an einem schattigen, luftigen Platz zum Trocknen auslegt und in Säcke oder Dosen füllt. Verwenden darf man nur gut getrocknete Heublumen, solche die muffig riechen, sind wertlos. Keine Heublumen von Viehweiden sammeln, denn diese entsprechen nicht der Qualität einer Naturwiese. Wie alle getrockneten Heilpflanzen, verlieren auch Heublumen nach einem Jahr ihre Heilkräfte. Daher nur Mengen lagern, die innerhalb eines Jahres verbraucht werden und jedes Jahr den alten Bestand durch eine neue Ernte ersetzen. Heublumen sind auch in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Heublumen können heilend wirken

Beim Trocknen des Grases läuft ein intensiver Fermentierungsprozess ab, durch den der angenehmene Geruch des Heus entsteht. Dieser charakteristische Duft der Heublumen stammt hauptsächlich vom Ruchgras, Anthoxanthum odoratum, einem der häufigsten heimischen Wiesengräser. Meistens sind auch andere Grasarten vertreten, wie beispielsweise die Gemeine Quecke (Elymus repens), Ausdauernder Lolch (Lolium perenne), Weiche Trespe (Bromus hordeaceus) und der Wiesenschwingel (Festuca pratensis).

Heublumen besitzen zahlreiche Wirkstoffe

Die genannten Gräser enthalten Cumaringlykoside, die beim Welken Cumarin abspalten. Cumarin ist eine natürliche Substanz, die dem Kampfer ähnlich ist und den Kreislauf anregen kann. In den Heublumen gibt es außerdem noch weitere Wirkstoffe wie ätherische Öle, Kieselsäure, Gerbstoffe, Pflanzensäure und Flavonoide. In dieser Zusammensetzung wirken Heublumen unter anderem:

  • schmerzstillend,
  • lösen Krämpfe,
  • fördern die Durchblutung,
  • hemmen Entzündungen,
  • beruhigen die Nerven.

Wegen all dieser Eigenschaften werden Heublumen oft als das "Morphium der Naturheilkunde" bezeichnet.

Heublumen-Packungen nicht nur bei Hexenschuss

Heublumen-Anwendungen können an fast allen Stellen des Körpers durchgeführt werden. Überall, wo bei Beschwerden Wärme als angenehm empfunden wird, haben sie eine reflektorische Tiefenwirkung. In diesem Sinne unterstützen Heublumen Behandlungen von beispielsweise entzündlichen und degenerativen Gelenkserkrankungen, Blasenentzündungen, Weichteilrheumatismus, Hexenschuss, Ischias, Magen- und Darmkrämpfe oder Gallenkoliken.

Heublumen für Auflagen, Packungen & Co

Heublumen werden in der täglichen Praxis als Auflagen, Kompressen, Packungen, Wickel, Bäder oder zum Inhalieren verwendet. Die bekannteste Heublumen-Anwendung ist der Heublumensack. Anleitung für die Anwendung als Auflage:

  1. Die Größe der Heublumen-Packung richtet sich nach der zu behandelnden Körperstelle. Dafür wird ein entsprechend großes Baumwolltuch mit einigen Wäscheklammern am oberen Rand eines Kochtopfes befestigt, in den vorher ungefähr ein Liter Wasser gefüllt wurde. Das Tuch so befestigen, dass durch Daraufdücken mit der Hand eine kleine Mulde entsteht.
  2. In diese Mulde je nach Größe der Auflage ein bis vier Handvoll getrocknete Heublumen einfüllen. Dann das Wasser aufkochen und den aufsteigenden Dampf fünf bis 10 Minuten auf die darüber liegenden Heublumen einwirken lassen.
  3. Danach das Baumwolltuch mit den bedampften Heublumen entfernen und die Heublumen auf einer flachen Unterlage im Baumwolltuch ausbreiten und zu einer rechteckigen Packung zusammenfalten. Prüfen, ob der Sack die richtige Temperatur hat und auf die zu behandelnde Stelle legen.
  4. Die richtige Temperatur liegt bei ungefähr 38° bis 40° Grad. Damit der Heublumensack so lange wie möglich seine Temperatur behält, deckt man ihn mit einem Frottiertuch ab und legt noch eine Wolldecke zur Wärmespeicherung darüber. Erneuert wird er erst dann, wenn er kalt geworden ist. Nach circa 30 bis 45 Minuten kann die Heublumen-Anwendung beendet werden.
  5. Dann die behandelte Stelle kurz und kräftig mit kaltem Wasser abwaschen und mit ein wenig Johanniskrautöl einreiben und noch eine halbe Stunde im Bett bleiben.

Heublumen-Anwendungen haben sich erfolgreich bewährt

Vor einer Anwendung beachten, dass Heublumensack-Auflagen nicht nach einer Mahlzeit durchgeführt werden dürfen. Erfolgreich bewährt haben sich diese Anwendungen bei:

  • Hexenschuss,
  • Ischias,
  • Gelenkschmerzen,
  • Blasenentzündung,
  • Blähungen,
  • Gallen- und Darmkoloken,
  • Magen-Darm-Krämpfen,
  • Nervenschmerzen,
  • Nervenentzündung,
  • chronischen Neuralgien,
  • Bronchitis,
  • Husten,
  • Nacken- und Muskelverspannungen,
  • Furunkeln,
  • Insektenbissen.

Pollenallergiker sollen mit Heublumen keine Anwendungen durchführen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quelle: Bruno Vonarburg: Heublumen - das Morphium der Naturheilkunde. Natur & Heilen

Bildnachweis: © Franz Mairinger / pixelio.de

M. L. Praegant, Kristin Praegant

Maria Luise Praegant - Nach Matura Studium der Medizin, Angestellte in der pharmazeutischen Industrie. Ausbildungen in: AstrologieKinesiologieNatürlicher ...

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