Das Butterbrot hat einen eigenen Feiertag. 1999 rief die Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, CMA, jeden letzten Freitag im September als Tag des Butterbrotes aus. Im Jahr 2010 ist das der 24. September. Grund genug, sich das Butterbrot genauer anzusehen.
Butterbrote - bekannt, beliebt und oft verachtet
Das Wort "Butterbrot" weckt in vielen Erinnerungen an zusammen geklappte Brotscheiben mit Butter und einer Scheibe Wurst oder Käse dazwischen. Eingewickelt in Papier, das unvermeidlich Butterbrotpapier heißt, lag es im Schulranzen und schaute irgendwie traurig in die erwartungsvollen Kinderaugen, die gern etwas anderes und viel aufregenderes gehabt hätten als das tägliche Einerlei von Brot, Butter und Belag.
Das Butterbrot gehört zum klassischen deutschen Abendbrot. Traditionell wird in deutschen Landen zum Abendessen kalt aufgetischt. Eben Brot, Butter, Wurst und Käse, oft Fleisch- oder Eiersalat und natürlich eingelegte Gurken. Für viele der Ausdruck tiefster Spießigkeit.
Das Butterbrot hat trotz diverser Snacks viele Fans
Beim belegten Brot, der Schnitte oder Stulle scheiden sich die Geister.
Neben dem Hauch von Langeweile und konservativer Einfallslosigkeit gibt es viele Fans, die unverbissen an dem Brot festhalten. Einige arbeiten sogar am Aufbessern des Images ihres geliebten Essens, wie die Akteure der entsprechenden Initiative für das Butterbrot. Auf der Seite ist eine Fülle an Rezepten, Gedanken und kulturellen Themen rund um das Butterbrot zusammen getragen worden.
Butterbrote oder Pausensnacks - das scheiden sich die Geister
Ob nun Kindern als Pausenfrühstück mitgegeben oder arbeitenden Menschen zur Arbeit eingepackt: Es scheiden sich die Meinungen, ob das Butterbrot wirklich schmeckt.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, die Debatten sind endlos und sie sollen hier nicht fortgeführt werden. Doch eines ist klar: Dem Gaumen schmeicheln gute Zutaten. Brot schlechter Qualität, zudem noch lieblos angerichtet, will keiner haben. Wurst mit langweiligem Geschmack oder Käse, der irgendwie nach Nichts schmeckt, lässt jeden vor Abscheu zurück schrecken. Damit können Generationen verärgert werden, was sich vermeiden ließe.
Ein gutes Brot, eine kräftige Salami und einige Scheiben Birne beispielsweise sind da schon etwas anderes. Statt der Butter einen Frischkäse als Aufstrich unter die Lyoner gibt Frische. Es gibt keinen Grund, sich am Hergebrachten festzuhalten.
Butterbrote und gesunde Ernährung
Sich gesund zu ernähren ist wichtig. Daran gibt es kein Vorbei, gerade wenn Kinder im Haushalt sind. Sie sollen gesunde Ernährung als Normalfall betrachten. Und die muss gut schmecken. Das tut sie auch.
Brot gibt es in vielen Varianten. Die Unterschiede kommen vom Mehl her. Sie geben den Geschmack. Ein guter Bäcker braucht keine Aromen. Weizenbrot ist hell, aber sättigt nicht sehr lang. Brot mit Roggen- oder Dinkelanteil füllt länger den Magen. Beigaben wie Körner oder Samen (vom Kürbis beispielsweise) geben zusätzlichen Reiz. Im Mehl sind je nach Sorte verschiedene Mineralien und Vitamine, die für unsere Ernährung wichtig sind.
Butter wird in der Regel als ungesund eingestuft. Gesättigte Fettsäuren und ihr Fettgehalt haben sie zu Unrecht in Verruf gebracht. Diese Debatte ist etwas ruhiger geworden, seit bezüglich der Transfettsäuren, die in einigen Frühstücksmargarinen enthalten waren und teilweise noch sind, Zweifel an der Unbedenklichkeit laut geworden sind. Eines ist gewiss: Solange man es nicht mit der Butter übertreibt, bleibt die Butter auf dem Butterbrot innerhalb dessen, was an Fett jeden Tag verzehrt werden darf und auch muss.
Wurst und Käse sind in vielen Varianten zu bekommen. Der gesundheitliche Gehalt ist genauso verschieden wie die Zubereitungen. Für jeden ist etwas dabei, süß, mager, salzarm und alles Mögliche sonst noch. Also, kein Grund, das Butterbrot als ungesund zu verteufeln. Und Grund genug, das klassische Butterbrot zu feiern.
Ran an das Brot
Wie wäre es mit einer Brotzeit? In Süddeutschland nach wie vor beliebt ist es nichts anderes als ein Butterbrot am Nachmittag. Die gerade in Norddeutschland beliebte Teewurst hat ihren Namen, weil man sie nachmittags zum Tee aß. Einfach so zwischendurch ist ein Butterbrot allemal besser als die vielen kleinen Snacks, die der Handel anbietet. Mit ein wenig Liebe und Phantasie zubereitet, ist es selbst den Kindern kein langweiliges Einerlei mehr. Da bleibt dann nur noch: Kräftig reinbeißen und genießen!
