
- Kieselstrand auf Hiddensee kurz vor dem Schutzwall - Katja Elflein
Die Fähre nach Hiddensee setzt mehrmals täglich über. Das Ziel ist Hiddensee. Man starte in der Hansestadt Stralsund oder wähle die Überfahrten von Schaprode, Bregge oder Wieck auf der Insel Rügen. Hiddensee befindet sich im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und um die Suche noch mehr einzuschränken: Sie ist die im Nordosten gelegene Schwesterinsel von Rügen. Die Kühle des Nordens schlägt einem auf der Fahrt nach Hiddensee ins Gesicht, auch an warmen Tagen im Sommer. Liegt die Insel im Nebel, wirkt sie im Norden mit dem Blick auf dem Leuchtturm gar mystisch.
Kloster, der Dornbusch, der Leuchtturm und ein einzigartiger Küstenweg
Mystisch sind auch die Medienberichte am 26.01.2012 zur Insel Hiddensee. Diese droht, sich zu spalten. Lokal berichtete die Ostseezeitung bereits vor sechs Tagen. Die Gemeinde Kloster verliert nach den derzeitigen Angaben ihr beliebtestes Ausflugsziel. Die Insel klagt über mehrere Risse von verschiedener Länge, Breite und Tiefe. Die Bilder vom Hochuferweg auf Hiddensee sprechen eine eindeutige Sprache. Nicht zum ersten Mal berichtet Hiddensee vom Wegbrechen der Steilküste. Ein aus großen Steinen aufgehäufter Schutzwall war eines der größten Projekte zum Schutz der Küste nördlich von Kloster. Besucher der Insel spazierten sehr gerne auf und neben ihm, bis eine hager befestigte Treppe an einen der höchsten Punkte der Steilküste einen Weg zum Leuchtturm freigab. Andere Urlauber umrundeten das Kap. Seit Jahren warnen Hinweisschilder vor dem Betreten der Steiltreppe. Es gab sogar ein offizielles Verbot. Viele Besucher der Insel ignorierten diese Hinweise. Man wusste um den wunderbaren Ausblick, hoch oben auf dem mit wenigen Kiefern gesäumten Rand der Steilküste. Der Blick reichte weit auf das offene Meer hinaus. Mit geschwellter Brust gaben einheimische Küstenbewohner und Liebhaber der Insel preis: „ Bei klarer Sicht könne man Schweden sehen“. Das ist ungefähr so, als würde man vom Eiffelturm nach London blicken können. Aber hier, nahe dem Leuchtturm, war das Ziel Skandinavien verdammt nahe. Ab und an wurden von diesem Punkt aus, Wale gesichtet.
Risse im Waldboden sind alarmierend - Wege werden gesperrt
Damit ist nach derzeitigen Angaben, Schluss. Der einst schmale Waldweg und Pfad von Kloster hinauf zum Leuchtturm zeigt erschreckende Risse. Man geht davon aus, dass in den kommenden Tagen weitere Risse entdeckt werden beziehungsweise der derzeit sich über mehrere Meter erstreckende knapp fussbreite Riss sich weiten wird. Der legendäre Steilküstenweg vom Dornbusch zum Leuchtturm ist gesperrt. Auch die Wege unterhalb der Steilküste sind auf einer gewissen Strecke nicht mehr passierbar. Derzeit spricht man bereits von einer dauerhaften Sperrung des oberen Küstenpfads.
Nehrungen der Insel sind kein Trost
Hier im Norden sagt man: „Das Meer gibt, das Meer nimmt.“ Im Verlaufe der letzten Jahrzehnte konnte man die Bildung von Nehrungen auf der Westseite sehr gut beobachten. Das flache Land „Altbessin“ und „Neubessin“ wird nur schwer über das wegfallende Panorama am Leuchtturm hinwegtrösten.
Museum der Insel Hiddensee bereitet seit Jahren die Veränderungen der Insel in Bildern und Fundstücken auf
Was bleibt: In jedem Fall bleiben wertvolle Erinnerungen in den Gedanken der Urlauber auf Hiddensee und deren Tagesausflügler. Das Museum in Kloster präsentiert seit Jahrzehnten die Veränderungen der autofreien Urlaubsinsel in einer dauerhaften Ausstellung. Jemand wird wohl gerade für die Chronik der Insel Daten festhalten und die Ereignisse dokumentieren. Es bleibt die letzte Hoffnung, dass die kleine Insel Hiddensee noch lange ein wahrer Kleinod der Ostsee bleiben wird.
Quellen: eigene Reise, diverse Onlinemedien darunter http://www.welt.de/vermischtes/article13833531/Ein-Riss-und-das-kurze-Gedaechtnis-der-Menschen.html
Informationen zu Hiddensee: seebad-hiddensee.de
