Ein anstrengender Tag ist vorbei und man freut sich, wenn der Spross endlich friedlich schlummert und man selbst in Ruhe tief durchatmen kann. Welches geplagte Elternpaar kennt es nicht, dass dann die Geduldsnerven noch einmal durch nörgelnde oder ständig wieder aufstehende Kinder strapaziert werden. Damit das Zubettgehen kein nervenaufreibender Kampf, sondern ein friedlicher Tagesabschluss wird, sollte man einfach ein paar Regeln einführen und aus dem Schlafengehen ein Ritual machen, das Kind und Eltern gleichermaßen Freude macht.
Ritual zum Schlafengehen
Eine ruhige Atmosphäre ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen. Am besten ist es, sich Zeit zu nehmen, denn diese Investition zahlt sich dann durch einen ungestörten Abend aus. Anstatt das Kind alleine ins Bett zu schicken, sollte man es begleiten, sich gemeinsam ins Bett kuscheln und zum Beispiel eine Geschichte vorlesen oder Gute-Nacht-Lieder singen. Wahlweise kann man auch an Weihnachten Weihnachtslieder, im Frühling Wanderlieder oder sonstiges aus dem eigenen Repertoire singen. Das hat zudem den Vorteil, dass die Kleinen sich im Laufe der Zeit die Texte einprägen und selbst über ein Liederrepertoire verfügen. Meist schlafen Kinder dabei friedlich und mühelos ein. Auch ein Nachtgebet zum Tagesabschluss bietet sich an. Wichtig ist es auch, vorher abzuklären, ob das Kind noch einmal auf die Toilette muss oder etwas trinken möchte. Dadurch wird verhindert, dass dies später Argumente sind, um noch einmal aufzustehen.
Vorschlag für ein Nachtgebet
Ich bin ein Kind des lebendigen Gottes. Gott liebt mich und sorgt für mich. Ich bin anders als andere und Gott möchte mit mir etwas Besonderes auf Erden bewirken. Er wacht über mich und führt mich. Ich wachse an Stärke, Kraft und Weisheit.
Ritual für größere Kinder
Selbst Kinder, die dem Kleinkindalter entwachsen sind, mögen es, ins Bett gebracht zu werden. Auch für sie sollte man sich Zeit nehmen, um sie zuzudecken und ihnen noch einen Moment zuzuhören. Oft sind es gerade diese Minuten des Tages, in denen sie ihr Herz öffnen und Bedrückendes oder Erlebtes mit den Eltern teilen. Dadurch bietet sich die Chance in zwangloser Atmosphäre an den Geheimnissen, schönen oder auch beängstigenden Erlebnissen teilzunehmen. Größeren Kindern kann man erlauben, noch etwas Meditationsmusik zu hören oder noch ein halbe Stunde zu lesen. Hat das Kind einen aufregenden Tag hinter sich, kann man ihm auch helfen, indem man autogenes Training mit ihm macht. Bücher mit kindgerechten Geschichten und Anleitungen finden sich in den Buchhandlungen.
Auf diese Weise lässt sich das Problem „Zu Bett bringen“ spielend bewältigen und es wird zu einem schönen Tagesende für alle Beteiligte.
Noch ein wichtiger Tipp: Niemals bei Streitereien mit dem Bett drohen! Tut man das, assoziiert man dies automatisch mit einer Strafe und nicht mit dem, was man eigentlich möchte. Ein paar ruhige und innige Minuten zwischen Mutter – Vater – Kind, die allen Beteiligten wertvoll sind.
