Ein Blick und der Verbraucher kann einschätzen, sind die ihm angebotenen Waren und Dienstleistungen gut und für ihn oder sie geeignet. So weit die Theorie der Gütesiegel und Abkürzungen. Mehr als eintausend solcher Zeichen gibt es, zum Teil stehen dahinter unabhängige Organisationen, zum Teil die Hersteller selbst, die sich selbst verpflichtet haben, bestimmte Maßstäbe einzuhalten. Oder einfach nur irgendwelche Phantasie-Kennzeichnungen erfunden haben, um ihrem Angebot einen seriösen Anstrich zu versehen. Ein Überblick über die gebräuchlichsten Gütesiegel, wer dahinter steckt und wo es weitere Informationen gibt.
CE-Zeichen
Wer Produkte in der Europäische Union verkauft, muss dafür das CE-Zeichen verwenden - wenn es eine entsprechende EU-Richtlinie zu dieser Ware gibt. Hersteller und / oder Importeure bestätigen damit, dass sich sich an Recht und Gesetz halten, eine Selbstverständlichkeit also. Geprüft wird nichts, den Aussagen der Hersteller wird zunächst einmal geglaubt. Bei gefährlichen Gütern muss noch eine weitere Prüfstelle bestätigen, dass die Richtlinien eingehalten werden. Letztlich sagt das CE-Zeichen aber nichts über eine besonders gute oder schlechte Qualität aus, es wird lediglich behauptet, dass die erforderlichen EU-Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.
DIN und DIN EN
DIN steht für „Deutsches Institut für Normung“. Die entsprechenden Zeichen bedeuten, dass ein Produkt mit den deutschen bzw. den EU-Normen übereinstimmt. Auch hier „behaupten“ dies die Hersteller. Machen sie falsche Angaben, können sie möglicherweise vom Institut abgemahnt werden. Die Qualitätsbeurteilung erfolgt hier also indirekt: Der Verbraucher kann davon ausgehen, dass die abgegebenen Normen eingehalten werden, zum Beispiel sollte ein Blatt Papier mit der Größe DIN A4 tatsächlich eine Fläche von 21 mal 29,7 Zentimeter haben.
DIN geprüft
Bei Waren mit diesem Zeichen sind deutsche und internationale Normen überprüft worden, zunächst bei der Markteinführung, später wird kontrolliert. Wegen dieser Kontrollen ist das Zeichen „DIN geprüft“ zuverlässiger als das einfache DIN-Zeichen.
DIN plus
Noch eine Stufe höher geht das „DIN plus“-Siegel.Zusätzlich zu den Kontrollen von „DIN geprüft“ steht das „plus“-Zeichen für die Verpflichtung, sich den Kriterien einer Zertifizierung zu unterwerfen. Das heißt, das Unternehmen bezahlt für die Untersuchungen durch eine Gesellschaft, die solche Kriterien entworfen hat.
GS "Geprüfte Sicherheit"
Überall, wo Strom drin ist, steht dieses Zeichen, das aber eigentlich auch Selbstverständliches kund tut. Nämlich, dass die Hersteller bei den Produkten auf geltende Anforderungen des Gerätesicherheitsgesetzes, auf Bestimmungen der Berufsgenossenschaften und auf weitere Richtlinien zur technischen Úmsetzung achten. Trotzdem wird das Siegel öfters gefälscht, vor allem von Billigimporteuren. Das kann schon mal auf einer externen Computerfestplatte das GS-Zeichen drauf stehen, ohne dass die Hersteller sich an die Vorgaben gehalten haben.
VDE
Das Zeichen des Verbandes der Elektroingenieure. Es bedeutet, dass elektrotechnische Produkte nach den technischen Bestimmungen des Verbandes sicher sind. Definiert werden zum Beispiel Mindestwerte und Obergrenzen für elektrische, mechanische, radiologische, termische, toxikologische und elektromagnetische Risiken. Wenn das VDE-Zeichen aufgebraucht ist, wurde nicht nur ein Einzel- oder Bauteil geprüft, sondern das ganze Produkt.
Stiftung Warentest und die Zeitschriften "test" und "finanztest"
Die Stiftungstester prüfen nicht nur Sicherheit, sondern auch Handhabung, technische Eigenschaften, den Gebrauchswert, die Verträglichkeit für die Umwelt, das Verhältnis von Preis und Leistung, und das nicht nur für Waren, sondern auch für Dienstleistungen. Wer gut oder sehr gut wegkommt, wirbt gerne mit dem Zeichen, einige, die schlecht beurteilt wurden, gingen gerichtlich dagegen vor. Offenbar wird der Test also von Herstellern und Anbietern sehr ernst genommen. Die Stiftung versucht ihre Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie die Geräte und Dienstleistern von anonymen Käufern erstehen lässt.
Öko-Test
Ähnliches gilt für die Öko-Tester. Auch sie kaufen verdeckt ein. Bei den Tests wird ein Schwerpunkt gelegt auf gesundheitliche Risiken und Verträglichkeit, aber auch auf Qualität und Funktionalität. Hersteller dürfen das Testzeichen für ihre Werbung nur mit strengen Auflagen von Öko-Test verwenden.
