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Im Frühjahr und Sommer beginnt sie wieder, die Leidenszeit von Millionen Heuschnupfengeplagten. Schätzungen zufolge sind bis zu 20 Prozent der Deutschen von einer Pollenallergie betroffen und werden von Niesattacken, juckenden Augen oder sogar Asthmaanfällen geplagt.
Jedes Jahr im Frühling fällt Sebastian Seidler das Leben schwer. In der Universität kann sich der Student kaum mehr konzentrieren – außerdem vermiesen die verstopfte Nase und die tränenden Augen dem 22-jährigen Hobbyfußballer seine geliebte Freizeitbeschäftigung.
Kurzschluss des Immunsystems
Seidler ist einer von rund 17 Millionen Pollenallergikern in Deutschland. Auslöser sind die Pollen von Bäumen, Kräutern und Gräsern. Sie enthalten Eiweißstoffe, die bei entsprechend sensibilisierten Menschen als Allergene wirken. Typische Symptome sind eine juckende oder verstopfte Nase. Auch brennende Augen sind keine Seltenheit. Sebastian Seidler plagt darüber hinaus ein unangenehmer Juckreiz in Ohren und Rachen, außerdem fühlt er sich während der Pollenzeit oft müde und gereizt.
Eine Pollinosis, so der Fachbegriff, ist zwar nicht angeboren, Experten gehen jedoch davon aus, dass es eine genetische Veranlagung gibt. Ausgelöst wird die allergische Reaktion dann aber erst durch Kontakt mit den Allergenen. Allerdings können auch Umweltfaktoren wie Feinstaub das Immunsystem empfindlicher machen.
Hyposensibilisierung macht Immunsystem weniger empfindlich
Zur Vorbeugung sollten Allergiker zuallererst versuchen, den Kontakt mit Pollen wenn möglich zu meiden. Das ist natürlich nicht immer möglich, aber einiges kann man dennoch beachten: Dabei helfen beispielsweise ein Pollenfilter im Auto, eine Haarwäsche und eine Nasendusche vor dem zu Bett gehen sowie die Verbannung der tagsüber getragenen Kleidungsstücke aus dem Schlafzimmer.
Schulmedizinisch wird Heuschnupfen mit einer Hyposensibilisierung behandelt. Dabei spritzt der Arzt die Allergene während der allergiefreien Zeit in steigender Dosis unter die Haut des Patienten. Rund drei Jahre muss der Allergiker für diese Behandlung einkalkulieren. Die Allergene können auch als Tablette eingenommen werden, allerdings gilt diese Therapie als nicht ganz so wirksam. Ziel ist es, dem Immunsystem in kleinen Schritten seine Überreaktion auf die Pollen abzugewöhnen. Die Erfolgsquote einer Heuschnupfen-Hyposensibilisierung geben Experten mit rund 80 Prozent an.
Homöopathie und Akupunktur wirken auf der Energie-Ebene
Bei der Akupunktur sticht der Therapeut feine Nadeln in Hautpunkte, die auf Energielinien liegen, den so genannten Meridianen. Durch den Nadelreiz wird der Energiefluss des Körpers reguliert. Beim Heuschnupfen setzt der Anwender Nadeln an immunaktivierende Punkte, zum Beispiel am Schlüsselbein und entlang des Armes bis zur Hand. Nach etwa acht Behandlungen sollte eine erste Besserung eintreten, denn im Gegensatz zur Hyposensibilisierung findet die Therapie während der Allergiezeit, also ab Frühjahr, statt.
Auch die Homöopathie kann Linderung verschaffen, allerdings benötigt dies eine längere Anamnese und einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker, denn hier gibt es keine Standardbehandlung. Das letztendliche Mittel hängt von der individuellen Konstitution ab und bezieht die gesamte Lebenssituation, Vorlieben und Abneigungen des Patienten mit ein.
Sebastian Seidler hat seine Allergie Jahre lang mit Tabletten in Schach gehalten. „Diese machen zwar heute nicht mehr müde, bekämpfen aber nur die Symptome“, bemängelt der Student. Damit sich sein Heuschnupfen nicht zu einem Asthma auswächst, hat er sich für eine Akupunktur-Behandlung entschieden – mit Erfolg. „Dank der Nadeln kann ich bereits jetzt weitgehend auf Medikamente verzichten“, sagt Seidler und freut sich auf das nächste Fußballturnier – diesmal ohne verstopfte Nase und juckende Augen.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
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