Hilfe bei Kopfläusen und Nissen

Nissenkamm, Läuseshampoo und andere Tipps

Kopfläuse sind lästig, aber Panik ist fehl am Platz. Wer einige Regeln beachtet, wird die Parasiten wieder los. Verschämtes Geheimhalten ist aber die falsche Strategie

Niemand muss sich schämen, wenn er von Kopfläusen heimgesucht wird. Es ist längst erwiesen, dass es den flügellosen Insekten auf gepflegten und ungepflegten Köpfen gleichermaßen gefällt und dass die Nissen, also ihre Eier, auch das Haarewaschen unbeschadet überstehen.

Übertragung von Kopf zu Kopf

Die Parasiten sind alles andere als eine Seltenheit, und das nicht etwa nur nach den Sommerferien, sondern übers ganze Jahr. Trotzdem spricht man nicht gerne über die kleinen Plagegeister. Das ist ein Fehler - denn um sie in den Griff zu bekommen, sollten schnell alle informiert werden, die sich ebenfalls infiziert haben könnten. Man weiß, dass Läuse hauptsächlich direkt von Kopf zu Kopf übertragen werden, also besonders, wenn Kinder "die Köpfe zusammenstecken". Alle eventuell Betroffenen sollten Bescheid wissen und aufmerksam sein, um sich nicht immer wieder gegenseitig anzustecken. Fliegen oder springen können Läuse übrigens nicht. Gelegentlich gelangen sie über eine Zwischenstation, zum Beispiel eine Haarbürste, eine Mütze oder eine Sessellehne vom einen Kopf zum anderen. Wenn sie keine Gelegenheit zum Blutsaugen haben, sterben sie spätestens nach zwei bis drei Tagen.

Schule oder Kindergarten benachrichtigen

Laut Infektionsschutzgesetz müssen die Eltern Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule oder Kindergarten informieren, wenn bei einem Kind Läuse gefunden wurden. Nach der ersten Behandlung darf das Kind aber die Einrichtung wieder besuchen. Es braucht also keinen einzigen Tag zu verpassen, wenn - was ohnehin sinnvoll ist - sofort reagiert wird. Ein ärztliches Attest ist nur dann nötig, wenn die Läuse wiederholt auftraten.

Läuse sind gut getarnt und schwer zu finden

Die wichtigste Regel im Kampf gegen die ungebetenen Gäste auf dem Kopf heißt: Ruhe bewahren. Meistens trägt man die Tierchen ja schon geraume Zeit mit sich herum, denn sie sind gar nicht so leicht zu finden. Wenn Läuseverdacht besteht oder Kinder über Juckreiz klagen, kann man das trockene Haar scheiteln und mit einer Lupe suchen, besonders im Bereich des Nackens, hinter den Ohren und an den Schläfen. Eine andere Methode ist, die Haare zu waschen, Spülung aufzutragen und mit dem Nissenkamm durchzukämmen. Im Ausspülwasser sind die Läuse dann meist erkennbar, zumindest die ausgewachsenen, die zwei bis vier Millimeter groß sind.

Oft entdeckt man aber erst die Nissen, also die Läuse-Eier. Sie sind knapp millimetergroß, weiß oder durchscheinend und kleben im spitzen Winkel an den Haaren.

Spezialshampoo und Auskämmen kombinieren

Die Gesundheitsämter empfehlen bei Läusebefall eine kombinierte Therapie: Erstens das Waschen mit einem insektizidhaltigen Shampoo. Es kann in der Apotheke rezeptfrei gekauft oder vom Arzt verschrieben werden. Ergänzend dazu sollte man mit einem Nissenkamm, den es ebenfalls in der Apotheke gibt, ans Werk gehen.

"Bug-Buster-Set" im Versand

Die Pediculosis- Gesellschaft in Hannover, ein Verein, der über das Thema Kopfläuse aufklären will, informiert ausführlich im Internet und bietet ein "Bug-Buster-Set" mit verschiedenen Kämmen im Versand an.

Das Auskämmen mit dem sehr feinzinkigen Kamm ist besonders bei langen Haaren nicht ganz einfach. Hilfreich ist Haarspülung oder ein Löffel Natron im Ausspülwasser: Dann lösen sich die Nissen leichter.

Kur nach neun Tagen wiederholen

Außerdem sollte man die Bettwäsche waschen. Bürsten und andere "verdächtige" Gegenstände können zehn Tage in eine Plastiktüte oder 24 Stunden in die Gefriertruhe gepackt werden, dann lebt keine Laus mehr. Dasselbe kann man auch mit Kuscheltieren tun, meistens ist es aber nicht nötig. Die komplette Lauskur muss nach circa neun Tagen wiederholt werden, weil dann möglicherweise eine neue Generation aus verbleibenden Nissen geschlüpft ist. Auch in den Folgemonaten kann man zur Kontrolle gelegentlich nach dem Waschen den Nissenkamm einsetzen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.