
- Gudrun Sonneborn und Katja Ossadnik - Christa Kaddar
Die Zeit nach der Geburt eines Kindes ist für viele Eltern eine anstrengende Phase, vor allem, wenn keine Oma oder kein Opa, keine anderen Verwandten, Freunde oder Nachbarn helfend eingreifen können. In solchen Fällen unterstützt wellcome die jungen Familien. Wie ein guter Engel kommt die wellcome-Mitarbeiterin ins Haus und hilft – praktisch und unbürokratisch. Die Familien-Bildungsstätte des Verbandes Evangelischer Frauen in Hessen und Nassau hat in Wiesbaden und in Eltville zwei wellcome-Standorte für die Landeshauptstadt und den Rheingau eingerichtet.
Das neue Projekt in Eltville wurde im Frühjahr 2011 eröffnet und wird von Katja Ossadnik koordiniert. In Wiesbaden kann wellcome-Koordinatorin Gudrun Sonneborn bereits auf ein Jahr Erfahrung und „abgeschlossene Fälle“ zurückblicken. Derzeit betreut sie zehn aktive ehrenamtliche Mitarbeiterinnen. „Acht Familien, die zu einem späteren Zeitpunkt Hilfe brauchen, stehen auf der Warteliste“, berichtet sie. „Darunter sind einige Frauen, die Zwillinge erwarten.“ Die Aufgabe der hauptamtlichen Koordinatorinnen ist es, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, sie fachlich zu betreuen und den Kontakt zur Unterstützung suchenden Familie zu vermitteln. Kontakte zwischen Familien und wellcome kommen häufig über die Hebammen zustande; einige Familien erfahren von wellcome auch über die Presse oder über die Evangelische Familien-Bildungsstätte. „Die Familie, die Hilfe braucht, muss mindestens einmal persönlich den Kontakt gesucht und mit uns geredet haben“, erklären Katja Ossadnik und Gudrun Sonneborn.
Die ehrenamtlichen wellcome-Engel kümmern sich auch um Geschwisterkinder
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützen die Mütter und Familien durch Betreuung des neugeborenen Babys oder der Geschwisterkinder, durch Zuhören oder durch praktische Hilfen. Die Rückmeldungen in Wiesbaden sind überaus positiv. „Auch wenn die Betreuung durch wellcome abgeschlossen ist, bleiben viele Ehrenamtliche noch in Kontakt mit den Familien“, hat Gudrun Sonneborn erfahren. „In einem Fall wurde die wellcome-Mitarbeiterin mit ihrem Mann als Großeltern von der jungen Familie ‚adoptiert’“.
Wer das alltagstaugliche Angebot von wellcome in Anspruch nimmt, muss keine Bedürftigkeit nachweisen und kein Antragsformular ausfüllen. wellcome ist überwiegend spendenfinanziert. Einen kleinen Beitrag für die Hilfe müssen die Familien selbst tragen: einmalig zehn Euro für die Vermittlung eines wellcome-Engels und bis zu fünf Euro pro Stunde Betreuung. Diese niedrigen Beiträge sind nur möglich, weil die wellcome-Engel ehrenamtlich arbeiten. Jeder wellcome-Standort zahlt eine Gebühr an die gemeinnützige GmbH der Ideengeberin und wellcome-Gründerin Rose Volz-Schmidt.
Der Name wellcome ist eine Kombination aus welcome und wellness
Der Name wellcome ist bewusst gewählt als Kombination zwischen „welcome“ und „wellness“ – also zwischen „willkommen“ und „Wohlgefühl“. Inzwischen gibt es 165 wellcome-Standorte in Deutschland, 16 davon in Hessen. Das Land Hessen beteiligt sich an der Finanzierung der wellcome-Standorte im Rahmen seiner familienpolitischen Offensive und unterstützt das Projekt im Rheingau mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 8.000 Euro.
Katja Ossadnik ist Mitinhaberin der Hebammenpraxis Eltville und außerdem Dozentin der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, so dass sie viel Kontakt zu jungen Familien und werdenden Müttern hat. Inzwischen hat sie schon wellcome-Engel für den Rheingau gefunden. Meist sind es Mütter, deren eigene Kinder erwachsen sind und die sich ehrenamtlich betätigen wollen.
Ansprechpartnerin für den gesamten Rheingau ist Katja Ossadnik (Telefonnummer 06123/999481) für Wiesbaden Gudrun Sonneborn (Telefonnummer 0611/16660976).
