Hillary Clinton ist eine der vielversprechendsten Kandidaten der Demokratischen Partei im Präsidentschaftswahlkampf 2008 in den USA. Oft kann man trotz häufiger Medienberichte aber kaum konkretes zu ihren Meinungen und Ansichten in verschiedenen Politikbereichen finden. Dieser Artikel bietet einen Überblick ihrer Meinung zu verschiedenen einzelnen Aspekten – in der Gesamtheit können ihre politischen Überzeugungen natürlich nicht so kurz dargestellt werden. Diese Auswahl der Politikbereiche und einzelnen Themen orientiert sich an den aktuell besonders diskutierten Feldern.

Sozialpolitik

Hillary Clinton hat sich in der Vergangenheit mehrfach für staatliche Sozialprogramme ausgesprochen. Sie sieht sich in der Tradition von Franklin D. Roosevelts New Deal Programm, besonders in Hinblick auf Sozialversicherung (social security) und der staatlichen Gesundheitsversorgung für Bürger ab 65 (Medicare). Unter dem Eindruck der aktuellen Krise um die Wohnungsbaudarlehen finanzschwacher Bürger und der beginnenden Rezession, gab Hillary Clinton im Januar 2008 bekannt, dass sie ein Paket an Finanzleistungen unter anderem für eben die Immobilienbesitzer, die durch die Krise betroffen seien und eine Ausweitung der Arbeitslosenversicherung und Hilfe für einkommensschwache Familien zur Verfügung stellen wolle.

Clinton persönlich hat sich gegen Abtreibung ausgesprochen. Allerdings ist sie nicht der Ansicht, dass Abtreibungen illegal sein sollten. Durch die Verbreitung und Aufklärung von Mitteln zur Empfängnisverhütung und Aufklärung, hofft sie die Zahl von ungewollten Schwangerschaften und damit auch Abtreibungen senken zu können.

Clinton hat sich auch öffentlich gegen eine Homosexuellenehe ausgesprochen. Sie unterstützt aber Möglichkeiten für eine eingetragene Partnerschaft für homosexuelle Paare, um ihnen in bestimmten Bereichen ähnliche Rechte wie Ehepaaren einzuräumen. Daher ist sie auch gegen das „Federal Marriage Amendment“, einen Verfassungszusatz, der Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau definiert und somit implizit eine gleichgeschlechtliche Ehe verbietet. Der Verfassungszusatz scheiterte bei der letzten Abstimmung 2006, wird aber zur erneuten Abstimmung wieder im Kongress eingebracht.

Hilary Clinton unterstützt die Todesstrafe.

Umweltpolitik

Clinton unterstützt sowohl die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls als auch die Bewahrung von natürlichen Energiequellen und den Einsatz umweltschonender Energiequellen wie Wasser oder Wind. Sie hat sich auch mehrmals gegen die Energie- und Umweltpolitik George W. Bushs ausgesprochen.

Gesundheitspolitik

Gesundheitspolitik ist eines der Themen, für die sich Hillary Clinton besonders stark engagiert. Während der ersten Amtszeit ihres Mannes war sie maßgeblich an der Ausarbeitung des „Clinton Health Care Plans“ beteiligt. Dieser scheiterte jedoch 1994 im Kongress. Nach wie vor fordert Clinton eine vom Staat geförderte Krankenversicherung, die in erster Linie denen zu Gute kommen soll, die selbst die Kosten ihrer Behandlung nicht tragen können. Allerdings spricht sie sich für ein System aus, in dem Arbeitgeber als auch der Einzelne selbst zur Krankenversicherung beitragen müssen. Diese Pläne hat Clinton bereits in ihrer Wahlkampagne im September 2007 vorgestellt – den „American Health Choices Plan“. Die Kosten von jährlich ungefähr 110 Milliarden US-Dollar will Clinton decken, indem ein Teil der Steuererleichterungen, die unter George W. Bush verabschiedet wurden, zurückgenommen werden.

Außenpolitik

Hillary Clinton hat 2002 für die Iraq War Resolution und damit den Irakkrieg gestimmt und somit den Militäreinsatz unterstützt. Auch hat sie bislang öffentlich diese Entscheidung nicht in Frage gestellt. Allerdings hat sie mehrfach geäußert, dass sie – auch wenn ein kompletter Abzug aller amerikanischen Truppen aus dem Irak kaum machbar ist – so zumindest die Zahl der dort stationierten Soldaten stark reduzieren will. Einen kompletten Abzug unterstützt sie nicht, da sie die Gefahr sieht, dass so keinerlei Stabilität in der Region mehr garantiert werden kann.

Hillary Clinton gehört unter den Demokraten zu denjenigen, die die härteste Haltung gegenüber dem Iran einnehmen. Sie unterstützt sie UN-Sanktionen gegen den Irak und hat mehrfach geäußert, dass es dem Iran nicht gestattet werden darf, Atomwaffen zu besitzen.

Im Nahostkonflikt hat sich Hillary Clinton klar auf der Seite der Unterstützer Israels positioniert.