Himbeeren pflanzen, pflegen und schneiden

Leckere Himbeeren - © michael berger  / pixelio.de
Leckere Himbeeren - © michael berger / pixelio.de
Himbeeren sind einfach zu kultivieren und frisch gepflückt ein gesunder Leckerbissen, den sich kein Gärtner entgehen lassen sollte.

Himbeeren sind nicht nur Nahrungsmittel sondern gehören auch zu den Heilpflanzen. Sie wurden schon früh in den Klostergärten des Mittelalters kultiviert. Die Früchte werden frisch genossen oder zu Gelee, Marmelade, Essig und Likör verarbeitet. Blätter und junge Triebe im selbst gemischten Haustee sorgen für Aroma und fördern die Gesundheit.

Reiche Ausbeute am richtigen Standort

Vor der Pflanzung steht die Planung, denn Himbeeren bleiben sechs bis zehn Jahre am selben Platz. Dieser Boden sollte danach mindestens vier Jahre nicht mit Himbeeren bepflanzt werden. Als Waldbewohner mag die Pflanze lichten Schatten an einem windgeschützen Fleckchen. Nur die im Herbst reifenden Sorten benötigen mehr Sonne. Leicht saure, feuchte und durchlässige Erde, die das ganze Jahr mit Mulch bedeckt sein sollte, ist ideal. So hat die Rutenkrankheit kaum Chancen sich auszubreiten. Am nächsten kommt der Boden dem natürlichen, säuerlichen Waldstandort, wenn er mit Nadel-, Laub- oder Rindenkompost angereichert wird. Himbeeren mögen ebenso Gründüngung mit Stickstoff sammelnden Leguminosen, die als Mulchdecke liegen bleibt.

Verschiedene Himbeersorten für eine lange Ernte

Himbeeren sind zwar selbstfruchtbar, tragen aber sicherer und mit besserer Fruchtausbildung, wenn die Bestäubung durch andere Himbeersorten erfolgt. Durch geschickte Sortenauswahl kann man von Juli bis Oktober Himbeeren ernten. Die zwei althergebrachten Sorten „Preußen“ und „Deutschland“ haben ein gutes Aroma, sind aber anfällig für die Rutenkrankheit und benötigen luftigen Stand. Nicht so anfällig und reichtragend sind die Sorten „Malling Promise“, „Zefa 1“ und „Zefa 2“, wobei letztere zwei Mal tragen können. Eine bewährte späte Sorte ist „Schönemann“. „Nordmark“ und „Korbfüller“ sind ebenfalls zweimal tragende Sorten, deren Ernte sich bis in den Oktober zieht. Darüber hinaus gibt es noch Sorten mit gelben Früchten und eine Kreuzung zwischen Himbeere und Brombeere, „Tayberry“, die besonders große Früchte ausbildet.

Die Pflanzung der Himbeeren

Die beste Pflanzzeit liegt im Herbst von September bis Oktober oder im zeitigen Frühjahr. Wenn möglich sollte die Pflanzung in Einzelreihen erfolgen. Das garantiert luftigen Stand und beugt Pilzkrankheiten vor. Andernfalls sollte zwischen den Reihen ein Abstand von 1,50 m eingehalten werden. In der Reihe kann der Abstand 40 – 60 cm betragen. Himbeeren werden relativ flach gesetzt und dürfen nicht tiefer stehen als vorher im Topf oder in der Baumschule. Vor der Pflanzung werden beschädigte Wurzeln abgeschnitten oder gekürzt, danach die Ruten gewässert. Dafür empfiehlt sich eine Mischung aus Schachtelhalmtee und Lehm. Als Nächstes werden die Pflanzen noch gründlich gewässert und die Mulchdecke ausgebracht.

Bei allen Sorten kann der Ertrag gesteigert werden, wenn die Himbeeren auf kleine Hügel gepflanzt werden. Dazu muss die Pflanzfläche einen halben Spatenstich ausgehoben werden und mit soviel Kompost vermischt werden, dass ein Hügel von ungefähr 50 cm entsteht. Auch hier wird anschließend gemulcht.

Die langen, fruchtbeladenen Ruten der Himbeeren benötigen einen Halt. Entweder pflanzt man direkt am Zaun entlang oder stellt ein einfaches Spalier auf, indem zwischen zwei Eckpfosten Drähte gespannt werden. Bei Pflanzung in Zweierreihen kann ein T-Spalier benutzt werden. An die Eckpfosten werden waagrecht im Abstand von ungefähr 50 cm zwei Latten genagelt, die an den äußeren Seiten mit Ösen versehen werden, durch die man die Drähte zieht. In Frage kommt auch ein V-Spalier. Hier werden im Abstand von ungefähr 60 cm an jeder Seite je zwei Pfähle V-förmig zueinander in den Boden geschlagen und die Drähte gespannt.

Pflege und Schnitt der Himbeeren

Die Pflege der Himbeeren ist einfach und beschränkt sich auf mulchen, düngen und Anbinden der Ruten. Der Boden muss feucht gehalten werden und besonders vor der Ernte soll ausreichend gegossen werden. Ist keine Gründüngung eingesät, wird mit Beinwell, Farnkraut, Grasschnitt, rohen Kartoffelschalen, kompostiertem Geflügel- oder Schweinemist, Rizinusschrot, Stroh, Torf oder Fichten- und Kiefernadeln gemulcht.

Himbeerruten, die im Sommer austreiben, tragen das darauffolgende Jahr Früchte und sterben danach ab. Die alten Zweige werden nach der Ernte dicht über dem Boden abgeschnitten. Auch schwache Jungtriebe und alle Ruten mit violetten Verfärbungen, die auf die Rutenkrankheit hinweisen, werden entfernt. Zu lange Triebe können im November etwas gekürzt werden. Man kann auch die Spitze herunterbinden, da dadurch besonders viele Früchte gebildet werden. An jungen Pflanzen können zwei bis drei Neutriebe stehen bleiben, bei älteren Stöcken dürfen es fünf bis sieben Triebe sein. Bei den zweimal tragenden Sorten werden die Ruten erst im Frühjahr zurückgeschnitten und die schwachen Neutriebe dann im Juni entfernt.

Himbeeren und Mischkultur

Damit keine Nährstoffkonkurrenz entsteht, sollten diese Beeren im Abstand von mindestens 3m zu Obstbäumen gepflanzt werden. Buschbohnen oder niedrige Erbsen als Gründüngung liefern Stickstoff. Eine Unterpflanzung mit Maiglöckchen, Farnkraut oder Vergissmeinnicht schränkt den Madenbefall durch den Himbeerkäfer ein. Maiglöckchen wuchern allerdings, halten die Himbeeren aber auch gesund und ertragreich. Das tun Ringelblumen, Knoblauch, Zwiebeln und Melisse ebenfalls. Schafgarbe kann die Fruchtbarkeit steigern. Weitere günstige Nachbarschaften sind Feldsalat, Schnittsalat, Schnittlauch, Lavendel und Thymian.

Quellen: Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten, BLV München , € 29,90

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Bildnachweis: © michael berger / pixelio.de

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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