
- Schnecken mit Streusel und Zuckerguss - Paul-Georg Meister/Pixelio
Schnecken, Schuhsohlen, Amerikaner und Nusstörtchen, diese kleinen Kuchen erinnern an die süßen Backwerke, die es in den 1960er Jahren in vielen Bäckereien gab.
Schnecken
Schnecken kann man leicht und schnell mit einem so genannten Zwillingsteig selbst backen. Dieser Teig lässt sich nicht nur einfacher herstellen als normaler Hefeteig, auch die Schnecken werden insgesamt knuspriger und bleiben länger frisch. Außerdem lässt sich der Teig wunderbar verarbeiten.
- Bereiten Sie einen Hefeteig aus 250 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 25 g Zucker, 1 Vanillezucker, 1 Pr. Salz, 1 Ei und 125 ml lauwarmer Milch. Den Teig an einen warmen Ort stellen und gehen lassen.
- Inzwischen bereiten Sie den Knetteig zu. Dazu 100 g Weizenmehl, 25 g Zucker, 50 g weiche Butter und 2 Essl. Wasser verkneten. Den Teig ebenfalls einen Moment, allerdings im Kühlen, ruhen lassen.
- Nun werden die beiden Teige miteinander verknetet, der neue Verbundteig ist wunderbar elastisch. Den Teig ausrollen und mit 50 g zerlassener Butter einstreichen. Mischen Sie 125 g Rosinen, 125 g Mandelblättchen, Zucker und Zimt und verteilen Sie die Mischung auf dem Teig. Den Teig rollen Sie ein und schneiden die Rolle in ca. 1 cm breite Schnecken. Die Kaffeestückchen kommen auf ein gefettetes Backblech.
- Kneten Sie aus aus 100 g Mehl, etwas Zimt, 75 g Zucker und 75 g weicher Butter Streusel und krümeln Sie sie auf Schnecken. Die Kaffeestückchen nochmals gehen lassen und dann ca. 20 Minuten bei Mittelhitze backen. Und wenn es Ihnen immer noch nicht süß genug ist: Bestreichen Sie die Schnecken noch mit Zuckerguss.
Schuhsohlen
- Ein beliebtes, aber auch mächtiges Kleingebäck waren Schuhsohlen. Sie bestanden aus zwei länglich gebackenen Teigstücken mit einer herrlichen Cremefüllung dazwischen. Die zarte Füllung war liebevoll zwischen die beiden Teiglagen gespritzt. Schuhsohlen waren außen knusprig, weil die Teigstücke vor dem Backen in körnigem Zucker gewälzt wurden.
- Kneten Sie einen Teig aus 300 g Mehl, 2 Teel. Backpulver, 100 g Zucker, 1 Vanillezucker, 1 Ei, 2 Essl. Milch und 125 g weicher Butter.
- Den Teig stellen Sie zunächst kühl, dann rollen Sie ihn aus und stechen mit einem Glas runde Teigstücke in gerader Anzahl aus. Diese Stücke werden dann auf grobem Zucker (dadurch bekommen sie die wichtige Kruste!) länglich ausgerollt.
- Backen Sie die Schuhsohlen ca. 15 Minuten und lassen Sie sie abkühlen. Wichtig ist, dass die „Sohlen“ alle in etwa gleich groß werden, sonst passen sie nachher nicht aufeinander. Alternativ kann man auch mit einer Fuß-Schablone aus Pappe arbeiten. Einige Händler für Backzutaten führen Fußsohlen als Ausstechform.
- Für die Füllung bereiten Sie einen Pudding zu aus ¼ l Milch, ½ Päckchen Puddingpulver und 25 g Zucker. Diesen lassen Sie erkalten lassen und mischen dann nach und nach 125 g weiche Butter unter. Streichen Sie etwas von der Cremefüllung auf eine Schuhsohle und legen Sie eine zweite darauf. Die körnige Zuckerseite kommt nach außen.
Nusstörtchen
Nusstörtchen waren kleine runde Gebäcke aus Biskuitteig mit einer wunderbaren Nussfüllung und einem Überzug aus Haselnussglasur. Das Törtchen krönte eine geschälte und angeröstete Haselnuss.
- Mischen Sie einen luftigen Biskuitteig aus 3 Eiern, 3 Essl. Wasser, 150 g Zucker, 250 g Mehl und 2 gestrichenen Teel. Backpulver. Den Teig streichen Sie auf ein mit Backpapier belegtes Kuchenblech und backen ihn bei Mittelhitze.
- Aus 100 g Zucker, 1 Vanillezucker, 250 g gemahlenen und in Butter leicht gerösteten Haselnüssen, 40 g geriebener Schokolade, 2 Eiern (kann man auch durch Kondensmilch ersetzen!), 1 kl. Gläschen Rum, Bittermandelaroma und 100 g Semmelbrösel stellen Sie die Nussfüllung her.
- Aus dem erkalteten Biskuitboden werden mit einem Glas oder Messer und Kreisschablone runde Törtchen ausgeschnitten. Die eine Hälfte der Biskuitkreise wird mit der Füllung bestrichen, die andere Hälfte darauf gelegt und leicht angedrückt. Die Nusstörtchen werden nun entweder mit Zuckerglasur oder mit geschmolzener Haselnussglasur überzogen. Und obenauf kommt selbstverständlich eine geschälte Haselnuss, die ganz leicht angeröstet sein muss.
- Die Biskuitreste sollten Sie nicht wegwerfen, sie sind eine gute Grundlage für Tiramisu.
Amerikaner
Amerikaner gab (und gibt) es auch in mehreren Varianten, mit hellem und dunklem, aber auch mit zweigeteiltem Guss. Der Name hat übrigens mit Amerika und den Amerikanern nichts zu tun. Er entstand aus einem althergebrachten Backtreibmittel, dem Hirschhornsalz, das Ammoniumhydrogencarbonat enthält. Damit wurden dann die „Ammoniakaner“ gebacken. In den USA gibt es das Gebäck übrigens auch, aber dort heißen sie „Black and White Cookie“. Selbst gemacht schmecken Amerikaner noch mal so gut, denn die Amerikaner aus diesem Rezept werden etwas fester als gekaufte Ware.
- Aus 100 g weicher Butter, 100 g Zucker, 1 Vanillezucker, 2 Eier, Salz, 1 Puddingpulver „Sahne“, 3 Essl. kalter Milch, 250 g Mehl, 3 gestr. Teel. Backpulver wird ein geschmeidiger Teig gerührt. Das Puddingpulver muss allerdings zuerst mit der Milch klümpchenfrei angerührt werden.
- Nun setzen Sie mit 2 Esslöffeln kleinere Teighäufchen auf Backpapier und backen die Amerikaner bei Mittelhitze. Wegen der unmöglichen Form der Teighäufchen brauchen Sie übrigens keine Angst zu haben, die Amerikaner werden beim Backen ganz von selbst eben und glatt. Nach 10 Minuten Backzeit bestreichen Sie die Oberfläche mit Milch, damit sie schön wird. Dann noch mal in etwa 10 Minuten fertig backen.
- Nach dem Abkühlen auf einem Kuchengitter wird die (breite) Unterseite der Amerikaner mit Zuckerglasur (weiß oder braun) bestrichen.
Lust auf mehr? Dann backen Sie einen Frankfurter Kranz nach einem alten Familienrezept oder vielleicht Springerle, ein altdeutsches Weihnachtsgebäck. Und die Apfelsinentorte ist ein Klassiker aus den 1950er Jahren, die sich ebenfalls leicht herstellen lässt.
Bildnachweis: Abb. 1: © Paul-Georg Meister/Pixelio
