Hinduistische Feste im Jahreslauf

Farbenfrohes Holi - Sudip Dutta on Stock.xchng
Farbenfrohes Holi - Sudip Dutta on Stock.xchng
Die wichtigsten Feste des Hinduismus im Jahreslauf: Sankranti, Shivaratri, Holi, Rama Navami, Guru Purnima, Krishna Janmasthami, Diwali und andere.

Der Hinduismus ist bekannt für seine zahlreichen religiösen Feste, welche die Vielfalt Indiens, seiner Kultur und seiner Einwohner widerspiegeln. Dieser Artikel beschreibt die wichtigsten hinduistischen Feste im Verlauf eines Kalenderjahres.

Makar Sankranti – die Sonne wandert nach Norden

Makar Sankranti feiert die Wiederkehr der Sonne in Richtung der nördlichen Hemisphäre (genauer: den Übergang vom vedischen Sternbild Schütze in den Steinbock) und markiert den Beginn von Uttarayana. Diese Glück verheißenden sechs Monate werden sowohl in der Bhagavad Gita als auch in der Mahabharata erwähnt. In Letzterer zögert der von Pfeilen durchbohrte Veteran Bhisma seinen Tod um mehrere Tage hinaus, um auf den Beginn von Uttarayana zu warten.

Shivaratri – die Nacht Shivas

Shivaratri („die Nacht Shivas” oder „Glück verheißende Nacht”) ist ein Hindu-Fest zu Ehren Shivas. Es wird in ganz Indien gefeiert und liegt in der Regel Ende Februar oder Anfang März. An Shivaratri erklingen vielerorts in Indien die ganze Nacht hindurch Trommeln, es werden heilige Lieder (Bhajans und Kirtans) zu Ehren Shivas gesungen und Gebete gechantet. Wichtigstes Element der Feiern ist es, die ganze Nacht hindurch wach zu bleiben, um die Trägheit und Unwissenheit (Tamas) des Geistes zu überwinden und der Shiva-Natur in sich ein Stück näher zu kommen.

Holi – Fest der Farben und Rama Navami - die Geburt Sri Ramas

An Holi gedenken Hindus des Tages, an dem der Gottgeweihte Prahlad durch den Gott Vishnu vor der Dämonin Holika gerettet wurde. Holi wird außerdem mit Sri Krishnas Sieg über die Dämonin Putana in Verbindung gebracht. Holi ist ein fröhliches, ausgelassenes Fest, bei dem es erlaubt ist, Freunde, Verwandte und Fremde gleichermaßen mit Farbe, Wasserballons und gefärbtem Wasser zu bewerfen. Rama Navami feiert die Geburt von Sri Rama, einem Avatar Vishnus und Helden der berühmten Ramayana. Letztere heilige Schrift wird an diesem Tag viel rezitiert und die Geschichte von Rama, Sita und Lakshmana wird in Tempeln und Dorfplätzen erzählt. Besonders eindrückliche Versammlungen finden in den heiligen Stätten statt, die besonders mit Sri Rama in Verbindung gebracht werden, so zum Beispiel Ayodhya in Uttar Pradesh und Rameshwaram in Tamil Nadu.

Guru Purnima – Fest des Gurus

Guru Purnima ist ein Tag, an dem Schüler und Anhänger in Dankbarkeit ihrem Guru gedenken und unter Umständen auch der Guru-Linie ihres Meisters Verehrung erweisen. Insbesondere wird Vyasa, dem Herausgeber der vier Veden und Autor der Puranas und des Srimad Bhagavatam gedacht. Guru Purnima wird am Vollmond des vedischen Monats Ashad (Juli-August) gefeiert.

Krishna Janmasthami – die Geburt Sri Krishnas und Ganesha Chaturthi - Ganeshas Geburtstag

Krishna Janmasthami (auch Krishna Jayanti) feiert den Geburtstag des Avatars Sri Krishna. Krishna ist eine der bekanntesten Hindu-Gottheiten: Man kennt ihn als zauberhaften Kuhhirten, als verspielten Geliebten Radhas und der Gopis, als den göttlichen Wagenlenker Arjunas auf dem Schlachtfeld Kurukshetra und als Lehrer der unsterblichen Bhagavad-Gita. An Krishnas Geburtstag werden seine Lilas (Wundergeschichten) gelesen und rezitiert sowie seine Namen gesungen (Kirtan) und rezitiert (Japa). Der Geburtstag Ganeshas (auch Vinayaka genannt) ist eine willkommene Gelegenheit, den Gott mit dem Elefantenkopf zu verehren, welcher als Verkörperung von Weisheit, Wohlstand und Glück gilt.

Navaratri und Dasara – Fest der Göttlichen Mutter

An Navaratri feiern Hindus den weiblichen Aspekt des Göttlichen – die göttliche Mutter – und bitten sie um Schutz, Wohlstand und spirituelle Transformation. Navaratri symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse, den Triumph der göttlichen Energie (Shakti) über die Mächte von Dunkelheit und Illusion. Passenderweise endet das Fest mit einem zehnten Tag namens Vijaya Dashami (zehnter Tag des Sieges), der auch Dasara (englisch oft auch „Dussera“ geschrieben) – Abwender schlechten Schicksals – genannt wird. Navatri geht zurück auf eine Geschichte aus der Hindu-Mythologie, in welcher die Göttin Durga, nach neun Tagen und Nächten dauerndem Kampf, den Dämon Mahisasura besiegte. Oft wird auch Sri Ramas Sieg über den Dämon Ravana (nach zehntägiger Schlacht) gedacht. Außerdem ist Navatri ein Erntedankfest und markiert den Beginn des Winters.

Diwali - Lichterfest

Diwali heißt wörtlich übersetzt „Lichterreihe“. Es wird am 15. Tag der dunklen Monatshälfte des vedischen Monats Kartik (Oktober-November) gefeiert und symbolisiert den Sieg der Wahrheit und des Lichts über Dunkelheit und Illusion, des Guten über das Böse. Es wird je nach Region auf unterschiedliche Art und Weise begangen. Diwali wird entweder auf den Sieg Sri Ramas über den Dämon Ravana und das Ende von Ramas Exil bezogen oder aber in Verbindung zu Krishna gebracht (vor allem in Südindien). Lesen Sie mehr über die zwei hinduistischen Feste Shivaratri – die Glück verheißende Nacht Shivas und Navaratri – Fest der göttlichen Mutter. Finden Sie die diesjährigen und zukünftigen Daten der vorgestellten Feste auf dem BBC interfaith calendar (auf Englisch).

Martin Bohn, Martin Bohn

Martin Bohn - Als ausgebildeter Yogalehrer schreibe ich nebenher Artikel für verschiedene Yogazeitschriften in Deutsch und Englisch. Hauptberuflich ...

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