
- Zeitungsartikel zum Atombombenabwurf am 6. August - wordpress.com/ atom-bomb-article
Karlsruhe. Bei der Bruchsaler Friedensinitiative weiß man um die Hoffnung auf eine verbindliche Friedensordnung und ebenso verbliebene Trauer in Hiroshima. Die älteren Einwohner der japanischen Stadt weinen, wenn sie über jenen Augusttag berichten. Sie besuchen den Fluss Ota, legen schwimmende Kerzen für die Seelen auf das Wasser und trauern in einem schweren, etwas unheimlichen Schweigen. Die Bewohner in Hiroshima können wohl auch heute von einer grauen Generation und Besorgnis und nimmermüden Erschütterung sprechen, denn die Explosion der Uranbombe vom 6. August 1945, mit einer Sprengladung von 140.000 Tonnen TNT und einem mörderischen-umzingelnden Feuerball, forderte nicht nur 140.000 Tote bis zum Ende des Kriegsjahres, auf den offenen Straßen, auf dem Fluss Ota, in den Schulgebäuden und Verwaltungen.
Der 6. August: Tag der atomaren Katastrophe und der zivilen Wehrhaftigkeit
Auch heute noch sterben Menschen an den Folgeerkrankungen des GAUs. Trotz der Desillusionierungen verwirft kaum jemand aber eine mögliche Friedensordnung in der Welt, auf einem Planeten ohne nuklearem Depot leben zu können oder verpönt es als unreelles Modell der Wirklichkeit. Am 6. August wurde auch in über 400 deutschen Städten vor der Möglichkeit atomarer Schläge gewarnt. Darunter die Bruchsaler Friedensinitiative: Sie steht für eine „atomwaffenfreie Welt" ein. Nach Ansicht des Friedensaktivisten Hans Jürgen Rettig müsse die Friedenspolitik in die internationale Sicherheitspolitik eingebaut werden, denn ohne sie, könne keine weitsichtige, gerechte Realpolitik umgesetzt werden und funktionieren.
Deutschlandweit für eine Stärkung der außerparlamentarischen Friedensinitiative
Zu den deutschlandweiten Protesten gegen eine "Welt mit Atomwaffen" am 6. August und den Erwartungen der Bruchsaler Friedensinitiative vom Marsch in Baden-Württemberg sagte H.J. Rettig: "Wir unterstützen derzeit die Aktivitäten in Karlsruhe. Der Frieden muss ständig erkämpft werden und wir dürfen dabei nicht nachlassen."
Dabei verweisen die Friedensakteure auf den humanen und nuklearen GAU in Hiroshima und Nagasaki, der 66 Jahre zurückliegt und das dortige Reifen, entgegen der Demagogie von verfallenden Widerstandsdiskussionen, einer zivilen, außerparlamentarischen Wehrhaftigkeit. Seither habe sich in den verschiedenen Gesellschaftsschichten ein stärkeres Bürgerbewusstsein entwickelt, so Rettig, und gingen jährlich viele Tausende Menschen auf die Straßen um gegen die Atomrüstung zu protestieren. Dabei denkt Hans Jürgen Rettig von der Bruchsaler Friedensinitiative auch an die Bilder und fürchterlichen Verwerfungen in Japan und bestätigt eine Bündelung der Friedensakteure, die über einem schlichten Parteienbewusstsein stünden. "Dieses Bürgerbewusstsein zeigt sich jetzt auch ganz besonders im Zusammenhang mit dem Supergau in Fukushima", und Rettig fügt zur notwendigen Gestaltung der außenpolitischen Weichen und dem Wert der Friedenscharta an: "Auf Dauer wird sich der Frieden durchsetzen, weil es einfach dazu keine Alternative gibt. Kein Mensch will letztendlich in den Krieg ziehen für die Rüstungsprofiteure."
"Es gibt keine Alternative zum Frieden"
Die Bruchsaler Friedensinitiative lief in Karsruhe für eine Verwurzelung des Friedensmaßstabes in der Staatengemeinschaft, gegen den Mief der alten Ordnungen, in der eine Verharmlosung durch Atomdepots beschwört würde und räsonierte ebenso über ethische Zerfallserscheinungen. Hans Jürgen Rettig zog aus der Unerläßlichkeit einer konsequenten Friedenspolitik und Allgemeinverbindlichkeit auch Schlussfolgerungen für die zukunftsbejahenden Erläße im Ringen gegen atomare Schrecken und ein unberechenbares Gewaltmonopol auf der Welt. "Es dauert oft lange bis die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Wir brauchen Ausdauer und am Ende werden die sogenannten Realpolitiker den Friedenskräften weichen müssen. Einfach deswegen, weil es keinen Sinn macht die Produktivkräfte für Rüstung und Kriege einzusetzen, anstatt das Elend auf der Erde zu beseitigen."
