
- Mayaruine in Kohunlich - Sylvia Schöbe
Wer auf den Spuren der Mayas wandeln möchte, sollte sich in den Süden der mexikanischen Halbinsel Yucatán begeben. Die Ruinen der Mayastadt Kohunlich befinden sich mitten im Dschungel. Ein Stück Abenteuerlust ist daher empfehlenswert, jedoch nicht unbedingt von Nöten. Zum Glück ist diese historische Stätte noch kein komplett überlaufendes Touristengebiet. Dennoch sind bereits einige "zivile" Annehmlichkeiten erschaffen wurden. Toiletten sind zum Beispiel ebenso vorhanden wie ein Stand, der erfrischende Getränke verkauft.
Letztere wird man auch brauchen. Denn die Temperaturen klettern selbst im Winter recht weit nach oben. Einen Sonnenhut zu tragen, ist daher sehr ratsam, auch wenn die zahlreichen Bäume mehrere schattige Stellen bieten. Den vielen Corozo-Palmen verdankt der Ort Kohunlich (übersetzt: Palmenhügel) übrigens seinen Namen.
Die Stuckmasken von Kohunlich
Die Reste der Stadt der Mayas, die hier ca. von 200 vor bis 1050 nach Christus gelebt haben, sind noch gut erhalten. Am Templo de los Máscarones lassen sich sogar noch fünf von ursprünglich acht Stuckmasken bewundern. Die zum Teil mit einem roten Anstrich versehenen Kunstwerke repräsentieren den Sonnengott. Gleichzeitig sollen sie von der göttlichen Abstammung der Herrscher zeugen.
Wer möchte, kann den strohbedeckten Maskentempel auch erklimmen. Allerdings sind die Stufen nicht mehr die besten. Es ist ratsam, für den Auf- und Abstieg den überdachten Rand der Treppen zu nutzen. Dort findet man nicht nur Halt, sondern auch wohltuenden Schatten. Aber Vorsicht: Im oberen Bereich wird das Dach niedriger, so dass man sich leicht am Kopf stoßen kann. Der Aufstieg lohnt sich jedoch allemal: Von hier oben hat man einen fantastischen Blick über den Urwald.
Bau der Stelen und Akropolis
Um zum Tempel zu gelangen, muss man einen weiten Platz überqueren. Dabei kommt man noch an verschiedenen anderen Sehenswürdigkeiten wie den Edificio de las Estelas (Bau der Stelen) und der sogenannten Akropolis vorbei. Letzteres ist ein rechteckiges Gebäude aus Mauerwerk. Tiefere Grabungen haben noch nicht stattgefunden. Doch man kann davon ausgehen, dass sich unter der Erde weitere Teile des Komplexes befinden. Denn auf östlicher und südlicher Seite kam durch Erosion bereits Verschüttetes wieder zum Vorschein.
Ballspielplatz und Opferstein in Kohunlich
In südlicher Richtung befindet sich ein ritueller Ballspielplatz. In unmittelbarer Nähe liegt ein verdächtig großer Stein, von dem vermutet wird, dass hier nach dem Spiel Menschen geopfert wurden. Allerdings streiten sich die Gelehrten darüber, ob die Sieger oder Verlierer dieses Schicksal ereilt hat. Beide Theorien klingen plausibel. Die Vermutung, weswegen die Unterlegenen sterben mussten, erklärt sich von selbst. Daneben existiert jedoch noch die Theorie, dass die Gewinner etwas besonders waren und die "Ehre" hatten, den Göttern geopfert zu werden.
27 Escalones
Geht man am Ballspielplatz vorbei, gelangt man zu dem Komplex "27 Escalones". Wie der Name schon sagt, bestehen diese Reste eines riesigen Wohngebietes aus 27 Stufen. Es wird angenommen, dass im oberen Bereich die Herrschaft residierte. Zwischen den Treppen wachsen Bäume heraus, was ein schönes Motiv für Fotos liefert.
Seltene Pflanzen im Dschungel
In Kohunlich gibt es außerdem mehrere Geländegruppen, die erst vor wenigen Jahren freigelegt wurden. Man stößt auf sie, wenn man den Dschungel durchquert. Bei der Gelegenheit kann man auch verschiedene seltene Pflanzen betrachten, wie zum Beispiel den Kaktusbaum, an dessen Stamm auch in luftiger Höhe beeindruckende Kakteen wachsen.
Eintritt und Öffnungszeiten
Eintritt: 4 Dollar
Öffnungszeiten: Täglich von 8 - 17 Uhr
Quelle
Erzählungen der Reiseleiterin vor Ort
