Hitlers "Mein Kampf" und Rosenbergs "Mystik des 20. Jahrhunderts"

Welcher Zusammenhang offensichtlich zw. der NS-Ideologie und den "Deutschen Christen" der Weimarer Republik bestand zeigen eindrücklich diese zwei Werke.

Den Zusammenhang zwischen der NS-Ideologie und den "Deutschen Christen" in der Weimarer Republik zeigen zwei zentrale Werke dieser Zeit: Nicht nur Rosenbergs „Mystik des 20. Jahrhunderts“, sondern auch das weit verbreitete Werk Hitlers „Mein Kampf“ prägten das "Gedankengut" der Menschen.

Hitlers „Mein Kampf“ und Rosenbergs „Mystik des 20. Jahrhunderts“

In seinem 1924 verfassten Buch "Mein Kampf", äußert Hitler seine Ansichten zur „naturgegebenen“, völkischen Weltanschauung. Diese soll mit Hilfe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei umgesetzt werden. Er verwendet bezeichnende Vokabeln, welche die „völkische“ Weltanschauung wiedergeben. „Unduldsam“ und unfehlbar ist diese und soll möglicherweise „mit Terror“ umgesetzt werden. Baumgärtel, seines Zeichen Kirchenhistoriker, geht in seinem Werk noch auf ein weiteres Streben Hitlers ein. Er beschreibt die strikte Ablehnung Hitlers gegenüber der Weimarer Republik und deren „führenden Schichten“. Diese sollen vor einem „deutschen Nationalgerichtshof“ verurteilt und „hingerichtet“ werden (1).

Rosenbergs „Mystik des 20 Jahrhunderts“

Rosenbergs „Mystik des 20 Jahrhunderts“ beeinflusste den christlichen Glauben nachhaltig. Als engster Vertrauter Hitlers gab er seit April 1930 mit ihm das „Nationalsozialistische Monatsheft“ heraus (2) . Wie groß das Vertrauen in Rosenberg war, zeigt die Übergabe des Außenpolitischen Amtes der Partei auf seine Person im April 1933. Ein Jahr später übernimmt er zudem auch die „Überwachung der gesamtgeistigen und weltanschaulichen Erziehung der Partei“ (3).

Die Mystik und ihre Ansichten

Die „Mystik des 20. Jahrhunderts“ fasste alle religiös-völkischen Weltanschauungen der 20er Jahre zusammen. In diesem „antichristlichen Buch“ (4) wird die „Religion des Blutes“ beschrieben. Der alte Glaube wird abgelegt und durch den neuen Glauben ersetzt, der den „Mythus des Blutes“ beinhaltet - oder näher erläutert: „der Glaube, mit dem Blut auch das göttliche Wesen des Menschen überhaupt zu verteidigen.“ (5)

Ähnliche Ansichten in zwei verschiedenen Schriften

Auch das nächste Zitat scheint mit den Ansichten Adolf Hitlers aus „Mein Kampf“ einherzugehen: „Der mit hellstem Wissen verkörperte Glaube, dass das nordische Blut jenes Mysterium darstellt, welches die alten Sakramente ersetzt und überwunden hat.“ (6) Rosenberg war, nach eigenen Angaben überzeugt davon, sein Werk würde keine Überzeugungsarbeit bei den festgläubigen Menschen leisten. Vielmehr sollte es eine Art Hilfe für diejenigen darstellen, die sich von der Religion entfernt haben und die „neuen weltanschaulichen“ Theorien noch nicht verinnerlicht haben.

Einfluss dieser Schriften auf die Menschen dieser Zeit

Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 800 000 Exemplare Hitlers Buches auf dem Markt. Abgesehen davon, dass sicherlich nicht alle rund 60 Millionen Bürger des „Dritten Reiches“ sein „Standardwerk“ gelesen haben, so war es doch möglich seine Gedanken zu fassen und abzuschätzen, welche Ausmaße ein solches Denken annehmen wird. Auch Rosenbergs „Mystik des 20. Jahrhunderts“ war den meisten bekannt.

Quellen:

(1) D. Friedrich BAUMGÄRTEL: Wider die Kirchenkampf – Legenden, Neuendettelsau 1959, S. 5.

(2) D. Friedrich BAUMGÄRTEL: Wider die Kirchenkampf – Legenden, Neuendettelsau 1959, S. 7.

(3) D. Friedrich BAUMGÄRTEL: Wider die Kirchenkampf – Legenden, Neuendettelsau 1959, S. 7.

(4) Klaus SCHOLDER: Die Kirchen und das dritte Reich. S.240.

(5) Klaus SCHOLDER: Die Kirchen und das dritte Reich. S.240.