
- Wienerberg City - Dolores Stuttner
Unter einem Hochhaus wird in Deutschland ein Gebäude verstanden, bei dem sich der Fußboden mindestens eines Raumes um mehr als 22 Meter über dem Erdboden befindet. Bei der Meinung rund um Hochhäuser scheiden sich die Geister. Auf einige Leute üben diese, nicht zuletzt wegen ihrer Höhe, eine starke Anziehung aus. Es gibt jedoch auch Personen, welche die Bauwerke als störend und erdrückend empfinden.
Tatsächlich kann gesagt werden, dass Wolkenkratzer sowohl positive als auch negative Seiten aufweisen. Wie diese letzten Endes zur Geltung kommen, hängt zu einem großen Teil von der Qualität der Planung ab.
Wie eine Stadt von Hochhäusern profitieren kann
Einer der größten Vorteile von Wolkenkratzern ist in deren Höhe und somit der guten Sichtbarkeit zu finden. Jene Kriterien verleihen einem Stadtteil mitunter einen gewissen Wiedererkennungswert. Dies kann sich nicht nur auf die räumliche Orientierung der Stadtbewohner, sondern auch auf die Beliebtheit eines Wohnviertels positiv auswirken. Zweiteres kann vor allem durch das Unterbringen attraktiver Freizeitangebote in der Nähe des Bauwerks zusätzlich gefördert werden. Bis zu einer gewissen Höhe stellen Wolkenkratzer außerdem eine äußerst ökonomische Lösung im Städtebau dar. Das liegt daran, dass man auf kleinem Raum eine große Zahl an Wohneinheiten sowie auch Arbeitsplätzen unterbringen kann.
Die negativen Auswirkungen der Hochhäuser
Die hohen Kosten, welche sowohl bei der Errichtung als auch beim Betrieb anfallen, stellen einen großen Nachteil dar. Viele Kosten entstehen dadurch, dass für Statik sowie für die Sicherstellung einer adäquaten Energieversorgung ein besonders großer Aufwand von Nöten ist. Die Energiekosten betragen bei Wolkenkratzern im Monat in etwa 21 Euro pro m², während in einem Niedrigenergiehaus lediglich 50 Cent anfallen. Es ist ebenfalls bekannt, dass es in der Nähe solcher Gebäude zur Entstehung von Fallwinden kommt. Dadurch wird ein Aufenthalt in der unmittelbaren Umgebung hoher Häuser zumeist als unangenehm erlebt. In Städten kann es dadurch zu einer Flächenverschwendung kommen, da somit ein vergleichsweise großer Raum ungenutzt bleibt. Wird vor dem Bau nicht auf die umliegenden Baustrukturen Rücksicht genommen, kann es sein, dass das Hochhaus von den Einwohnern als Störfaktor wahrgenommen wird. Dies ist insbesondere bei historisch gewachsenen Stadtvierteln der Fall. Aus diesem Grund sollte der Architekt stets die umliegenden Ortsteile entsprechend berücksichtigen und in seine Planungen miteinbeziehen.
Abschließend kann gesagt werden, dass es sich bei Wolkenkratzern um Objekte handelt, deren Bau man niemals leichtfertig beschließen darf. Der Planer sollte immer versuchen, diese in einen passenden Ortsteil zu integrieren. Dabei sind ebenfalls die Bedürfnisse der unmittelbaren Bewohner zu berücksichtigen. Auf diese Weise kann man einigen negativen Seiten von Hochhäusern effektiv entgegenwirken.
Quellen:
Pfeiffer Elmar. Wolkenkratzer - Spiegel der Irrationalität. 2011
Gespräch mit dem Architekturkitiker Gerhard Matzig über Hochhäuser
Gespräch mit Dr. Gregor Bonin über hochhäuser und das Stadtbild
