Eine Uraufführung und zwei Deutsche Erstaufführungen prägen das Programm des Kieler Musiktheaters für die nächste Spielzeit. Hinzu kommt mit Händels Oper “Alcina“ als Beitrag zu dessen 250. Todestag ein Werk, das vermutlich in Kiel noch nie gespielt worden ist und von der Schwester Silvana des Ballettdirektors Mario Schröder in Szene gesetzt wird. Im Mai 2009 erlebt „Tryptichon“ des zeitgenössischen Komponisten Reinhard Febel nach drei Gemälden unserer Zeit seine Uraufführung. Im Juli 2009 kommt Bachs Johannespassion des Amerikaners Robert Wilson als Gemeinschaftsproduktion mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival unter der musikalischen Leitung - und mit dem Festival-Chor – des Intendanten Rolf Beck nach Kiel. Zuvor wird im Mai die fast vergessene Oper „Antar“ des früh vollendeten französischen Komponisten Gabriel Dupont (1878 – 1914) ihre deutsche Erstaufführung erleben.

Große Oper

Große Oper auch im übrigen Programm. Das Spektrum reicht von Verdis „Don Carlos“ zur Eröffnung der Spielzeit über Bernsteins „West Side Story“, Humperdincks „Hänsel und Gretel“ als musikalisches Weihnachtsmärchen, Strauss’ „Der Rosenkavalier“, Rossinis „Die Italienerin In Algiers“ bis zu Tschaikowskis kaum gespielter Oper „Pique Dame“.

Im Rahmen von „Tanzplan Bremen“ gastiert das Norddeutsche Theatertreffen erstmals in Kiel. Erwartet werden im Mai 2009 die Kompanien verschiedener städtische Bühnen, freie Truppen und Kinder – und Jugend-Tanzprojekte. Überdies erwartet Ballettchef Mario Schröder das australische Queensland Ballett und international renommierte Truppen zu einer Gala während der Kieler Woche 2009. Einen Einblick in seine Arbeit gibt der amerikanische Choreograf Christopher Bruce. Die Choreografen-Debütanten der Haustruppe stellen ihre Vorstellungen bei einem weiteren Abend der Reihe „Dans_Art“ vor.

Wiederaufnahmen

Im Musiktheater werden „Comedian Harmonists II“, „Turandot“, “Carmen“ und das Musical „Linie 1“ wieder aufgenommen. Für das Tanztheater gilt dies für die viel beachteten Schöpfungen „Le Sacre du printemps“ und „Die Traumschläfer“.

Das Schauspiel eröffnet die Spielzeit mit Zuckmayers einst gefeiertem „Des Teufels General“. Das klassische Sprechtheater ist mit Oskar Wilde, einer Werther-Dramatisierung, Arthur Miller und Molière vertreten. Hillel Mittelpunkts „Der Unfall“ erlebt im April 2009 die deutschsprachige Erstaufführung, während das Flensburger Autoren-Ehepaar Robert Habeck und Andrea Paluch mit ihrem im kommenden Dezember uraufzuführenden „Neunzehnhundertachtzehn“ an den 90. Jahrestag des Kieler Matrosenaufstandes erinnern. In einer weiteren Uraufführung im Studio setzen sich Schauspieler und Laien mit dem Tod des früheren Ministerpräsidenten Uwe Barschel auseinander. Das weitere Programm nennt Werke von Strindberg, Lars von Trief und zeitgenössischen Autoren.

Bert Brechts berühmtes Lehrstück „Die Ausnahme und die Regel“ kommt im Theater im Werftpark heraus. Dort wird das Ballett auch das. Jugendstück “Piroska“ heraus bringen. Dem Kieler Publikum steht eine spannende Saison bevor.