Höllentalklamm - Naturschönheit unterhalb der Zugspitze

Wegweiser an der Eingangshütte - Neda Savkovic
Wegweiser an der Eingangshütte - Neda Savkovic
Tiefe Schluchten und atemberaubende Felsdurchgänge - ein Ausflug in der Zugspitzregion zum Naturspektakel der Höllentalklamm bei Garmisch-Partenkirchen.

Ein grünes Fähnchen, ein leerer Kreis und oftmals die Worte „einfache Wanderung“ oder „konditionell wenig anspruchsvoll“. Viele Alpinführer beschreiben die Tour in die Höllentalklamm als „leicht“ und „familiengeeignet“. Ein ziemlicher Kontrast zum mystisch-martialisch anmutenden Namen der Klamm, der allerdings auch nicht von der „Hölle“ herrührt, sondern sich von dem Begriff „Höhlen“ ableitet. Höhlen, die der Hammersbach hier durch den Berg getrieben und damit eine beeindruckende Schlucht geschaffen hat.

Der Einstieg in die Klamm

Am Einfachsten ist der Aufstieg von Grainau aus (Garmisch-Partenkirchen), im Ortsteil Hammersbach (wie der gleichnamige Fluss) gibt es genügend Parkplätze. Ein gut ausgebauter Forstweg führt circa 2,7 Kilometer durch den Wald direkt zur Klammeingangshütte. Nach der Durchquerung der Klamm bietet die Höllentalangerhütte erneut eine Einkehrmöglichkeit. Von der dieser aus kann man dann weiter verschiedene Wanderwege einschlagen. Da man in der Hütte auch übernachten kann, wird diese gern als Zwischenstation für Touren aller Art Richtung Zugspitze genutzt (zum Beispiel Zugspitzbegehung über den Höllentalferner).

Die Klamm kann natürlich auch von der anderen Seite begangen werden und dient so oft als Ausklang für die anspruchsvolleren Routen über diverse Klettersteige und Wanderwege (Stangensteig, Osterfelderkopf) im Zugspitzmassiv. Da die Klamm vom Alpenverein gepflegt und von freiwilligen Helfern jedes Jahr aufs Neue mit Holzstegen ausgestattet wird, muss man für die Begehung (egal von welcher Seite aus) 3 Euro Eintritt für Erwachsene, für Kinder und Mitglieder des Alpenvereins 1 Euro bezahlen. Die Gebühr wird an der Eingangshütte erhoben, bei großem Andrang kann es sein daß man schon mal Schlange stehen muß. Allein deswegen empfiehlt es sich, so früh wie möglich mit dem Aufstieg zu beginnen.

Begehung der Klamm

Egal von welcher Seite man kommt, die Höllentalklamm ist ein einzigartiges Naturschauspiel und kann, im Gegensatz zur benachbarten Partnachklamm, nur in den schneefreien Monaten durchquert werden. Der Einsteig an der Eingangshütte führt zunächst an einem kürzlich errichteten Holzhäuschen vorbei, in dem seit Neuestem ein kleines Museum über die Historie der Klamm informiert. Danach geht es gleich los, wer sich an diesem Punkt noch nicht die Regenjacke oder den warmen Pullover übergestreift hat, wird spätestens nach der ersten Kehre in den Rucksack greifen. Die Wärme der Sonne verschwindet augenblicklich und man taucht ein in die Enge der nasskalten Schlucht.

Der knapp 1.000 Meter lange Weg führt über Holzstege, schmale Durchlässe, durch dunkle, niedrige Tunnel und überrascht nach jeder Biegung mit immer neuen Felsformationen, reißenden Wasserfallstufen und Ausblicken auf einen schmalen Streifen blauen Himmels – empor an bis zu 150 Meter hohen Felswänden. Zwischen moosbewachsenen Schluchtwänden die in der nebeligen Gischt des Wasser verschwinden und dramatischen Wasserläufen fallen immer wieder Zeugnisse vergangener Zeit ins Auge. Gesperrte Tunneleingänge und mancherlei Stahlteile sind Überbleibsel aus der Zeit, als in der Klamm Blei- und später Molybdänabbau betrieben wurde. Die Klamm wurde nach Beedigung des Bergbaus nach dem 1. Weltkrieg touristisch erschlossen, die schmalen Wege und Tunnel in den Fels getrieben und Routen befestigt.

Nach etwa 900 Metern öffnet sich die schmale Schlucht langsam und verbreitert sich auf bis zu 100 Meter, bis man am Ende den Aufstieg zur Höllentalangerhütte beginnen kann, die noch rund 20 Wegminuten entfernt ist. Spätestens dort kann man sich auch wieder von den Sonnenstrahlen aufwärmen lassen.

Die richtige Ausstattung

Die Wege der Klamm sind zwar befestigt, aber dennoch nass und rutschig. Stellenweise laufen Rinnsale und Bäche darüber und man kommt manchmal nicht daran vorbei, einige Schritte durch knöcheltiefes Wasser gehen zu müssen. Dazu kommen rutschige Holzstege und Felsgrate, die aus den recht schmalen Wegen herausragen. Trittsicherheit und Konzentration sind bei aller Faszination geboten - und vor allem das richtige Schuhwerk. Durch die Bezeichnung „leicht“ in vielen Reiseführern lassen sich Besucher gerne zu ungeeigneter Fußbekleidung verleiten. Und stehen dann mit durchnässten Stoffschuhen in einer eiskalten Klamm.

Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten und Begehbarkeit gibt es auf der offiziellen Webseite der Höllentalklamm und auf den Fremdenverkehrs-Informationsseiten der Region Garmisch-Partenkirchen.