Hohlfasern – moderne Textilfasern im Vergleich mit Daunen

Funktionstextilien - wärmend und schneller trocknend - sind Daunen überlegen. Keine Gans muss lebend gerupft werden.

Was will man?

Niemand will frieren. Also stellt sich immer wieder die Frage, welches Material besser wärmt: Natur oder Chemie? Doch die Frage nach der Wärmewirkung ist nicht die einzige, die sich stellt. Wie ist es mit den Trocknungseigenschaften? Durch Möglichkeiten, die die Forschung eröffnet hat, steigen auch die Ansprüche.

Daune keine Sicherheit, Tierqual nicht zu unterstützen

Über viele Jahre hinweg schien die Daune unübertroffen. Sie ist leicht und warm. Leider kann niemand ausschließen, auch gegen seinen Wunsch, doch Daunen aus Lebendrupf (Gänse werden mehrmals jährlich gerupft, wobei unter Umständen nicht auf Mauserzeiten geachtet wird und durch den Druck der Akkordarbeit keine Rücksicht mehr auf das Tier genommen wird.) zu erwerben, da für den Verbraucher die Herkunft der Daune nicht erkennbar ist. Viele Hersteller versuchen, diese brutale Tierquälerei nicht zu unterstützen, ein unabhängiges Gütesiegel - und damit mehr Sicherheit für den Käufer - fehlt aber noch. Außerdem besteht ein großer Nachteil der Daune gegenüber modernen Chemiefasern darin, dass das Naturprodukt, einmal nass geworden, schwer wird, sehr schlecht wieder trocknet und so für die erwünschte Wärmewirkung ausfällt.

Erste Schritte

In vielen Bereichen versucht man die Natur nachzuahmen, denn dort findet man Perfektion. Dass man sich gegen Kälte den Eisbären zum Vorbild nahm, liegt nahe. Zuerst musste man erforschen, was die enormen Wärmeeigenschaften des Eisbärfells genau ausmachen. Nachdem man herausgefunden hatte, dass jedes Haar des Tieres innen hohl ist, stand man vor der Aufgabe, das zu imitieren, was anfangs große Schwierigkeiten bereitete.

Fortschritt

Diverse „Imitate“ mit hervorragenden wärmeisoliernden Eigenschaften und dem großen Wärmerückhaltevermögen werden inzwischen angeboten. Außerdem bieten sie noch den Vorteil, dass sie unglaublich weich sind. Produkte mit Hohlfasern mit bis zu 7 „Löchern“ sind mittlerweile auf dem Markt und bei allen großen Outdoor-Spezialisten zu finden, denn außer der erstaunlichen Wärmewirkung ist das Material leicht, atmungsaktiv und sehr schnell trocknend. Es hat hervorragende Packeigenschaften und ist langlebig.

Eigenschaften

Es gibt eine lange Liste von Namen für Hohlfaserprodukte unterschiedlicher Hersteller. Die modernen Technofasern, unter anderem aus Polyamid oder Polyester hergestellt, auch mit Recyclingprodukten gemischt, werden für die unterschiedlichen Bedürfnisse in Funktionstextilien mit weiteren Eigenschaften ausgestattet: Reflektierend, Sonnenenergie speichernd, moskitosicher, schmutzabweisend, pilzvorbeugend, elastisch, wasserabstoßend bis wasserdicht, chemikalienbeständig und mehr. Bettdecken, auch für Allergiker interessant, werden für unterschiedlichste Wärmebedürfnisse angeboten.

Den Angaben der Hersteller nach, sind die Wärmeeigenschaften der modernen Fasern ebenso bis doppelt so warm wie Daunen. Handschuhe können extrem dünn und dennoch warm gefertigt werden. Hier ist der Vorteil leicht nachzuvollziehen: Fingerhandschuhe aus Daunenmaterial sind mit sinnvollen Trageeigenschaften nicht zu realisieren.

Müssen Gänse wirklich noch Federn lassen? Lebend niemals!

Ricarda Schünadel - freie Autorin - Roman, Kurzgeschichten

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