Die Stadt Hohnstein liegt auf einer Hochfläche oberhalb des Polenztales am Rand der Sächsischen Schweiz. Die einzigartige Felslandschaft lädt zum Wandern, Radwandern und Klettern ein. Polenztal, Hockstein, Waitzdorfer Höhe, Gickelsberg und Schwarzbachtal sind beliebte Ausflugsziele.

Sehenswürdigkeiten in Hohnstein

Rund um den Marktplatz und unterhalb der Burg erstreckt sich der historische Stadtkern von Hohnstein. Architektonisch wertvolle und gut erhaltene Bauten geben ihm ein mittelalterliches Flair.

Das Rathaus Hohnstein ist das älteste Gebäude der Stadt. Es entstand 1688. Neben einer Brauerei gab es Haus ab 1835 die erste Korkfabrik Deutschlands. Zum Rathaus wurde das Gebäude 1917 umgebaut. In den Gewölben der ehemaligen Brauerei ist heute der Ratskeller eingerichtet.

Die Hohnsteiner Stadtkirche gehört zu den schönsten Barockkirchen in Sachsen. Sie wurde als Nachfolgebau der beim Stadtbrand 1724 zerstörten alten Kirche nach Plänen des Ratszimmermeisters George Bähr aus Dresden von 1725 bis 1728 erbaut.

Burg Hohnstein

Die Burg Hohnstein ist die Attraktion in der Stadt. Sie erhebt sich am Nationalpark Sächsische Schweiz nahe der Bastei auf einem Felssporn 140 Meter hoch über dem Polenztal und der Stadt. Die mittelalterliche Burganlage wurde 1353 erstmals urkundlich erwähnt. Das Museum auf der Burg präsentiert die Geschichte der Burg und der Stadt. In der Naturkundeausstellung wird das Leben von Fledermäusen und Lachsen erläutert. Der Aussichtsturm bietet einen weiten Blick über die Umgebung. Die Burg ist auch Ausgangspunkt für den Hohnsteiner Naturlehrpfad.

Die Burg Hohnstein wurde vermutlich um 1200 als böhmische Grenzfeste zur Markgrafschaft Meißen angelegt. 1353 kam sie in den Besitz des böhmischen Adligen Hinko Berka von Dubá. 1443 ging die Burg Hohnsein als böhmisches Lehen an Kursachsen unter Friedrich dem Sanftmütigen. Die Wettiner nutzten die Burg für die Jagd und das Lachsstechen. De Burg war kurfürstliches Amt, Gericht und Gefängnis. I 17. und 18. Jahrhundert entstanden die meisten der heutigen Bauten der Burg, die 1639 erfolgreich eine Belagerung durch die Schweden überstand. Nach Auflösung des Amtes 1861 war auf der Burg unter anderem eine „Männerkorrektionsanstalt“ und ab 1919 ein Jugendgefängnis eingerichtet.

1925 wurde die Burg zur Jugendherberge mit rund 1.000 Schlafplätzen. . Sie galt als die schönste und größte Jugendherberge in Deutschland 1933/34 gab es hier ein Konzentrationslager. Im Zweiten Weltkrieg waren Kriegsgefangene auf der Burg untergebracht. Nach dem Krieg bot sie zunächst Flüchtlingen eine Zuflucht. 1949 wurde sie wieder zur Jugendherberge ausgebaut. 1953 wurde das Naturwissenschaftliche Nationalmuseum für Geologie, Botanik, Zoologie und Ökologie der Landschaft eingerichtet. 1997 übernahmen de Naturfreunde die Burg Hohnsein und betreiben hier ein Jugendgästehaus und das Museum.

Hohnstein und das Puppenspiel

Anfang der 1920er Jahre gründete Max Jacob das Puppentheater Die Hohnsteiner als Teil der Wandervogelbewegung. Später entstanden drei weitere Hohnsteiner Puppenbühnen um Friedrich Arndt, Erich Kürschner und Harald Schwarz. Max Jacob und Friedrich Arndt machten Die Hohnsteiner weltweit per Film, Fernsehen, Tonträger, Literatur und den in Serie hergestellte Handpuppen bekannt. Nach wie vor produziert die Hohnsteiner Handspielpuppenwerkstatt in Hohnstein ihre Puppen. Ein Puppentheater gibt es nicht mehr.

Geschichte der Stadt Hohnstein

Erstmals erwähnt wurde Hohnstein 1333 im Zusammenhang mit der weit eher erbauten Burg Hohnstein. Wahrscheinlich 1444 erhielt Hohnstein das Stadtrecht. 1724 wütete ein verheerender Stadtbrand. Etwa die Hälfte aller Häuser brannte aus. Von 1724 bis 1728 wurde die Stadtkirche nach Plänen von George Bähr wieder errichtet.

Der Bergbau begann 1522. Unterirdisch wurde Kalk abgebaut und in einem Brennofen aufbereitet. Aus der Ackerbauernstädtchen wurde eine Handwerkerstadt. Vor allem Leineweber waren hier tätig. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Fremdenverkehr für den Ort am Rande der Sächsischen Schweiz bedeutsam.

Lage und Anreise

Hohnstein und seine Ortsteile liegen auf oder nördlich der so genannten Lausitzer Überschiebung am Rande des Nationalparks Sächsische Schweiz. Das ist die Grenze zwischen dem Elbsandsteingebirge und dem von Granit geprägten Westlausitzer Berg- und Hügelland.

Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind Pirna an der A17 und Burkau an der A 4. Nach der Autobahn zunächst der Ausschilderung Bastei folgen.

In Kohlmühle gibt es einen Haltepunkt an der Bahnverbindung zwischen Bad Schandau und Bautzen über Sebnitz.

Literatur

  • Matthias Schober: Hohnstein und seine Umgebung in alten Ansichten, Verlag Europäische Bibliothek Zaltbommel 2002, ISBN 90-288-6694-9
  • Matthias Donath: Schlösser in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge. edition Sächsische Zeitung Meißen 2006

Steckbrief von Hohnstein

  • Bundesland: Sachsen
  • Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Höhe: 330 Meter über Normal Null
  • Fläche: 64,6 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2010: 3.519
  • Gemeindegliederung in 8 Ortsteile: Cunnersdorf, Ehrenberg, Goßdorf mit Kohlmühle und Waitzdorf, Hohnstein, Lohsdorf, Rathewalde mit Hohburkersdorf und Zeschnig, Ulbersdorf,
  • Anschrift der Gemeindeverwaltung: Rathausstraße 10, D-01848 Hohnstein
  • Städtepartnerschaften: Meersburg am Bodensee in Baden-Württemberg, Miltach in Bayern, Louveciennes in Frankreich, Budyne nad Ohrí in Tschechien

Quellen

  1. Stadt Hohnstein
  2. Burg Hohnstein