Hokusai – japanische Farbholzschnitte

Hokusai: Die große Welle vor Kanagawa - flickr/mj*laflaca
Hokusai: Die große Welle vor Kanagawa - flickr/mj*laflaca
Katsushika Hokusai ist einer der bekanntesten japanischen Künstler. Im 19. Jahrhundert löste er in Europa eine ganze Modewelle aus.

Neben Ando Hiroshige (1797-1858) ist Katsushika Hokusai der berühmteste Vertreter des japanischen Farbholzschnittes.

Biografie Katsushika Hokusai

Katsushika Hokusai wurde am 31. Oktober 1760 in Edo, im heutigen Tokio, geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und arbeitete schon in jungen Jahren bei einem Buchhändler, der auch Drucke in seinem Laden ausstellte. Das Interesse des Jungen war geweckt. Schon mit dreizehn machte Hokusai erste Erfahrungen als Holzschneider. In der Werkstatt von Katsukawa Shunsho war er als Illustrator beschäftigt. 1779 veröffentlichte er seine ersten Arbeiten, die bereits seine scharfe Beobachtungsgabe zeigten.

Nach 1785 wanderte Hokusai durch Japan. Um seinen Stil zu perfektionieren, wurde er Schüler bei mehreren Lehrern und wechselte dabei auch mehrfach seinen Namen. Der Name Hokusai taucht 1800 zum ersten Mal auf. Er nahm nun auch eigene Schüler an, die er im Holzschnitt und der Zeichenkunst unterrichtete. Hokusai lebte für sein künstlerisches Schaffen. Aus Geld und Luxus machte er sich nichts. Seine bescheidenen berühmten letzten Worte auf seinem Sterbebett am 10. Mai 1849 sollen gewesen sein: "Wenn der Himmel mir noch fünfzig Jahre geschenkt hätte, dann wäre ich wirklich ein Maler geworden.“

Hokusais unverwechselbarer Stil

Hokusai war ein wissbegieriger Künstler, der seine Fühler nach allen Seiten ausstreckte und sich mit den verschiedensten Stilrichtungen von der chinesischen Malerei bis zum europäischen Kupferstich auseinandersetzte. Er lässt sich in keiner der berühmten Schubladen unterbringen, sondern pflegte einen eigenen unverwechselbaren Stil, zu dem er gegen Ende des 18. Jahrhunderts gefunden hatte:

Seine Landschafts- und Figurenzeichnungen unterscheiden sich stark vom formalisierten Stil der japanischen Farbholzschnitte und dabei bewegt er sich doch immer im Rahmen der Tradition der üblichen linearen und kalligrafischen Elemente.

Anders als die Arbeiten seiner Zeitgenossen, zeigen Hokusais Holzschnitte mehr Realitätsbezug, sind lebendiger, gefühlsbetonter – manchmal auch humorvoll oder ein bisschen sarkastisch – und weniger steif. Hokusai wollte kein Abbild der Natur schaffen, sondern die Essenz der Landschaft aufs Papier bringen. Er fertigte Skizzen in der Natur an und perfektionierte sie dann. So entsteht am Ende eine Landschaft, die Hokusais ausgeprägtes Gefühl für das subtile Gleichgewicht zwischen Detail und Fläche widerspiegelt und dennoch eine völlig natürliche Landschaft zu sein scheint.

Hokusais Bilder werden dem populären Genre der ukiyo-e (jap.:"Bilder der fließenden Welt") zugezählt.

Hokusais künstlerisches Werk

Neben Gedicht- und Romanillustrationen schuf Hokusai 1814/1815 die Manga, was so viel heißt wie "zwangloses“ oder "ungezügeltes Bild“. Es handelt sich um eine Art Bilderenzyklopädie in fünfzehn Bänden, in denen Szenen aus dem japanischen Alltag geschildert werden.

Auch schrieb Hokusai selbst volkstümliche Romane, die er mit eigenen Illustrationen versah.

Nach 1824 finden sich hauptsächlich Landschaftsdarstellungen in seinem Werk. Am bekanntesten sind die 36 Ansichten des Berges Fuji, die zwischen 1830 und 1836 entstanden und in denen er die Landschaft rund um den höchsten Berg Japans darstellte. Das populärste Bild dieses Zyklus ist Die große Welle vor Kanagawa, vielleicht weltweit das bekannteste japanische Kunstwerk.

Zwischen 1827 und 1830 schuf er außerdem Ansichten berühmter Brücken verschiedener Provinzen.

Hokusais Arbeiten markieren den Höhepunkt der japanischen Farbholzschnitte. Die Nachfrage nach Farbholzschnitten war so groß geworden, dass massenhafte Auflagen produziert wurden, die auf Kosten der Qualität gingen.

Auch in Europa fanden die japanischen Farbholzschnitte mehr und mehr Anhänger. Sie inspirierten nicht nur Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec und Vincent van Gogh, sondern lösten eine ganze Modewelle aus. Der Japonismus, die Japan-Mode, übte Einfluss auf den Jugendstil, den Kubismus und den Impressionismus aus und hielt Einzug in viele Lebensbereiche im westlichen Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Ursula Kohaupt - Hineingeboren in die Generation Golf, aufgewachsen in Bayreuth und Kunstgeschichte studiert in Bamberg, Marburg & London. Danach sechs ...

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