Hollywood als jüdische Erfindung - Eine Erfolgsgeschichte

Die berühmten weißen Buchstaben in LA- Hafen der cinegrafischen Sehnsüchte. - Nockewell  / pixelio.de
Die berühmten weißen Buchstaben in LA- Hafen der cinegrafischen Sehnsüchte. - Nockewell / pixelio.de
Die ersten Hollywoodstudios wurden durch jüdische Einwanderer gegründet. Ihnen verdanken wir die magische Welt des US-Kinos.

"Hollywood" begann nicht in Kalifornien, sondern eigentlich in New York. Federführend waren viele jüdische Einwanderer aus Europa. Unter ihnen der legendäre Adolph Zukor, späterer Chef der Paramount-Studios.

Wie „Hollywood“ in New York begann

Als Adolph Zukor (Lebenslauf auf imdb) aus einer kleinen ungarischen Gemeinde nach New York auswanderte, war er gerade erst 16 Jahre alt. Der spätere Chef von Paramount machte sich zuerst als Designer einen Namen. Er besaß bald auch ein Pelzunternehmen mit 25 Mitarbeitern. Zukor wurde aber 1903 durch einen Besuch in einer Spielhalle mit dem „Kino-Virus“ infiziert. Er bewunderte die neuen Guckkastengeräte mit beweglichen Bildern des Erfinders Thomas Edison. Bald eröffnete er selber eine Spielhalle und schließlich auch elegante Filmtheater. Die hauptsächlich aus Einwanderern bestehenden Zuschauer strömten in Scharen zu den Vorführungen. Zukor engagierte sich nun zusätzlich im Filmverleih und letztlich auch in der Filmproduktion. Dies alles geschah wohlgemerkt in New York. Der Wechsel nach Hollywood ereignete sich erst später. Vor 100 Jahren übersiedelte Zukor und andere angehende Studiogründer in das sonnige Kalifornien. Einerseits regnete es dort sehr selten, wodurch besser gedreht werden konnte. Andererseits aber waren im Süden die Löhne billiger und die Gewerkschaften fehlten. Zusätzlich „erleichterte“ der Streit mit der „Edison-Trust“ (hohe Gebühren aus Patentrechten für die Verwendung von den technischen Geräten) den Auszug aus New York.

Hollywood wird unter den genialen Gründern zur Filmmetropole

Neben Zukors Paramount etablierten sich mehrere Film-Produktionsstätten in Hollywood. Fast alle Studio-Gründer waren jüdische Einwanderer aus Osteuropa. Louis B. Meyer, der Sohn eines armen Schrotthändlers, wurde der Boss von Metro-Goldwyn-Mayer. Damals avancierte MGM zum größten Filmstudio und produzierte unter anderem den berühmten Südstaaten-Epos „Vom Winde verweht“. Die „Warner Brothers“ machten auf sich mit Gangsterfilmen aufmerksam. Universal Pictures ließ den Wilden Westen und Frankenstein auferstehen. Und die Paramount-Studios produzierten Marlene-Dietrich-Filme und Literaturverfilmungen. Die Filmemacher wussten mit ihren atemberaubenden Geschichten, den Abenteuern, der subtilen Erotik und dem ewigen Mythos der Liebe, den Filmgeschmack aller sozialen Schichten abzudecken.

Zweiter Weltkrieg, Kommunismus und Propaganda in Hollywood

Anfangs hatte Nazi-Deutschland scheinbar keine Auswirkungen auf Hollywood. Erst als die USA in den Krieg eintrat, bekamen die Studios den Auftrag der US-Regierung, Anti-Nazi-Filme zu drehen. Nach dem Ende der schrecklichen Ereignisse und dem Anfang des Kalten Krieges, musste sich Hollywood dann als antikommunistisch beweisen. Bereits in den 1930er Jahren waren Vorwürfe aufgetaucht, dass die US-Filmindustrie kommunistische Propaganda verbreiten würde. Im Jahr 1947 kam es sogar zu Prozessen wegen vermeintlichen kommunistischen Aktivitäten. Kritisiert wurden Filme, die entweder den Antisemitismus verurteilt oder die Sowjetunion in Kriegszeiten als Verbündete positiv dargestellt hatten. Schließlich wurde unter anderem eine schwarze Liste von angeblichen oder echten Kommunisten angelegt. Gegen diese Künstler wurde ein Berufsverbot in den Filmstudios verhängt.

Hollywood heute

Neben den heutigen jüngeren Filmstätten bürgen einige der großen alten Studios noch immer für filmische Qualität. Die Trennung von Produktion, Kino und Vertrieb ist längst Geschichte. Die Regisseure genießen mehr Freiraum als jemals zuvor. Auch heute noch prägen Schauspieler und Filmemacher jüdischer Abstammung, mit ihrer Arbeit die Traumfabrik Hollywood. Schließlich ist Hollywood, nicht umsonst eine jüdische Erfindung- und eine Erfolgsgeschichte bis heute.

Quellen: Wiener Zeitung- Österreichische Tageszeitung seit 1703. Feuilleton: Wie Juden Hollywood erfanden [Seite 13].

Glogger, Helmut-Maria: Hundert Jahre Hollywood. Die Geschichte der Traumfabrik.

(Luebbe Verlagsgruppe)

Dazu: Ausstellung ab Mittwoch dem 19. Oktober 2011 im Jüdischen Museum in Wien: „Bigger Than Life. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfindung“.

Bildquellenangabe: Nockewell / pixelio.de

Csaba Lendjel, Mag. - Geboren im Jahr 1977 in Baden-Württemberg, Schule und Universitätsausbildung im Bereich Sprachen und Literatur. Derzeitige ...

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