Hollywood-Diva Greer Garson als "Mrs. Miniver"

William Wylers einfühlsames Propagandakino wurde mit Oscars belohnt.

Inhalt, Kritik und Hintergundinformationen bezüglich des Hollywood-Klassikers "Mrs. Miniver" von William Wyler.

Greer Garson – sie wollte nie zum Film, weil sie sich selbst als nicht photogen betitelte. 1942, fünf Jahre nach ihrem Leinwanddebüt, ehrte man sie mit dem Oscar für die beste weibliche Hauptrolle für ihre Darstellung der „Mrs. Miniver“ in dem gleichnamigen Film.

Mrs. Miniver und ihre Familie

Im Mittelpunkt der handlungsreichen Geschichte von "Mrs. Miniver" mit Greer Garson steht die bürgerliche Kay Miniver, die mit ihrem Mann, dem Architekten Clem, und ihren Kindern in dem beschaulichen Belham wohnt. Ein Leben voller Frohsinn und scheinbar ohne Sorgen. Ihr ältester Sohn Vin lernt die hübsche Carol Beldon kennen und lieben; eine Verbindung, die die blaublütige Tante der jungen Frau, Lady Beldon, nicht gutheißen kann. Doch Mrs. Miniver kann die Aristokratin vom Gegenteil überzeugen. Das junge Paar heiratet.

Propagandakino vor realistischem Hintergrund

In dieses beschauliche Landleben schleicht sich der Schrecken des Krieges ein. Während Clem sich mit seinem Motorboot als Freiwilliger meldet, um mit 10.000 anderen Freiwilligen bei Dünkirchen eingeschlossene alliierte Truppen zu befreien, kämpft Mrs. Miniver an der heimischen Front. Ein versprengter deutscher Fliegersoldat findet sich auf der Flucht plötzlich in ihrem Garten wieder und wird von ihr der Polizei übergeben. Später droht Belham von der deutschen Luftwaffe dem Erdboden gleichgemacht zu werden. Doch die Bewohner halten an ihrem Alltag fest, geben die Hoffnung nicht auf und inszenieren sogar die alljährliche Preisverleihung der Blumenzüchter, die wiederum durch einen Luftangriff ein jähes Ende findet. Dabei kommt Carol zu Tode und auf der Begräbnisfeier spricht der Priester in einer ergreifenden Rede über den Kriegsschrecken, und dass man die Hoffnung auf ein friedvolles Leben niemals aufgeben darf, wenn es noch Menschen gibt, die den Mut besitzen, sich dem Bösen zu widersetzen.

Wohlverdienter Oscar für Greer Garson

Die Figur der charakterstarken Mrs. Miniver wird eindrucksvoll durch den Hobby-Gärtner Mr. Ballard eingeführt, der seiner Rosenzüchtung ihren Namen geben will. Der Grund liegt in Mrs. Minivers aufrechter und stolzer Natur, sowie in ihrem freundlichen Wesen und ihrer Schönheit verborgen. Basierend auf diesen Attributen stellt sich die englische Schauspielerin Greer Garson. Sie schafft es auf brillante Weise der Figur der Mrs. Miniver Leben einzuhauchen, und dass ohne die für die damalige Zeit so berüchtigte Theatralik, sondern allein durch ihre ausdrucksstarke Mimik. Belohnt wurde sie dafür verdientermaßen mit dem Oscar, für den sie sich in einer legendären Rede von fünf Minuten, bei der Academy bedankte.

William Wyler machte eine inszenatorische Gradwanderung

Ein weiterer Oscar – von insgesamt sechs, und fünf weiteren Nominierungen – ging an William Wyler für die beste Regie. Der bekannte Epen-Regisseur („Weites Land“; „Ben Hur“) schaffte die erstaunliche Gradwanderung zwischen pathetischer Propaganda und realistisch gezeichnetem Zeitgeschehen exzellent.

Während der Krieg tobt und Belham jeden Moment mit einem weiteren Luftangriff rechnen muss, beschließen die Einwohner ihr Leben im alten Rhythmus weiterzuleben. Dies erklärt sich in keiner Weise durch eine Ignoranz des Kriegsgeschehens gegenüber, sondern allein in deren Mut und deren Hoffnung. Gleichzeitig bezeichnet diese Szene die Reformation der Aristokratin Lady Beldon, die ihren über alles geliebten Preis verdientermaßen dem alten Schaffner Mr. Ballard für seine Züchtung der Mrs.-Miniver-Rose überlässt. Diese Szenenabfolge kommt zwar sowohl propagandistisch daher, als auch äußerst gefühlvoll, ohne aber eine einzige Sekunde peinlich pathetisch oder kitschig zu sein.

Zum realistisch gezeichneten Zeitgeschehen zählt definitiv die bereits angesprochene Parallelhandlung der Befreiung der Alliierten bei Dünkirchen und die Auseinandersetzung zwischen Mrs. Miniver und dem deutschen Soldaten. Auch in diesen Szenen bleibt sich der Film treu und zeichnet ein Bild der Zeit und ihrer Hauptfigur, ohne die stolze und mutige Mrs. Miniver als Über-Frau darzustellen.

Definitiv ein Film, den man gesehen haben muss, wenn man ein Liebhaber des alten Hollywoods ist.

Mrs. Miniver (Mrs. Miniver), ca. 128 Minuten, USA 1941

Daniel Stenmans - 17.11.1979 in Goch, Kreis Kleve, geboren. 1999 Abschluss am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer mit Abitur. Ausbildung zum ...

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