Holstein Kiel: Belagerungszustand bei der Pressekonferenz

Der Presseandrang war riesig - Holstein Kiel
Der Presseandrang war riesig - Holstein Kiel
Vor dem Schlagerspiel gegen Borussia Dortmund im Viertelfinale des DFB-Pokals am 7. Februar gab es in Kiel Presseauftrieb wie in der Bundesliga

Einen solchen Presseauftrieb hatte der „Underdog“ unter den im Viertelfinale des DFB-Pokals verbliebenen Mannschaften nicht erwarten können. Im Viertelfinale des laufenden Pokalwettbewerbs tummeln sich neben Holstein Kiel aus der vierten Liga mit Bayern München, Borussia Dortmund, VfB Stuttgart, Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und 1899 Hoffenheim sechs Vereine aus der ersten Bundesliga und mit Greuther Fürth ein Verein aus der zweiten Liga. Sie alle sind den üblichen Presserummel vor, während und nach einem Bundesliga-Spiel Woche für Woche gewohnt. Nicht so Holstein Kiel.

Plötzlich 60 statt 5 Pressevertreter

Im normalen Punktspielbetrieb, selbst vor Schlagerspielen, laufen Pressekonferenzen des KSV Holstein Kiel beschaulich und im familiären Rahmen ab. Üblicherweise werden sie von den Kieler Nachrichten, NDR 1 Welle Nord und R.SH mit insgesamt maximal fünf Journalisten besucht.

Vor dem „Spiel der Spiele“ von Holstein Kiel gegen den amtierenden Deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund lief am 3. Februar die Pressekonferenz völlig anders: Die drei Sitzungsräume in der Geschäftsstelle von Holstein Kiel reichten kaum aus, um die interessierten Journalisten aufzunehmen. Selbst aus dem fernen Japan waren fünf Journalisten angereist und auf der Pressekonferenz erschienen, weil sie für ihre japanische Kundschaft in Presse, Funk und Fernsehen über den Dortmunder Shinji Kagawa aus Kiel berichten wollen.

Trainer und vier Spieler standen für Interviews zu Verfügung

Den interessierten Fragen der zirka 60 Medienvertreter stellen sichTrainer Thorsten Gutzeit und die vier Spieler Kapitän Christian Jürgensen, die Routiniers Rafael Kazior und Fiete Sykora sowie sowie der 21-jährige Dan-Patrick Poggenberg. Sogar die Flure der Geschäftsstelle mussten aus Platzgründen als Orte für die Interviews herhalten. Die Spieler konnten verkünden, dass sie nach der Winterpause jetzt wieder beschwerdefrei seien und alle Spieler für das Spiel des Jahres gegen den Deutschen Meister Dortmund alles geben werden. Der bekennende Dortmund-Fan Poggenberg bemerkte, dass am 7. Februar nur der Erfolg Holstein Kiels zählen werde. Trainer Gutzeit konnte berichten, dass bei allen Holstein-Akteuren zu spüren sei, dass die Freude auf das Highlight am Dienstag von Tag zu Tag steige.

Bis zum Tag vor dem Spiel sei die Mannschaft erst einmal abgeschirmt, da das eigene Trainingsgelände in Kiel vereist sei. Deshalb habe sich der Verein entschlossen,kurzfristig ein Kurztrainingslager im dänischen Lügumkloster anzuberaumen. Dort sei die hochmoderne Anlage in gutem Zustand, sodass den Spielern Spielpraxis eingeräumt werden könne.

Presserummel und Prognosen von „Keine Chance“ bis „Alle 100 Jahre Meisterschaft“

Bisher seien, wie Holstein-Pressesprecher Patrick Nawe mitteilte, zum Spiel 175 TV- und Hörfunkjournalisten, 60 Vertreter der Printmedien und 40 Fotografen akkreditiert worden. Einen solchen Presseandrang habe es in Kiel für ein Spiel des KSV Holstein Kiel noch nicht gegeben. In der Bevölkerung sei durchaus leichter Optimismus für den Ausgang des Spiels aus Kieler Sicht wahrnehmen, sodass auch bei den Zuschauern die Spannung und Vorfreude immer steige. Leider sei ein Public Viewing nicht möglich gewesen. Aber es sei wichtig, dass das Spiel auf dem eigenen Platz ausgetragen werden könne.

Die Kieler Nachrichten haben auf Seite drei ihrer Wochenend-Ausgabe sogar angedeutet und gefragt, warum nicht Holstein Kiel alle 100 Jahre einen Coup landen könne. Nach dem Gewinn der Deutschen Fußball-Meisterschaft im Jahr 1912 könne sich Holstein Kiel jetzt 100 Jahre später mit dem Titel eines Deutschen Pokal-Siegers von 2012 schmücken.

Der KSV Holstein Kiel habe sich im laufenden DFB-Pokal-Wettbewerb zu einem wahren Pokalschreck entwickelt und nacheinander Zweitligist Energie Cottbus mit 3:0 , Zweitlist MSV Duisburg mit 2:0 und Erstligist Mainz 05 mit 2:0 aus dem Wettbewerb geworfen. Wenn auch gegen

den Deutschen Meister nicht wieder ein "zu null-Spiel" zu erwarten sei, könne es dennoch eine Überraschung geben, und wenn das im Elfmeterschießen geschehe...

Quellen: Holstein Kiel, DFB

Dieter Helmut, Dieter Helmut

Dieter Helmut - Dieter Helmut ist Jurist im Ruhestand und schreibt seit Dezember 2010 für suite101. Seine Themenschwerpunkte sind aktuelle ...

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