Bei anhaltendem Erbrechen und Durchfall ist eine schulmedizinische Untersuchung erforderlich, da sich dahinter ernste Erkrankungen verbergen können. Für geschwächte Patienten oder Kleinkinder können Erbrechen und Durchfall sehr anstrengend und durch den Flüssigkeitsverlust gefährlich werden. Brühe oder verdünnter Fruchtsaft, in schlimmeren Fällen der Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker, sind hier zu empfehlen.

Als Dosierung befürwortet der amerikanische Homöopath Dr. med. Roger Morrison in beiden Fällen, das gewählte Mittel nach jedem Erbrechen oder jedem Stuhlgang in der C30 zu verabreichen, bis zu 6x täglich. Mit zunehmender Besserung werden die Globuli automatisch seltener genommen und die Wirkung des Arzneimittels läuft somit allmählich aus.

Homöopathische Möglichkeiten bei Übelkeit und Erbrechen

Folgende bewährte Mittel kommen in Betracht:

  • Arsenicum album – hilft bei Lebensmittelvergiftung und akuter Magenschleimhautentzündung (Gastritis) durch Lebensmittelvergiftung. Das Erbrechen bringt keine Erleichterung. Gewöhnlich kommt es zu stark brennenden Schmerzen. Das Erbrochene ist ätzend. Ruhelosigkeit tritt auf, ebenso wie großer Durst auf kleine Schlucke Wasser, die leider oft wieder erbrochen werden. Schlimmer wird es durch kalte Getränke während warme Getränke und Milch den Zustand verbessern.
  • Bryonia – bei akuter Gastritis. Der Bauchbereich fühlt sich wund an oder sticht. Anwinkeln der Beine erleichtert. Schlimmer wird es durch die geringste Bewegung oder Erschütterung. Der Patient ist reizbar und möchte in Ruhe gelassen werden.
  • Chelidonium – nützt bei akuter sowie chronischer Gastritis. Der Schmerz strahlt oft in den Rücken aus, besonders zum rechten Schulterblatt. Besser wird alles durch warme Getränke, besonders warme Milch.
  • Cocculus – hier haben wir ein erprobtes Mittel gegen Reisekrankheit, egal ob die Übelkeit durch Fahren mit dem Auto, Schiff oder mit sonstigen Fortbewegungsmitteln entsteht. Es kommt zu einem Leeregefühl im Magen, verbunden mit Schwindel. Selbst der Anblick von Gegenständen, die sich bewegen, verursacht Übelkeit und Schwindel.
  • Ipecacuanha – fürchterliche Übelkeit oder Empfindung, als hinge der Magen herab. Das Erbrechen verschafft keine Linderung. Trotz der Übelkeit ist die Zunge sauber und rot.
  • Lycopodium – wird bei akuter und chronischer Gastritis, häufig verbunden mit Lebererkrankungen, benutzt. Schmerzen finden sich rechts. Die Schmerzen sind fast immer begleitet von Aufstoßen und Blähungen, was nicht oder nur kurz bessert. Eine Verschlimmerung kommt häufig nachmittags bis abends vor.

Globuli, die bei Sodbrennen helfen

Bei diesem Beschwerdebild werden die Globuli ein- oder zweimal täglich in der D12 eingenommen. Wirksame Mittel sind:

  • Nux vomica – Sodbrennen nach Ärger oder Aufregung. Managerstress, sauer auf sich und die Welt. Nach Feiern, Überessen und zu viel Alkohol.
  • Robinia – nach dem Essen saures Aufstoßen mit sehr viel Säure. Die Zähne können davon stumpf und sauer werden.
  • Phosphorus – nächtliche Säure und Brennen. Steht auf, um zu essen und zu trinken, wobei kalte Getränke bessern.

Mit Homöopathie gegen Durchfall

Bei der Selbstbehandlung des Durchfalls sollte das korrekte Mittel eine Reaktion innerhalb weniger Stunden zeigen. Eine wirksame Ergänzung ist eine Diät aus Bananen, weißem Reis, geriebenem Apfel und Zwieback. Wichtig kann auch die Unterstützung mit Gaben von Zink, Magnesium und Kalium sein. Hilfreiche homöopathische Mittel sind:

  • Aloe – bei akutem Durchfall mit viel Blähungen und Herausspritzen bis zum unfreiwilligen Stuhlabgang. Nützt auch bei chronischem Durchfall, wenn sich dieser mit Verstopfung abwechselt. Der Stuhl kann mit Schleim einhergehen.
  • Antimonium crudum – hilft bei Sommerdurchfall nach Baden und Schwimmen an heißen Tagen. Auch bei Durchfall aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten anzuwenden.
  • Argentum nitricum – Durchfall bei Angst oder Erregung wie Prüfungsangst. Es besteht ein Verlangen nach Süßigkeiten, die der Patient nicht verträgt.
  • Arsenicum album – Brechdurchfall und Durchfall. Der Stuhl ist scharf und brennend. Trotz zunehmendem Kräfteverfall besteht Ruhelosigkeit. Viel Durst ist vorhanden, dabei können aber nur geringe Mengen Wasser aufgenommen werden.
  • Phosphorus – hilft bei Durchfall und Darmentzündung. Dabei bessern kalte Getränke und Speisen, besonders Speiseeis. Besser wird das Befinden auch durch Reiben des Bauches und durch Gesellschaft.
  • Sulfur – wird bei Reizdarm und Darmentzündung genommen. Es kommt zu Juckreiz oder Brennen am Rektum. Jeden Morgen wird der Patient durch starken Stuhldrang geweckt. Der Stuhl stinkt sehr, meist wie faule Eier. Durchfall, der in Folge einer Antibiotikabehandlung auftritt, spricht gut darauf an.

Die homöopathische Behandlung bei Verstopfung

Bei der Dosierung gehen Sie so vor, wie unter Sodbrennen beschrieben. Folgende Globuli werden eingesetzt:

  • Aluminia – der Stuhl kann hart oder weich sein, es besteht kein Drang. Die Entleerung geht oft nur stückchenweise vonstatten.
  • Bryonia – wenn die Stühle sehr trocken und groß sind und wie verbrannt aussehen, wird dieses Mittel eingesetzt.
  • Lycopodium – dieses Mittel hilft, wenn der Stuhl zuerst hart ist und zum Ende hin weich wird. Darmgeräusche treten auf.
  • Opium – nützt bei alten Menschen, wenn der Bauch aufgetrieben ist. Die Betroffenen sind oft schläfrig und schwindelig. Kann bei Verstopfung nach einer Operation hilfreich sein.
  • Plumbum – hilft bei Verstopfung mit Koliken und Stuhldrang. Der After ist wie zugeschnürt und verkrampft.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt- niemals ersetzen kann

Quellen:

Enders, Norbert Dr.med., Bewährte Anwendung der homöopathischen Arznei Band 1, Haug Verlag, Heidelberg 1999

Morrison, Roger Dr. med., Handbuch der Pathologie zur homöopatischen Differentialdiagnose, Kai Kröger, Groß Wittensee 1999

Lehrmaterial von Feloidea, Institut für Fernstudium in klassischer Homöopathie, Modul 1