Honda S 800: Das erste Auto der Japaner in Deutschland

Der S800 war der erste Honda in Deutschland - Honda
Der S800 war der erste Honda in Deutschland - Honda
Honda bietet seit 50 Jahren seine Produkte in Deutschland an. Den Start machten die Japaner mit Motorrädern. 1967 folgt das erste Automobil: der S 800.

Der Honda S 800 war das erste Automobil eines japanischen Herstellers, das auf dem deutschen Automarkt verkauft wurde. Der Verkaufsstart des als Coupé oder Cabrio erhältlichen Wagens datiert auf das Jahr 1967.

S 800-Triebwerk vom Motorrad-Motor abgeguckt

Der S 800 beeindruckte bei seiner Ankunft auf dem deutschen Markt die Fachpresse. Das Motörchen unter der Haube maß gerade mal 751 Kubikzentimeter und entwickelte eine Maximalleistung von damals stattlichen 67 PS. Der Vierzylinder war ein abgewandelter Motorrad-Motor, der dank nadelgelagerter Kurbelwelle Drehzahlen bis 10.000 Umdrehungen je Minute aushalten konnte. Die Nadellagerung diente dazu, Reibungsverluste und Probleme bei der Kühlung und Schmierung klein zu halten. Das Aggregat verfügte über zwei oben liegende Nockenwellen und vier Drosselklappen-Einzelvergaser. Dass das mit Wasser gekühlte 0,8-Liter-Maschinchen aus Aluminium-Druckguss die hohen Drehzahlen aushielt, bewies Honda nach eigenen Angaben bei einem Test auf dem Prüfstand, der an der Technischen Hochschule in Braunschweig durchgeführt wurde. Dabei wurde die Drehzahl des Motors Schritt um Schritt erhöht auf 12.000 Umdrehungen je Minute – ehe es zum großen Knall kam: Der Prüfstand war geborsten.

Im S 800 selbst erreichte der 0,8-Liter die Maximalleistung bei 7570 Umdrehungen je Minute. Das maximale Drehmoment gab Honda mit 69 Newtonmetern bei 5800 Umdrehungen je Minute an. Die Kraft übertrug ein synchronisiertes Viergang-Getriebe. Das reichte dicke, um den annähernd 800 Kilogramm schweren S 800 in 13,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Maximalgeschwindigkeit wurde bei 160 km/h erreicht.

Leiterrahmen mit Ganzstahlkarosserie

Bei der Konstruktion der Karosserie setze Honda auf einen Leiterrahmen mit Ganzstahlkarosserie. Beim Fahrwerk kamen vorne Einzelradaufhängung, Querlenker, Drehstäbe, Stoßdämpfer und Stabilisatoren zum Einsatz. Hinten gab man der Starrachse, Lenkslenkern, Federbeinen und Panhardstäben den Vorzug. Karg gab sich Honda beim Farbangebot für die Außenlackierung: Das Coupé Mark II gab es in Deutschland in den Farben Rot, Weiß und Silber. Das Cabrio war in rot, weiß oder gelb zu haben. Das Interieur war einheitlich schwarz.

Anfang des Jahres 1968 kam der S 800 Mark III auf den Markt. Technisch verfügte er über einen Vergaser mit Beschleunigerpumpe und eine Zweikreisbremsanlage. Optisch war er an den im Kühlergrill integrierten Blinkern zu erkennen. Für die Scheiben wurde von da an Verbundglas verwendet. Bei seinem Debüt 1967 verlangte der Honda-Händler für einen S 800 knapp 8000 DM.

S 800: Im Motorsport erfolgreich

Im Jahr der deutschen Markteinführung nahm der Japaner Tetsu Ikuzawa mit einem S 800 Cabrio an einem 500-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring in der Eifel teil. Dabei legte der Japaner 20 Runden zurück und war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 120 km/h unterwegs. Ikuzawa trat mit seinem Gefährt in der Rennklasse bis 1000 Kubikzentimeter an. Es folgten Teilnahmen des S 800 Cabrio beim 1000-Kilometer-Rennen im selben Jahr und beim Zwölf-Stunden-Rennen im japanischen Suzuka, wo es einen Sieg einfuhr.

Der S 800 wurde von 1966 bis 1970 gebaut. Er fand insgesamt über 11.000 Käufer. Einen Nachfolger bekam er mit dem S2000, der zu Beginn des neuen Jahrtausends auf den Markt kam.

Cornelia Wahl - Schon als Kind war für Cornelia Wahl klar, dass sie etwas mit Technik und Autos zu tun haben wollte. Alles was brummt und fährt, ...

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