
- Hopfen - Sabine Hoffelner
Die Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Besonders in Deutschland, Tschechien, den USA und Australien wird Hopfen für die Bierherstellung und zu Heilzwecken kultiviert. Wild kann man ihn manchmal an Flussufern und feuchten Gebüschen finden. Sein botanischer Name humulus lupulus weist auf seine Eigenart hin, sich wie ein „Wölflein“ an anderen Pflanzen festzukrallen und nach oben zu wachsen. In rechtsgerichteten Spiralen windet er sich nach oben und kann drei bis sechs Meter lang werden. Seine Ranken sind von oben bis unten mit kleinen Blättern besetzt, zwischen denen sich zwischen Juni und September unscheinbar hellgrüne Blüten zeigen. Aus diesen entwickeln sich Hopfenzapfen. Zum Bierbrauen und auch für die Heilkunde werden nur die Früchte der weiblichen Blütenstände verwendet.
Geschichte des Hopfens
Bereits seit der Karolingerzeit ist der Anbau von Hopfenpflanzen in Mitteleuropa belegt, wobei seine Wurzeln in Osteuropa liegen. Hildegard von Bingen hielt seine psychischen Wirkungen fest und seine Verwendung zum Konservieren und Würzen von Bier. Um 1550 schrieb Hieronymus Bock ihm eine gute Wirkung gegen Milz- und Leberschwellung zu. Aber auch von dem arabischen Heiler Mesue wurde die Heilpflanze bereits im 8. Jahrhundert zur Blutreinigung und bei Galleleiden empfohlen.
Hopfen wurde in Europa anfangs in Klostergärten gezüchtet, um eine wohlschmeckende und nährstoffreiche Fastenspeise zu haben. Auch die dämpfende Wirkung auf sexuelle Regungen, die ihm zugeschrieben wird, war für die Mönche von Nutzen. Mit dem 1516 vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. erlassenen Reinheitsgebot verbannte er andere vorher ebenfalls gebräuchliche Zusätze aus dem Bier. Im Zuge der Christianisierung und Kolonisierung verbreitete sich der Hopfen von Europas Klöstern aus bis in die Neue Welt. Dort lernten ihn auch Schamanen der Ureinwohner als Heilpflanze zu schätzen.
Inhaltsstoffe
- Bitterstoffe
- Gerbstoffe
- ätherisches Öl
- Flavonoide
Sammelzeit für den Hopfen und die verwendeten Teile
Gesammelt kann der Hopfen von September bis Oktober werden. Für medizinische Zwecke werden die Hopfenzapfen aus den weiblichen Fruchtständen verwendet.
Anwendungsformen der Heilpflanze
In der Heilkunde wird die Pflanze als Tee, Aufguss, Tinktur oder Pulver verwendet. Sie kann als kleines Hopfenkissen im Bett den Schlaf fördern. Im Handel gibt es zahlreiche Fertigprodukte auf Hopfenbasis zu kaufen. Auch mit Bier – in geringen Mengen genossen – können die positiven Wirkungen der Pflanze genutzt werden.
Heilwirkung des Hopfens
Die wichtigste Eigenschaft einiger seiner speziellen Bitterstoffe ist die Beruhigung des vegetativen Nervensystems. Das macht ihn zu einer Pflanze gegen Angstzustände, Unruhe und Schlafstörungen. Besonders das Einschlafen kann Hopfen verbessern. Er wird bei nervösen Magenleiden- und Darmleiden wie Reizmagen und Reizdarm eingesetzt. Auch bei nervösen Blasenleiden kann er helfen. Seine antibiotische, krampflösende und harntreibende Wirkung kann man bei Nieren- und Blasenerkrankungen nutzen. Hopfen wirkt fiebersenkend, kann Muskel- und Gelenkschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen lindern. In Studien wurde nachgewiesen, dass Hopfen eine Senkung der Blutfettwerte erreichen kann. Außerdem sollen in der Pflanze enthaltene Flavonoide die Fähigkeit haben, bestimmte Krebszellen (z.B. Brustkrebs) an der Zellteilung zu hindern. Äußerlich können Hopfenaufgüsse gegen leichte Verletzungen der Haut und Geschwüre helfen.
Gegenanzeigen, Nebenwirkungen
Es sind keine bekannt.
Hinweis
Dieser Artikel soll Ihnen eine Information sein, kann aber bei Beschwerden keinesfalls einen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen! Wenn Sie Heilkräuter selbst sammeln möchten, informieren Sie sich vorher bitte genau darüber, wie Sie die Pflanze eindeutig erkennen können und verwenden Sie nur Pflanzen, von denen Sie sicher sind, sie zu kennen. Oft ist es besser, fertige Tees oder andere Heilpflanzenprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau im Reformhaus oder in der Apotheke zu kaufen.
