Horrorfilmremakes der 70er & 80er- jetzt auch noch "Hellraiser"

80er Jahre Horrorremakes sind in- jetzt wird auch noch Clive Barker's
80er Jahre Horrorremakes sind in- jetzt wird auch noch Clive Barker's "Hallraiser" neu verfilmt - Highlight Films
A Nightmare on Elmstreet. Freitag der 13te.Der Hitcher.Last House On The Left.Jetzt auch noch Hellraiser.70er&80er Horror wird oft neuverfilmt-top oder flop

70er und 80er Jahre Horrorfilme- Remake vs. Orginal

Die Technik macht einiges möglich. Kaum verwunderlich, dass immer mehr Filmklassiker der 70er und 80er neu verfilmt werden- darunter zuletzt Horrorfilme wie "A Nightmare On Elmstreet" oder "Freitag der 13te", wenn Horrorlegende Wes Craven um 1980 aus Wasser und Feuer die sinnbildliche Wiege des Bösen erbaute und die Welt des Horrorgenres nachhaltig prägte. Die Umsätze sprechen für sich- das "Nightmare On Elmstreet"-New-Line-Production-Remake spielte 113,400,000 $ ein, das Budget von 35,000,000 war bereits nach dem Eröffnungswochenende mit einem Umsatz von 32,902,299 fast ausgemerzt. Ein lohnendes Geschäft, mit dem Namen großer Legenden zu werben. Aber erhält man, was einem große Namen versprechen? Macht Technik es möglich, zu übersehen, dass man es mit einem anderen Cast zu tun hat und lässt sich eine ganze Klassiker-Filmreihe wie "A Nightmare On Elmstreet" in einen 95-minütigen Remakestreifen packen?

Eines der umstrittensten Remakes dürfte 2012/13 folgen, nachdem die Weinstein Company verlauten ließ, sich mit einer Neuverfilmung von Clive Barker's "Hellraiser" zu beschäftigen, die schon zu Produktionsbeginn nichts als die Hölle bedeutet und Hellraiserkennern die Seele zerreißt. Da liegt es immer näher, dass den eingefleischten Horrorfan mit Remakes statt Mordsspaß viel mehr Mörderqualen erwarten.

Das Remake Cast - Legenden neubesetzt

Eines der bekanntesten Gesichter sollte für die gesamte Horrorfilmszene das Verbrannte Freddy Krueger's sein. Über 8 Teile lernte der Zuschauer Darsteller Robert Englunds Eigenheiten kennen, gewöhnte sich an typische Bewegungen und sein starkes Charisma, welches grundlegend dafür sorgte, dass man Sympathie zu dem monströsen Freddy aufbaute. Letztlich dürfte Englund damit einen einzigartigen Job gemacht haben. Es ist Freddy, den die Zuschauer in jedem Teil von den verschiedensten Seiten kennen lernen, Opfer des Traumherrns sterben meist zu schnell als dass man eine engere Beziehung zu ihnen aufbauen könnte. So hing der Erfolg des Films eng mit der schauspielerischen Fähigkeit Englunds zusammen, den Zuschauer humorvoll auf seine Seite zu ziehen und sympathisieren zu lassen, ihn schließlich wieder abzustoßen und durch grausame Überlegenheit zu schockieren. Nachdem Englund für ein Remake scheinbar nicht in Frage kam, wurde Freddy umbesetzt - die Wahl fiel auf Jackie Earle Haley, dessen Gesichtszüge den "Nightmare on Elmstreet"-Fan schon kaum an den markanten Englund erinnern. Was geschah war eine 180-Grad-Wende des Leadcharakters, die Haley nicht einmal vorzuwerfen ist, weil er nun mal nicht Englund ist. Sympathien gingen verloren, Bedrohlichkeit überlagerte die fast freundschaftliche Beziehung, die einstig zwischen Krueger und Publikum bestand, jeglicher Situationshumor schien widerlich statt sympathisch. Fans des Orginals verloren ihren einzigen omnipräsenten Bezug- den zu Freddy selbst.

Dass es auch anders geht, zeigte die 2009er Neuverfilmung des 1980er Orginal "Freitag der 13te". So ist der Fan der Jasonreihe auch aus der Vergangenheit Umbesetzungen gewohnt, da erster Jason Ari Lehmann mehr als 3 Mal durch andere Schaupieler ersetzt wurde. Derek Mears, der im Remake in die Fußstapfen von Jasons schweren dunklen Schuhen trat, musste sich abhängig von Jasons Ursprungscharakter nicht um die Beziehung zum Publikum bemühen, sondern einzig jason-typische, mechanischen Bewegungsabläufe sicherstellen. Auch seine Gestalt stellte kaum einen Störfaktor dar, wenn er sich körperlich als Jason eignete und sein Gesicht ohnehin von einer Maske verdeckt wurde. Die Story der Jasonreihe schien dabei überraschend gut in den Remakeplot eingearbeitet und Szenen hatten deutlichen Wiedererkennungswert- womöglich gelang die Remakeumsetzung vor allem deshalb, weil die Jasonreihe selbst in ihren Einzelteilen schematisch recht gleich verläuft.

Dass sogar Verbesserungen durch Remakeplot und Umbesetzung möglich werden, zeigt die 2009er-Neuverfilmung vom 1972er-Streifen "Last House on the Left", dem es gelang, ein aussagekräftigeres, dem orginalen trotzdem ähnliches Cast zusammenzustellen und den Ursprungsplot von ca. 60 Minuten auf spannungsintensive 1 1/2 Stunden auszuweiten, ohne die Geschehnisse wirklich abzuändern oder einfach nur in die Länge zu ziehen. Ähnlich gelang es dem 2007er Remake von "Hitcher- der Highwaykiller" (1886), durch die Umbesetzung des Orginalhitchers Rutger Hauer mit Sean Bean, nahe am Orginalcharakter genau die Art von Psychopathie zu vermitteln, die das Orginal bestimmte, und sie schließlich sogar zu steigern. Im Remakeplot vermisste man zwar die ursprüngliche Motivation des Hitchers, dennoch erkennt der Fan des Orginals trotz freierer Storyentwicklung nicht nur eine Szene wieder.

Die laufende 3D Hellraiser-Neuverfilmung "Hellraiser-Revelations" sollte von einem solchen Verlauf nur träumen können. So soll der neue Pinhead, Stephan Smith Collins, den perfekt ausdruckslosen, schauerlich unmenschlichen Doug Bradley als 80er-Horrorikone und allmächtige, nicht-irdische Sadomasogottgestalt ersetzen. Bradley selbst verkauft auf seiner Website auf Anforderung seiner Fans "No Remake, please"- T-Shirts . Nachvollziehbar, wenn die Weinstein Company erklärte, der neue Pinhead solle einen sexy Touch erhalten- unpassend, das Publikum sexuell mit ihm favorisieren zu lassen, wenn er die Verkörperung des Abartigen bedeutet. Doch dem nicht genug wird sich die Story und mit ihr der Pinheadcharakter ändern, denn die Weinsteins streben eine Jugendfreigabe an, zudem orientieren sie sich an Orginalfilmillusionen wie Rec und Paranormal Activity. Der Wahnsinn als original footage ab 13 also, da dürfte kaum noch Pinhead im Remake stecken. Der erste Regisseur, Laugier ("Martyrs"), stieg aus, Christiansen ("The Roommate") stieg ein. Sogar Clive Barker scheint dem neuen Aussehen seines ursprünglichen Charakters aus dem 1988er "Hellbound Heart" wenig zugeneigt und bemängelte die willkürliche Anordnung der Nägel auf dem Kopf der neuen Leadgestalt, wenn Pinhead absichtlich perfekt geometrisch aussehe, sodass die neue Gestalt wirke wie "ein Opfer, das Pinhead nicht ist. Er ist ein Priester an einem S&M Altar." Um die Wogen zu glätten, beschreibt die Produktion die Neuverfilmung als von Hellraiser inspiriertes Reboot statt Remake, somit als Eigeninterpretation der Hellraiserreihe.

Das Resume- guter Film vs. schlechtes Remake

Letztendlich dürfte "Hellraiser-Revelations" wie jedes andere Remake eine 2-geteilte Beurteilung verdienen- als Film für sich und als Klassikerremake. So ist ein eigentlich sehenswerter Streifen zuweilen ein mehr als schlechtes Remake. Vor allem die "A Nightmare on Elmstreet"-Neuverfilmung kann als gelungener Horrorfilm bezeichnet werden, der Horrorfreunden schockierende Soundeffekte, herausragende visuelle Effekte, schauspielerische Qualität sowie interessanten Plot und gelunge Kombinationen aus psychologisch motivierten und Splatter-Szenen bietet- vorrausgesetzt der Zuschauer kennt den Orginalfilm nicht besonders gut. Als Remake hält es sich stark an die Ursprungsstory und schafft es, von jedem Ursprungsteil zumindest einen Dialog und ein Ereignis unterzubringen, aber der Verlust von Englund trifft den Freddyfan zu hart als dass er den Streifen als Top-Remake bezeichnen würde. Remakeproduzenten haben es wohl einfach schwer, gute Kritiken zu erhalten- wie sie es auch machen, hat man doch etwas zu meckern. Zu nahe am Orginal oder zu weit entfernt, zu durchgekaut oder zu innovativ... Weil klingelnde Kassen von Remakes aber versichert scheinen, wenn hier ganz egal ob guter oder schlechter Film der Fan des Orginals sowie der des modernen Horrors die Kinos stürmt, ist ein Ende der mörderischen Remakeära wohl lange nicht in Sicht.

Quellen

www.imdb.com

www.bloody-disgusting.com

www.moviejones.de

Sima Moussavian , Vera Ilic

Sima Moussavian - Romanautorin "The Fringe Report" (2011) http://the-fringe-report.jimdo.com/ "Tauschgeschäfte" (2012) Verfasserin von ...

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