Horst Janssen hat sich einen Namen als talentierter Zeichner, Radierer, Autor, Illustrator, Holzschneider, Lithograf und Illustrator gemacht. Hier kommt ein kleines Portrait über den vielseitigen Künstler.

Horst Janssen – Kindheit und Anfänge

Geboren wurde Horst Janssen am 14. November 1929 in Hamburg. Seine Mutter, Martha Janssen, war eine Schneiderin aus Oldenburg, seinen Vater hat er nie kennengelernt. Schon kurz nach der Geburt zog Janssen mit seiner Mutter in deren Heimat nach Oldenburg. Bereits als Schüler blitzte das große Talent Janssens als Zeichner durch. 1942 wurde er Student an der Napola (Nationalpolitischen Erziehungsanstalt) in Haselünne, Emsland, wo ihn der Kunstlehrer Hans Wienhausen ermutigte, das Zeichnen weiterzuverfolgen. Nach dem Tod seiner Mutter und seiner Großeltern nahm seine Tante Anna den 16-Jährigen Horst Janssen bei sich auf und holte ihn zurück nach Hamburg. Auch sie war von seinem Können überzeugt und schickte ihn auf die Landeskunstschule, wo ihn Alfred Mahlau als Meisterschüler ausbildete.

Horst Janssen – Karriere

1947 erschien Janssens erste Veröffentlichung in der Wochenzeitung „Die Zeit“, kurz darauf stellte er ein Kinderbuch vor: „Der Wettlauf zwischen Hase und Igel“. Beeinflusst von den Werken Edvard Munchs fertigte Janssen erste Holzschnitte an. Die tragenden Themen waren neben verschiedenen Abbildungen von Menschen vor allem Tiere. 1952 erhielt Janssen das Hamburger Lichtwark-Stipendium, nach er zuvor die Landeskunstschule ohne Abschluss hatte verlassen müssen. Ein Jahr später geriet er betrunken in eine Schlägerei und erhielt eine Bewährungsstrafe. Überhaupt war Janssen kein einfacher Charakter. Er wechselte häufiger die Frauen, heiratete auch mehrfach, trank übermäßig viel Alkohol und galt als Egomane und Exzentriker.

Über seinen Lehrer Alfred Mahlau lernte Janssen den Aschaffenburger Buntpapierfabrikanten Guido Dessauer kennen, der sich und seine Familie von Janssen mehrfach in Öl porträtieren ließ. In dessen Werkstatt lernte er die Drucktechnik Lithographie kennen, der er in sich in den kommenden Jahren voller Hingabe widmete. Janssen schuf zahlreiche großformatige und hübsch anzusehende Holzschnitte, die sich gut verkaufen verließen. Erstmals schaffte es Janssen, von seiner Kunst leben zu können.

In den 60er-Jahren wurden die Werke Janssens immer beliebter. Es folgte Ausstellung auf Ausstellung, die auch im Ausland wie etwa in Tokio oder New York zu sehen waren, und Janssen erhielt mehrere Auszeichnungen. 1964 erhielt er beispielsweise den Kunstpreis der Stadt Darmstadt, 1968 den Großen Preis auf der Biennale in Venedig und 1978 die Biermann-Ratjen-Medaille der Stadt Hamburg. 1992 bekam er von der Stadt Oldenburg die Ehrenbürgerwürde verliehen, wo er nach seinem Tod am 31. August 1995 auf dem Oldenburger Gertruden-Kirchhof beigesetzt wurde.

Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg

An das Wirken des Künstlers erinnert das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg, das im Jahre 2000 eröffnet wurde. Auf rund 1000 Quadratmetern zeigt das Museum die Biografie Janssens sowie sein Werk in zusammengestellten Gruppen wie den Zeichnungen und Aquarellen, den Radierzyklen, Holzschnitten oder den Lithographien.