
- Hotel Lux - 2011 - Filmplakat - Constantin Film
Mit Komödien hat sich Michael "Bully" Herbig einen Namen gemacht, als Regisseur sowie als Schauspieler. Mit "Hotel Lux" legt er jetzt als Akteur einen ungewöhnlich ernsten Film nach, der seine Geschichte aber dennoch mit einer Menge Humor erzählt. Leander Haußmann besetzte die Nebenrollen zudem mit Jürgen Vogel und der Niederländerin Thekla Reuten. "Hotel Lux" startet am 27. Oktober 2011 in den Kinos.
"Hotel Lux" - Die Handlung der Tragikomödie mit Michael Bully Herbig
Hans Zeisig (Michael "Bully" Herbig) ist der Star in einer kleinen Berliner Kabarett-Spelunke. Dort parodiert er regelmäßig Josef Stalin, während sein bester Freund Siggi Meyer (Jürgen Vogel) seinen sowjetischen Kollegen Adolf Hitler mimt. Eines Tages macht sich Siggi mit der Widerstandskämpferin Frida van Oorten (Thekla Reuten) in den Untergrund auf. Und auch Hans muss sich 1938 aus dem Staub machen: Nach einem ausufernden Hitler-Sketch vor allerhand Nazi-Soldaten muss er schleunigst aus der Stadt fliehen. Hollywood ist das große Ziel des Schauspielers, doch mit seinen falschen Papieren langt es nur für Moskau, wo er im Hotel Lux unterkommt. Dort trifft Hans auch Frida wieder, macht jedoch die Bekanntschaft einer viel größeren Persönlichkeit: Sein falscher Ausweis lässt ausgerechnet Stalin glauben, er sei Hitlers Leib-Astrologe. Hans bleibt nichts anderes übrig, als sich dem Glauben zu fügen und seine lebensgefährlichste Rolle zu spielen.
Leander Haußmann inszenierte "Hotel Lux" nach Idee von Helmut Dietl
Das Hotel Lux in Moskau dürfte in Deutschland den meisten kein Begriff sein. Umso interessanter, dass Regisseur und Drehbuch-Autor Leander Haußmann sich dieser Facette des Zweiten Weltkriegs angenommen hat. Nach einer Idee von Helmut Dietl ("Rossini", "Schtonk!") und nach vielen Jahren des Hin und Her inklusive Autorenwechsels und Abweichung von der vollständig ernsten bis zur tragikomischen Fassung, entstand schließlich doch noch "Hotel Lux" über das berüchtigte Exilantenhotel, zu dem der Zuschauer laut Michael "Bully" Herbig gerne Google durchsuchen darf, um sich ein wenig zu informieren. Für Leander Haußmann, geboren 1959 in der damaligen DDR, ist es nicht der erste Film vor geschichtlichem Hintergrund: Seinen Durchbruch hatte der Regisseur und Autor mit dem Film "Sonnenallee" (1999), es folgten "Herr Lehmann" (2003) nach Buchvorlage von Sven Regener und "NVA" (2005). Nach den Komödien "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" (2007), "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" (2008) und "Dinosaurier" (2009) folgt mit "Hotel Lux", nun zur Abwechslung mal wieder ein historisch nicht nur angehauchter Film. Für 2012 ist die nächste Komödie geplant, "Der kleine Bruder", eine weitere Regener-Buchadaption.
Michael "Bully" Herbig - Comedy-Gigant in "Hotel Lux" nicht nur lustig
Komödien sind das Hauptfach des Michael "Bully" Herbig, geboren 1968 in München. Als junger Mann im Radio gestartet, hatte Herbig seinen Durchbruch 1997 mit der durchgeknallten Sketch-Show "Die Bullyparade" an der Seite von Christian Tramitz und Rick Kavanian. Seinen ersten Film inszenierte "Bully" mit "Erkan & Stefan" (2000) und schob ein Jahr später den erfolgreichsten deutschen Film nach Zusammenlegung von Ost- und Westdeutschland nach: "Der Schuh des Manitu" (2001) brach alle Rekorde und lockte mehr als 11 Millionen Zuschauer ins Kino. Es folgten "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" (2004), "Lissi und der wilde Kaiser" (2007) und "Wickie und die starken Männer" (2009), die allesamt sehr erfolgreich waren und "Bully" ein hohes Ansehen brachten. Sowohl aus Regie- als auch aus schauspielerischer Sicht war fernab von Komödien jedoch nicht viel von Michael Herbig zu sehen. Mit "Hotel Lux" zeigt er jetzt jedoch seine völlig andere Seite. Auch hier albert und parodiert er, aber alles mit einem ernsten Unterton, den er - für manche überraschend - hervorragend trifft.
Jürgen Vogel und Thekla Reuten in Tragikomödie "Hotel Lux"
Einige imposante Nebendarsteller wartet "Hotel Lux" auf, allen voran Jürgen Vogel und Thekla Reuten. Vogel ist aus dem deutschen Filmgeschäft kaum noch wegzudenken. Der 1968 in Hamburg geborene Schauspieler hatte seit 1985 bereits über 100 Rollen. Schon in den Neunzigern spielte er in zahlreichen Produktionen wie "Kleine Haie" (1992), "Charleys Tante" (1996), "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" (1997), "Das Leben ist eine Baustelle" (1997), "Die Apothekerin" (1997) und "Fette Welt" (1998). Im letzten Jahrzehnt ging die unverwechselbare Darstellung Vogels mit "Emil und die Detektive" (2001), "Sass" (2001), "Nackt" (2002), "Good Bye Lenin!" (2003), "Keine Lieder über Liebe" (2005), "Der freie Wille" (2006) und "Emmas Glück" (2006) weiter. Mit "Wo ist Fred?" (2006) und "Die Welle" (2008) hatte er zudem zwei weitere sehr erfolgreiche Rollen zu verzeichnen. Seit 2009 ist Jürgen Vogel zudem in der Improvisations-Comedy-Show "Schillerstraße" zu sehen. Thekla Reuten wiederum ist in Deutschland noch sehr unbekannt. Die Niederländerin spielte unter anderem in "Brügge sehen... und sterben?" (2008), "The American" (2010) und "Hidden 3D" (2011), hatte ihren größten Erfolg jedoch bereits 2002, als sie an der Seite von Nadja Uhl in "Die Zwillinge" spielte. Der Film erhielt gar eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film.
Film-Kritik - "Hotel Lux" von Leander Haußmann mit Michael "Bully" Herbig
Sehr überraschend ist "Hotel Lux" ausgefallen. Während Leander Haußmann mit historisch gefärbten Stoffen große Erfahrung hat, gilt Michael Bully Herbig als reiner Komiker. In "Hotel Lux" zeigt er, was er wirklich auf dem Kasten hat: Zwar herrschen auch hier Komik und Parodie vor, doch Herbig versteht es, den Spagat zwischen Humor und Ernst zu meistern. Dank des guten Schauspiels, der Unterstützung von Jürgen Vogel, Thekla Reuten und anderen sowie der Inszenierung des erfahrenen Haußmann funktioniert "Hotel Lux" als Tragikomödie unheimlich gut. Kein Stückwerk, zusammengeschustert aus zwei Genres, sondern die wohlige Mischug aus Drama und Komödie, die einerseits mahnend erinnert, andererseits jedoch für viele Lacher sorgt, auch durch die stetige Verhohnepiepelung bekannter Persönlichkeiten, die häufig in Slapstick umschlägt. Man darf gespannt sein, ob in der Zukunft weitere Zusammenarbeiten zwischen Haußmann und Herbig zustande kommen - dass es passt, wird durch "Hotel Lux" sehr deutlich.
Filmangaben
Titel: Hotel Lux
Land, Jahr: Deutschland, 2011
Verleih: Constantin
Genre: Drama / Tragikomödie
Regie, Drehbuch: Leander Haußmann
Darsteller: Michael Bully Herbig (Hans Zeisig), Jürgen Vogel (Siggi Meyer), Thekla Reuten (Frida van Oorten), Alexander Senderovich (Nikolai Jeschow), Valery Grishko (Josef Stalin), Juraj Kukura, Sebastian Blomberg
Kinostart: 27. Oktober 2011
Quellen / Weiterführende Links
Pressekonferenz Hamburg, 19. September 2011
Pressekonferenz Berlin, 20. September 2011
