
- Howard Carpendale Das Alles bin ich Album 2011 - Christian Barz Koch Universal Music
"Ich hatte alles erreicht, was ich erreichen konnte und wollte mir neue Herausforderungen suchen. Meine Abschiedstournee war für mich und wohl auch für mein Publikum ein unglaubliches Erlebnis und ein absoluter Höhepunkt in meinem Leben." Was Howard Carpendale heute beschreibt, fand im Jahr 2003 statt. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass er die Musik und sein Publikum so stark vermissen würde. Sein neues Leben in Florida als Geschäftsmann wurde nicht so, wie Howie es sich vorgestellt hatte. Immer nur Geld in Immobilien, Aktien oder Sportartikel anzulegen, machte den sportlichen Künstler unglücklich und er hielt das Leben im goldenen Käfig nur vier Jahre lang aus. Da traf es sich sehr gut, dass auch seine Fans ihn zurückhaben wollten, diesen attraktiven, blonden Mann mit dem unverwechselbaren Akzent.
Howard Carpendale teilt sein musikalisches Leben in vier Karrieren ein
Schon als Kind war der gebürtige Südafrikaner begeistert von Musik. 1946 im südafrikanischen Durban geboren, war sein großer Traum, Cliff Richards live zu sehen und zu singen wie Elvis Presley. Das Üben mit einem Besenstil in Ermangelung eines echten Mikrofonständers hat sich dann auch gelohnt. Mit einer Schülerband trat er in Nachtclubs auf und gelangte schnell zu lokaler Bekanntheit. "Das war der Anfang meiner ersten Karriere. Ich habe angefangen zu verstehen, was Entertainment bedeutet." Nachdem er bei einem Elvis-Talentwettbewerb gewonnen hatte, erhielt er seinen allerersten Plattenvertrag. "Endless Sleep war ein schreckliches Lied", urteilt Howard Carpendale dazu heute.
Es war dann ohnehin erst einmal Schluss mit der Musik, denn es folgten Abitur und Militärdienst. Nach England zog er dann, um Cricket-Profi zu werden. Doch schon damals konnte er es nicht ertragen, nur mittelmäßig zu sein. Als er erkannte, dass es zum echten Profi nicht reichte, entdeckte er in England eine Zeitungsanzeige, in der eine Band für ihre Deutschlandtournee einen Leadsänger suchte. So gelangte Howard Carpendale nach Deutschland. Nachdem die Band sich getrennt hatte, marschierte er mutig mit seiner Schallplatte aus Südafrika nach Köln zum Platten-Label EMI und bekam einen Vertrag. In einem ihm gänzlich unbekannten Musikstil sollte er nun singen: Schlager. Zuvor hatte er sich ausschließlich mit Popmusik, Beat und Rock 'n' Roll beschäftigt. Die Texte wurden ihm im Studio phonetisch aufgeschrieben und so recht wusste er nicht, was er da sang. Doch er gelang zu schnellem Ruhm, gewann wichtige Preise und trällerte "Das schöne Mädchen von Seite Eins". Allerdings funktionierte die Masche bei dieser zweiten Karriere nicht lange. Das Publikum bemerkte die schlechte Qualität der Titel und die Verkaufszahlen sanken ebenso rasant, wie sie anfänglich gestiegen waren.
Eine Flut von Hits und Preisen für Howard Carpendale
Fast wäre er zurück nach England oder Südafrika gegangen und hätte sich dem Journalismus verschrieben – wenn ihm nicht wieder sein Ehrgeiz dazwischen gekommen wäre. Endlich produzierte er seine Platten selbst und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. In den 1970er und 1980er Jahren folgte Howies dritte Karriere, von der fast jeder Deutsche einige Lieder singen kann wie "Fremde oder Freunde", "Deine Spuren im Sand", "Ti amo" oder natürlich "Tür an Tür mit Alice". 25 Jahre lang schuf der Schwarm vieler Frauen Evergreens, ergatterte diverse Goldene Schallplatten, Preise und sogar einen Echo für sein Lebenswerk. Verbogen hat er sich schon in dieser Zeit nicht, denn er sang, was er wollte. Als Komponist und Sänger genoss er bereits damals die musikalische Freiheit, von der manch andere Kollegen nur träumen können. Dennoch wuchs die Sehnsucht nach dem eingangs erwähnten Ausstieg. "Ich ging in die USA, um ein neues Leben zu beginnen."
Howie ist angekommen und macht Musik, die ihm gefällt
Die Angst, dass das Publikum ihm seinerzeit seine Rückkehr übel nehmen würde, war unbegründet. Unendlich dankbar ist er dafür und hat nun ein sehr persönliches Album aufgenommen. An Höhen und Tiefen, sowohl in musikalischer als auch in privater Hinsicht, hat Howard Carpendale bereits sehr viel erlebt. Er ist dort angekommen, wo er immer hinwollte: bei sich selbst. "Das Schöne in diesem Teil meines Lebens ist: Ich habe keinen Druck mehr. Ich brauche niemanden etwas zu beweisen. Ich mache als Künstler noch mehr als früher einfach das, was ich haben möchte."
Howard Carpendale mit neuem Album und auf Tour 2011 "Das Alles bin ich"
Bei einer zurückliegenden Konzerttournee ist die Idee für das neue Album entstanden. Mit seinen Musikern und einigen Gitarren saß Howard Carpendale vorne an der Rampe und spielte Eagle-Songs und ähnliche stimmungsvolle Stücke. Nicht nur das Publikum war angetan von dem Part, sodass sich Howard Carpendale und sein Team überlegten, ein ganzes Album in diesem Stil zu entwickeln. Die Produktion habe besonders viel Spaß gemacht und er fügt humorvoll hinzu: "Ich bemühe diesmal mit absoluter Überzeugung ein lieb gewonnenes Klischee, denn dieses Album ist für mich definitiv das Beste, das ich bis heute aufgenommen habe." Der Titelsong ist auch gleichzeitig sein Lieblingslied. Die Botschaft darin fasst Howard Carpendale so zusammen: "Jeder Mensch sollte sich so akzeptieren, wie er ist. Nur dann kann er glücklich sein."
In seiner vierten Karriere fühlt er sich pudelwohl. Seine Fans spüren dies zum einem an seinen neuen und authentischen Songs. Zum anderen freuen sie sich jetzt schon auf die große Tournee, die im November 2011 beginnt. Der Vorverkauf für die Konzert-Tickets hat bereits begonnen.
Quelle: Koch Universal Music
