
- Impfkalender - Pixelio
Infektionen mit dem Humanpathogenen Papilloma Virus (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. Schätzungen haben ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit, sich zumindest einmal im Leben mit HPV zu infizieren, bei 75-90 Prozent liegt. Die Infektionshäufigkeit ist altersabhängig, was wohl vor allem mit den unterschiedlich häufigen Sexualkontakten zusammenhängt. So sind 15-19jährige Frauen zu 60-80 Prozent infiziert, 30jährige zu 10 und 35-50jährige zu 3 Prozent. Jedoch wurde bei jungen Frauen eine hohe Spontanheilrate festgestellt.
Was ist HPV?
Mittlerweile wurden 100 Untergruppen dieses Virus entdeckt. Einige stehen in Verdacht, an der Entstehung von bösartigen Krankheiten beteiligt zu sein, bewiesen ist der Zusammenhang zwischen bestimmten HPV-Viren und Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Ein Virus unterscheidet sich grundlegend dadurch von anderen Mikroorganismen, dass er keine typische Zellstruktur besitzt, sondern nur aus seiner Erbsubstanz und einer ihn umgebenden Proteinhülle besteht. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, müssen sie sich in Wirtszellen einnisten. In diesem Fall in die Zellmembran einer Gebärmutterhalszelle.
Infektionsverlauf
In der Regel verläuft die Erstinfektion ohne Symptome. Die Viren können über Jahre inaktiv in der Zelle bleiben. Die häufigste Folge einer HPV-Infektion sind harmlose so genannte Feigwarzen, die im Genital- und Analbereich auftreten. Manchmal kommt es dadurch zu Juckreiz. Bei etwa 5 Prozent der infizierten Frauen finden sich im Abstrich die Viren-Untergruppen, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können.
Was bewirkt die Impfung?
Seit April 2007 wird die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren von den Kassen bezahlt, da die Impfung von der Ständigen Impfkommission im Robert-Koch-Institut empfohlen wurde. Diese Altersgruppe wurde ausdrücklich hervorgehoben, da davon ausgegangen wird, dass eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr am Effektivsten ist. Jedoch können auch Frauen, die nicht zu dieser Altersgruppe gehören, von einer Impfung profitieren - das sollte mit dem Arzt abgeklärt werden, ob die Kosten von derzeit rund 500 Euro von der Krankenkasse übernommen werden, muss individuell abgeklärt werden. Auch eine Impfung schützt nicht lebenslang vor einer Infektion, im Gegensatz zum Beispiel zum Masern-Virus, kann sich das Immunsystem eine HPV-Infektion nicht "merken". Eine Impfung kann auch nach bereits erfolgter Infizierung noch effektiv sein, jedoch nur für die Zukunft, die Infektion selbst kann dadurch nicht geheilt werden. Der HPV-Impfstoff beugt der Infektion mit den vier häufigsten humanen Papillomvirustypen vor. Während die beiden Niedrigrisikotypen 6 und 11 zu äußeren, meist harmlosen Genitalwarzen führen können, sind die beiden Hochrisikotypen HPV 16 und 18 an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs maßgeblich beteiligt.Trotzdem gibt es trotz Impfung ein Restrisiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, da HPV 16 und 18 zwar für etwa 70 Prozent aller Fälle verantwortlich sind, jedoch ein Prozentsatz von 30 Prozent anderer HPV-Typen Unheil anrichten kann.
Früherkennungsuntersuchung weiterhin wichtig!
Auch aus diesem Grund ist es ausgesprochen wichtig, trotz Impfung an der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilzunehmen. Diese wird durch den so genannten PAP-Abstrich vorgenommen. Seit der Einführung dieses Abstrichs im Jahr 1971 ist die Neuerkrankungs- und Sterblichkeitsrate an Gebärmutterhalskrebs weltweit deutlich gesunken. Deutschland führt als eines der wenigen Länder Europas eine jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung für das Gebärmutterhalskarzinom durch. Trotzdem liegt hier die Ansteckungs- und Sterblichkeitsrate aufgrund dieser Erkrankung höher als in vielen europäischen Nachbarländern. Ein Grund dafür könnte die niedrige Teilnahmerate an der jährlichen Früherkennungsuntersuchungen sein.
Das sollte sich ändern!
