
- Der Hühnerfond köchelt - Wolfgang Reuter
Was unsere Altvorderen schon ahnten, ist jetzt wissenschaftlich belegt: Hühnersuppe kann Erkältungssymptome lindern.
Wie die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift test berichtet, haben Wissenschaftler der US-amerikanischen Universität von Nebraska nachgewiesen, dass Hühnersuppe eine gesundheitsfördernde Wirkung bei Erkältungskrankheiten hat. Bei einer Erkältung sind die Nasen- und Rachenschleimhäute geschwollen und entzündet. Wer sich dann eine gute Hühnersuppe gönnt, kann diese leidigen Erkältungssymptome mildern und die Dauer der Erkältung abkürzen. Das liegt an dem Eiweißstoff Cystein, der in Hühnerfleisch enthalten ist. Er wirkt entzündungshemmend und lässt die Schleimhäute abschwellen. Um das Cystein freizusetzen, sollte das Huhn möglichst sanft gegart werden. Zudem enthält eine Hühnersuppe den Mineralstoff Zink, der ebenfalls lindernd auf die Beschwerden einwirkt.
Nur eine richtige Hühnersuppe hilft!
In jedem Fall sollte die Hühnersuppe selbst gekocht sein. Wer hofft, sich im Erkältungsfall die positiven Wirkstoffe einer Hühnersuppe mit einer billigen und schnell zubereiteten Tütensuppe erkaufen zu können, irrt! Fertigsuppen bleiben hinter dem Original, seinem Geschmack und seinen Stärken, weit zurück. Außerdem sind selbst zubereitete/gefertigte Suppen, frei von Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen. Auch wenn der Körper im Erkältungsfall schlapp und der Wille geschwächt ist: Machen wir uns ans Werk und kochen einen Hühnerfond. Es ist gar nicht so ein großer Aufwand.
Hühnerfond: Was benötigen wir?
- ein Suppenhuhn (ca. 1,5 bis 2 kg). Empfehlung: Erste Wahl ist ein Bio-Huhn. Aus Qualitäts- und ethischen Gründen.
- Gemüse: eine halbe Sellerie, 3-4 große Möhren, eine Stange Porree, eine Petersilienwurzel
- 4 große Zwiebeln, einige Knoblauchzehen
- Gewürze: einige weiße und schwarze Pfefferkörner sowie Pimentkörner (auch: Nelkenpfeffer), einige Lorbeerblätter, 1-2 Chillies
Wie wir den Fond zubereiten
Vorbereitung:
- das Huhn von innen und außen unter fließendem Wasser waschen
- das Gemüse putzen und in Stücke schneiden
- die Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen, nicht zerkleinern
- die Pimentkörner in einem Mörser zerstoßen (ansonsten mit einem breiten Messer), falls vorhanden, mitsamt dem Pfeffer und den Lorbeerblättern in eine Gewürzkugel geben (das erspart das mühsame Herausfischen nach dem Kochen)
- die Chillies nicht zerkleinern, nur einige Male mit einer Gabel anpieksen
Zubereitung:
Zwei- bis zweieinhalb Liter kaltes Wasser in einen großen Topf füllen. Das Suppenhuhn, Gemüse und die weiteren Zutaten hinzufügen und die Flüssigkeit zum Kochen bringen. Sobald das Ganze sprudelt, die Hitze reduzieren und bei mäßiger Temperatur für etwa eineinhalb Stunden köcheln (simmern) lassen.
Schon nach einigen Minuten verbreitet sich in der Küche eine intensive Duftkomposition. Am Ende des Kochvorgangs die Platte ausschalten. Den Fond noch etwas ziehen und abkühlen lassen.
Nun die gesamte Auskochware herausfischen. Wer mag, kann das Hühnerfleisch vom Gerippe lösen, klein schneiden und wieder hinzugeben. Es schmeckt allerdings recht fade. Gleiches gilt für das Gemüse. Seine Inhaltsstoffe sind in den Fond übergegangen. Es lohnt nicht, es weiter zu verwenden.
Vom Hühnerfond zur Hühnersuppe
Gut zwei Liter Hühnerfond, das sind etwa acht Portionen. Reichlich für einen Durchschnittshaushalt. Macht nichts, wir können einen kleinen Vorrat anlegen (z.B. für einen überraschenden Erkältungsfall). Dazu die Brühe portionieren. Die Rationen können im Kühlschrank einige Tage aufbewahrt oder eingefroren werden. Den für die Hühnersuppe benötigten Fond in einen kleineren Topf umfüllen, aufkochen und je nach Geschmack Suppengemüse (z.B. Erbsen, klein geschnittene Möhren, Blumenkohl oder Porree) sowie Suppennudeln oder Reis hinzufügen.
Abschmecken (das Salz wird erst am Ende zugegeben). Fertig. Guten Appetit und gute Besserung!
