Hüttenromantik auf norwegischem 4-Sterne-Campingplatz in Fagernes

Hüttenromantik mit Norwegen-Flair - Sigrid Stephenson
Hüttenromantik mit Norwegen-Flair - Sigrid Stephenson
Hüttenromantik mit wenig Komfort auf einem norwegischen Campingplatz am See in Fagernes. In einfachen, billigen Hütten kann man kochen, essen, schlafen.

Der 4-Sterne-Campingplatz im norwegischen Fagernes liegt nahe der Durchgangsstraße direkt am See. Hier übernachtet man im eigenen Caravan, Wohnmobil oder Zelt. Wer ohne eigene Camping-Ausrüstung unterwegs ist, wählt eine der mit Basics ausgestatteten Holzhütten für eine Nacht oder bleibt ein wenig länger.

Es gibt Hütten verschiedener Größen und Kategorien. Hütte Nummer 1 ist eine von den ganz einfachen und relativ preiswerten Hütten. Jetzt, Ende September 2011, kostet sie 500 Kronen pro Nacht. Theoretisch kann sie von vier Personen genutzt werden, so dass von jedem Reiseteilnehmer 125 Kronen täglich aufzuwenden sind. Das sind etwa 15 Euro. Für so einen Preis kann man in Norwegen nicht viel Komfort verlangen. Relativ gemütlich ist es trotzdem. Wer will, träumt hier den Traum vom einfachen Leben.

Einfache norwegische Holzhütten für vier Personen - mehr Komfort als im Zelt

In Hütten vom Typ der Nummer 1 kann man einfach, aber recht ordentlich übernachten, zu zweit besser als zu viert. Der Wohnstil präsentiert sich in norwegisch-weihnachtlicher Rot-Grün-Lackierung. Tür- und Fensterrahmen heben sich in gelblichem Elfenbeinton ab. Sind die Betten erst einmal bezogen – Handtücher und Bettwäsche bringt man selbst mit – und läuft, wenn es draußen frisch oder gar kalt ist, die kleine Elektroheizung auf vollen Touren, wird es eng aber gemütlich. Unter dem kleinen aber festen Dach ist es allemal besser als in einem puristischen und nassen Zelt zu hocken. Was für eine Vorstellung, jetzt im Herbst in einem kleinen Zelt auf der Luftmatratze herum zu kriechen, um frische Unterwäsche aus dem Koffer zu angeln. Vor allem wenn man die Zwanzig längst überschritten hat. Keine Frage, eine Hütte ist einfach und dennoch gut.

Einfache Hütten-Ausstattung mit Leiterbetten

Ein großer Handfeuerlöscher hängt direkt neben der Eingangstür. Man kann ja nie wissen, schließlich ist die Hütte ganz aus Holz gebaut. Zwei Leiterbetten mit insgesamt vier schmalen Einzelbetten stehen über Eck. Die Matratzen sind in Ordnung. Geblümte Vorhänge lassen sich vor die Sprossenfenster ziehen. Wenn man an dem kleinen grünen Esstisch sitzt, zu dem vier mäßig bequeme Stühle mit einer Sitzfläche aus Sisalgeflecht gehören, kann man auf den See hinaus blicken, über das eigene Auto hinweg, das gleich neben der Hütte seinen Platz findet. Ein paar Garderobenhaken an der Wand nehmen Jacken auf, ein kleiner Wandspiegel erlaubt einen letzten Blick auf die Frisur, bevor man die Behausung verlässt. Über allen Betten gibt es Leselampen. Die Deckenbeleuchtung ist funzelig, in der Kochecke gibt es kein zusätzliches Licht. Natürlich gibt es auch keinen Fernseher. Die Hütte ist eben ein Zwischending zwischen Zelt, Wohnwagen und Jugendherbergszimmer.

Übernachtungsmöglichkeit für vier Erwachsene oder eine Familie mit Kindern

Wer hier mit vier Erwachsenen mehr als eine Nacht zubringen will, braucht schon starke Nerven. Wer mit kleinen Kindern übernachten will, geht am besten mit ihnen zur gleichen Zeit ins Bett. Größere Kinder kann man allein ins Reich der Träume wechseln lassen, während man sich im Gemeinschaftshaus vor den Fernseher setzt. Dort gibt es auch eine Küche.

Nur wenig Komfort - mit Kühlschrank und ohne fließendes Wasser

In der Hütte selbst gibt es einen funktionierenden Bosch-Kühlschrank in normaler Haushaltsgröße, wenn auch ohne Eisfach. Das ist schade, denn in dem könnte man so gut die Akkus für die Kühltasche (praktisch für die Weiterfahrt und die nächste Etappe) einfrieren. Doch was nicht ist, ist nicht. Neben dem Kühlschrank hängt ein bunter Vorhang, hinter dem sich in einem Regal Geschirr, Töpfe und eine Pfanne verbergen. Besteck findet sich in einem Behältnis, der auf der etwa 1,50 großen Arbeitsfläche aus Naturholz ganz in der Ecke untergebracht ist. Ein kleiner Elektrokocher mit zwei Herdplatten ermöglicht das Kochen von Tee- oder Kaffeewasser, aber auch das Zubereiten einfacher Mahlzeiten. Kaffeemaschine? Leider nicht. Auch fließendes Wasser sucht man vergebens. Mit einem Wasserkanister holt man sich frisches Wasser von gegenüber.

Moderne Gemeinschaftsräume mit Chip-Card zu nutzen

Leider gibt es auch kein Sieb und keinen Abseihlöffel in diesem Minihaushalt auf Zeit, aber immerhin eine Suppenkelle. Mit der kann man notfalls auch die fertig gegarten Nudeln aus dem heißen Wasser fischen, wenn man sie geschickt ein wenig schräg hält und überschüssiges Wasser ablaufen lässt. In einer roten Spülschüssel sammelt man das schmutzige Geschirr und trägt es zu dem großen Gebäude schräg gegenüber, aus dem man sich zuvor das Wasser geholt hat. Da gibt es Toiletten und Duschen, eine Behinderten-Toilette, aber auch eine Kjökke (Küche), in der man abwaschen kann. Die Tür dazu muss aufgeschlossen werden - die Chipcard, die Einlass gewährt in die Waschräume und den Gemeinschaftsraum, ebenfalls mit Küche, lässt sich hier nicht nutzen.

Sollten Sie gerade in Fagernes übernachtet haben und möchten im Laufe Ihrer Reise in Stavanger Station machen, so sollten Sie sich dort ein romantisches Bed & Breakfast bei netten Gastgebern nicht entgehen lassen. Zwar kostet es - jetzt im September 2011 - 750 Kronen pro Nacht und es ist nur für zwei Personen gedacht. Dafür aber gibt es ein wunderbares Frühstück und außerdem mehr Platz.

Sigrid Ruth Stephenson, Sigrid Ruth Stephenson

Sigrid Stephenson - Als Zehnjährige begann ich, meiner kleinen Schwester aus dem Stegreif Geschichten zu erzählen. Etwas später setzte unser ...

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