
- Interim-Manager - Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Interim-Management ist die temporäre personelle Lösung für Unternehmen, die entweder eine Vakanz überbrücken müssen, die den Projektmanager für ein zeitlich begrenztes Projekt suchen oder die jemanden brauchen, der zum Beispiel einen Veränderungsprozess gestaltet und realisiert. Immer dann sind professionelle Interim-Manager gefragt, die sowohl in der jeweiligen Branche als auch im jeweiligen Funktionsbereich über fundierte und nachweisbare Erfahrungen verfügen.
Interim-Manager – kein geschützter Begriff
Jede Person kann sich als Interim-Manager bezeichnen, doch sagt die Bezeichnung nichts über die Qualifikation für echtes Interim-Management aus. Ein wirklicher Interim-Manager übernimmt nicht nur temporär eine wichtige Aufgabe, sondern er hat auch gelernt, genau diese Aufgabe in dem vorgegebenen Zeitfenster zu erfüllen. Er verfügt über professionelle Projektmanagement-Instrumente, die ihn in die Lage versetzen, die temporäre Aufgabe fundiert, ergebnisorientiert und zeitlich auf den Punkt zu lösen. Logischerweise bringt er auch die fachlichen inhaltlichen Voraussetzungen mit, aber diese alleine machen eben noch keinen echten Interim-Manager aus. Unternehmen sollten deshalb aufpassen, dass sie an einen temporären Mitarbeiter gelangen, der nachweisbar bereits in der gewünschten Funktion gearbeitet hat, der abgeschlossene Projekte und Referenzen benennen kann. Gewarnt sei in diesem Zusammenhang vor Personen, die sich Interim-Manager nennen und die in Wahrheit nur ihre eigene Karrierelücke – etwa nach einer Entlassung – überbrücken wollen. Hier wird man in der Regel kein qualitativ gutes Interim-Management bekommen.
Suche und Auswahl von Interim-Managern
Unternehmen können sich auf dem sehr verworrenen Markt kaum umfassend und objektiv informieren. Mit viel Glück kann man eventuell selbst den passenden Interim-Manager finden, aber das ist so ähnlich wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Zu empfehlen ist deshalb die Suche und Auswahl durch einen Profi als Vermittler. Das kann ein spezialisierter Personalberater und ein Interim-Service-Provider sein. Ein Kriterium für die Qualität dieser Dienstleister ist die Basis der Zusammenarbeit. Wenn diese bereit sind dem Unternehmen gegenüber der vertraglich gebundene Leistungserbringer zu sein, spricht das für diesen Partner. Denn er geht für seinen Interim-Manager in die Haftung und stellt auch die arbeitsrechtlich einwandfreie Basis für seine Klienten sicher. Wenn der Vermittler hingegen nur das Vertragsverhältnis zwischen dem Interim-Manager und dem Unternehmen herstellt und dabei eine einmalige Provision erhält, hat er keine weiteren Verpflichtungen.
Gute Partner stellen dem Unternehmen mehrere Interim-Manager schriftlich vor und das Unternehmen entscheidet, welche Herrschaften es kennenlernen möchte. Zu allen Kandidaten sollte das Unternehmen einen Bericht mit Lebenslauf, Projektbeispielen und Referenzen erhalten. Mit dem Kandidaten der ersten Wahl sollte man dann ein persönliches Gespräch führen – gegebenenfalls auch mit dem zweit- und dem drittbesten Kandidaten. Wenn sich das Unternehmen entschieden hat, wird ein Honorarvertrag abgeschlossen, in dem die Aufgaben des Interim-Managers, der Tagessatz, die Zahlungsweise (z.B. monatlich), die beabsichtigte Einsatzdauer, die Kündigungsfrist und selbstverständlich auch die Vertraulichkeit vereinbart werden.
Rahmenbedingungen für den Einsatz von Interim-Managern
Profis kosten Geld, das ist im Management genauso wie im Sport. Doch keine Angst: Die Honorare für Interim Manager sind nicht vergleichbar mit dem Einkommen von Profi-Sportlern. Die Tagessätze orientieren sich grundsätzlich an dem Gehalt der Position im Falle einer Festanstellung unter Berücksichtigung des Jahreseinkommens zuzüglich aller Lohn-Nebenkosten, die für den Unternehmer anfallen. Die Tagessätze variieren somit stark. Sie beginnen bei circa 500 Euro und enden bei circa 1.500 oder auch mal 2.000 Euro – je nachdem, ob es sich um eine Spezialistenfunktion im Projektmanagement mit zum Beispiel einem Jahreseinkommen von ab 70.000,00* oder um die Unternehmensleitung auf höchster Ebene mit einem Jahreseinkommen von über Euro 250.000,00* handelt (* plus Lohn-Nebenkosten). Interim-Manager verweilen in der Regel zwischen drei und zwölf Monate im Unternehmen. Der Großteil steht für sechs bis neun Monate zur Verfügung.
Zu guter Letzt …
Dann sind die temporären Aufgaben abgeschlossen und der Interim-Manager wird nicht mehr gebraucht. Das heißt, die Vakanz konnte mit einer festen Kraft besetzt werden, das Projekt konnte abgeschlossen werden, der Change-Prozess ist vollzogen oder die Performance ist auf dem gewünschten Niveau. Der Interim-Manager kann weiterziehen und sich einer neuen Aufgabe widmen. Das Unternehmen konnte den temporären Personalbedarf professionell abdecken und muss sich nicht überlegen, was nun aus der Person werden soll. Unschöne Entlassungen oder künstlich geschaffene Versetzungen entfallen. Fazit: Beide Seiten sind zufrieden.
Weitere Infos:
- Buch: Business Guide Interim Management
- Verbände: Dachverband Deutsches Interim Management und Arbeitskreis Interim Management Provider
