Wer mit seinem Hund oder seiner Katze in den Urlaub fahren möchte, nimmt für sein Tier fast so viel Gepäck mit wie für ein Kleinkind: Hundedecke, Spielzeug, gewohntes Futter, Zeckenmittel, Zeckenzange, Hundeleine und vieles andere mehr. An alles ist gedacht, und die Reise kann losgehen. Doch für manchen Hunde- oder Katzenbesitzer wird die Reise schon an der nächsten Grenze beendet sein, weil das Tier nicht ausreichend entsprechend einer zum 3. Juli in Kraft tretenden EU-Verordnung gekennzeichnet ist.

Wie sieht die Kennzeichnung aus?

Nur vorübergehend wird noch eine Tätowierung zugelassen, wenn diese deutlich lesbar ist und der Halter durch entsprechende Belege nachweisen kann, dass die Tätowierung nicht erst nach dem 3. Juli 2011 erfolgt ist.

Besser ist die Kennzeichnung des Tieres durch einen implantierten Mikrochip mittels Transponder. Diese Technik wird seit über zwei Jahrzehnten mit großem Erfolg angewandt, denn ein Chip hat gegenüber der Tätowierung klare Vorzüge. Er wird ohne Narkose schmerzfrei im hinteren Nackenbereich des Tieres eingesetzt, hält ein Hunde- oder Katzenleben lang und greift die Haut nicht an.

Den Chip registrieren lassen

Mit einem Scanner ist der implantierte Chip jederzeit auszulesen. Der Chip enthält einen Zahlencode. Dieser Zahlencode muss bei einem Haustierregister hinterlegt sein. Zur Registrierung bietet sich das größte Haustierregister „Tasso“ an. Tasso mit Sitz in Hattersheim besteht seit 28 Jahren und finanziert sich allein aus freiwilligen Spenden und ist für jeden Tierhalter unabhängig von der Rasse kostenlos. Ist der Chip implantiert, erfolgt die Anmeldung der Registriernummer bei Tasso. Dort werden das Herkunftsland des Tieres und Name und Adresse des Halters gespeichert. Jedes in der Datenbank gespeicherte Tier kann im Falle des Entlaufens wieder an den Halter zurückvermittelt werden. Die Chancen darauf stehen gut, denn über 7.000 Tierschutzvereine und 13.000 Tierärzte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiten Teilen des übrigen Europa arbeiten mit Tasso zusammen: Alle zehn Minuten wird über Tasso ein Tier rückvermittelt.

Welche Regelungen sind sonst noch zu beachten?

Mit Ausnahme der Länder Malta, Schweden, Großbritannien und Irland besteht für die Einreise in ein EU-Land die Pflicht zu einem wirksamen Schutz gegen Tollwut. Die Impfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise vorgenommen und auch noch wirksam sein. Je nach Präparat sind die Impfungen drei bis vier Jahre wirksam. Die Wirksamkeit muss aus dem Heimtierausweis (Tierpass) ersichtlich sein, der bei der Einreise mitgeführt werden muss. Bei der Einreise in die EU zurück aus Drittländern müssen diese Voraussetzungen ebenfalls erfüllt sein. Vor allen Dingen bei längeren Aufenthalten in Drittländern sollte der Tierhalter diese Voraussetzungen eines Urlaubes mit Hund rechtzeitig überprüfen. Auch eine Krankenversicherung des Tieres ist überlegenswert.

Besondere Vorschriften gibt es zum Beispiel für die Türkei und Serbien und Montenegro für die Einreise. Hier fordern die Behörden eine zusätzliche Blutuntersuchung auf Tollwut., die mindestens 30 Tage nach der Impfung und drei Monate vor der Einreise erfolgen muss. Die Untersuchung muss ein Tierarzt vornehmen, der für diese Untersuchungen vom jeweiligen Land zugelassen wurde. Die Blutprobe muss ein von der EU autorisiertes Labor vornehmen.

Quelle: Bundesregierung

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