Hundefotografie - so machen Sie perfekte Fotos von Ihrem Hund

Border-Collie-Mix - Martina Berg
Border-Collie-Mix - Martina Berg
Möchten auch Sie schöne Bilder von Ihrem Hund machen? Hier finden Sie zahlreiche Tipps für perfekte Hundefotos.

Das geflügelte Wort „Erfahrung ist die Summe aller Pleiten“ trifft ganz besonders auch für die Hundefotografie zu. Dabei ist dies nicht negativ gemeint – ganz im Gegenteil: wenn alles gleich auf Anhieb klappen würde, dann wäre es ja langweilig.

So gilt gerade bei der Fotografie von Tieren und Hunden im Besonderen: wer schöne Fotos von seinem vierbeinigen Freund machen will braucht vor allem vier Dinge:

  1. viel Geduld
  2. Übung, Übung, Übung und noch mehr Übung
  3. gutes Reaktionsvermögen
  4. ach ja, und noch mehr Geduld
  5. eine Kamera wäre übrigens auch recht hilfreich

Dabei spielt es keine Rolle, welche Kameramarke Sie bevorzugen oder wieviel Geld Sie dafür ausgeben - das Wichtigste ist noch immer der Mensch hinter der Kamera! Zwar hat eine Spiegelreflex-Kamera schon so ihre Vorzüge aber mit einigen Abstrichen liefert auch Ihre Kompaktkamera gute Bilder.

Der Hintergrund eines Fotos

Ganz wichtig: der Hintergrund eines Fotos. Ein unruhiger oder einfach nur unpassender Hintergrund verdirbt jedes noch so gute Foto. Achten Sie bei Ihrer Aufnahme auf einen ausgewogenen Hintergrund möglichst ohne störende Elemente. Häufig merkt man sonst im Eifer des Fotografierens erst am heimischen PC-Bildschirm, daß dem Hund ein Strommast aus dem Kopf wächst! Und nicht Jeder hat Lust, den Mast am Computer wegzustempeln.

Eine große Blende (= kleine Blendenzahl) trägt dazu bei, den Hintergrund verschwimmen zu lassen. Aber dadurch lassen sich nicht alle störenden Details völlig ausschalten. Also: Augen auf und eventuell den Standort ändern. Meist reichen schon wenige Meter nach links oder rechts aus.

Die Schärfe gehört auf die Hundeaugen

Das wichtigste bei allen Tierfoto: die Schärfe des Bildes muß auf den Augen liegen! Alles andere kann unscharf sein, aber die Augen müssen scharf sein. Sonst wirkt das Foto nicht. Zur Schärfe der Augen kommt ein weiterer wichtiger Punkt: ein Lichtreflex im Auge verleiht dem Bild Leben – Augen ohne einen Reflex wirken tot.

Notfalls können Sie versuchen, den Reflex durch Nutzung Ihres Kamerablitzes zu erzeugen. Allerdings kann es dann passieren, daß der Hund rote Augen auf dem Foto hat. Hier gilt: ausprobieren.

Standpunkt des Fotografen

Fotografieren Sie Ihren Hund möglichst nicht von oben herab sondern gehen Sie mit ihm auf Augenhöhe. Also ab in die Hocke oder auf den Bauch. Eine bequemere Möglichkeit ist natürlich, Ihren Hund auf einem erhöhten Ort zu platzieren etwa eine Böschung, einen Stein oder einen Baumstumpf.

Es gibt kein schlechtes Fotowetter

Mit der wichtigste Aspekt für ein gelungene Aufnahme: das Licht. Grundsätzlich gibt es kein „schlechtes Wetter“ zum Fotografieren. Sonnenlicht bringt aber die Farben zum Leuchten und erlaubt auch kürzere Belichtungszeiten. Aber auch ein Gewitterhimmel oder Nebelstimmungen können sehr interessant aussehen.

Das schönste Licht ist immer noch das Tageslicht und besonders das in den frühen Morgenstunden und am Abend. Eine Faustregel lautet: nicht nach 12 und nicht vor 4. Meiden sollte man im Hochsommer die pralle Mittagssonne. Das Licht ist dann sehr hart und verursacht extreme Schatten und Kontraste. Diese lassen sich zwar mit Hilfsmitteln wie Reflektoren zum Teil ausgleichen doch wirken die meisten dieser Bilder irgendwie leblos. Am Morgen oder gegen Abend hat das Licht einen hohen Rotanteil und wirkt sehr warm und angenehm. Auch Schatten fallen zu diesen Zeiten erheblich sanfter aus.

Fotos im Gegenlicht sind zwar technisch schwierig aber gerade bei Hunden mit langem Fell besonders reizvoll. Das Licht zaubert im Idealfall einen wunderschönen Lichtkranz um Ihren Hund. Licht direkt von vorne (dann haben Sie als Fotograf die Sonne direkt im Rücken) ist meist nicht ideal: die Hunde wirken dann häufig flach und konturlos. Am schönsten ist leichtes Seitenlicht. Dezente Schatten machen Ihr Foto lebendiger.

„Problemfall“ schwarze Hunde

Fotos von schwarzen Hunden sind eine besondere Herausforderung für jeden Fotografen. Meist ist die Umgebung korrekt belichtet, aber der Hund auf dem Bild nur eine konturlose schwarze Masse. Hauptsächlich passiert dies dann, wenn der Hund den größten Teil des Bildes ausfüllt und natürlich fast immer bei Gegenlicht. Ursache ist der Belichtungsmesser Ihrer Kamera, der in solchen Fällen überfordert ist.

Wenn möglich, dann sollten Sie die Belichtungsmessmethode Spotmesseung auswählen. Die Belichtungsmessung erfolgt dann direkt auf den schwarzen Hund. Der Hund wird dann richtig belichtet, die Umgebung erscheint dann zwar häufig zu hell aber Ihr Motiv ist ja der Hund. Eine andere ist es, eine Belichtungskorrektur einzustellen. Sie müssen etwa 1-3 Stufen überbelichten. Auch hier gilt: Versuch und Irrtum.

Bildaufbau bei Hundefotos

Fotos wirken gefälliger, wenn das Hauptmotiv nicht in der Mitte platziert wird. Stellen Sie sich Ihr Bild durch zwei waagerechte und drei senkrechte Linien unterteilt in 9 gleich große Rechtecke vor. Harmonisch wirkt ein Bildaufbau immer dann, wenn Sie Ihr Motiv in der Nähe eines Schnittpunktes der Linien platzieren.

Und fotografieren Sie häufiger im Hochformat. Hochformatige Fotos wirken dynamischer, weil sie nicht den menschlichen Sehgewohnheiten entsprechen. Und manche Motive schreien geradezu nach einem Hochformat. Machen Sie von einem Motiv Fotos sowohl im Quer- als auch im Hochformat.

Und wenn der Horizont mit im Bild ist, dann sollte dieser möglichst nicht genau in der Mitte des Fotos verlaufen. Das ist langweilig. Bei einem interessanten Himmel verlegen Sie die Horizontlinie ruhig sehr weit nach unten oder bei interessantem Vordergrund nach oben.

Auch sollte in Blickrichtung des Hundes immer mehr Platz vorhanden sein als auf der anderen Seite. Hierdurch entsteht der Eindruck, daß gleich etwas passiert und das macht das Foto einfach spannender. Bei Bewegungsfotos ist es natürlich recht schwierig, ein Bild nach diesen Gestaltungsrichtlinien zu machen. Auch hier gilt: üben, üben und noch mehr üben! Irgendwann ist Ihnen alles so in Fleisch und Blut übergegangen, daß Sie instinktiv alles richtig machen.

Literatur-Tipps

Sally Anne Thompson: Hundefotografie, ISBN 978-3924008499

Jana Weichelt: Hunde digital fotografieren, ISBN 978-3827240866

Jürgen Becker: Praxisbuch Hundefotografie, ISBN: 978-3861278016

Paul Walker: Haustierfotografie, ISBN: 978-3826659591

Martina Berg, Antje Lindert-Rottke

Martina Berg - Geboren wurde ich 1959 in Alverdissen, einem kleinen Flecken im wunderschönen Lipperland (das liegt im nordöstlichen Zipfel ...

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