
- Die Hundstage machen Mensch und Tier zu schaffen - Pegas / pixelio.de
Seit Tagen hat die Hitze Deutschland im Griff. Die Menschen stöhnen, aber auch die Tiere leiden teilweise enorm unter den hohen Temperaturen. In Baden-Württemberg hat die Landesregierung jetzt Tipps für Tierhalter herausgegeben. Der Fokus liegt hierbei auf Haus- und Nutztieren.
Schafe leiden besonders unter der Hitze
„Tierhalter müssen angesichts der ungewöhnlich großen und lang andauernden Hitze geeignete Maßnahmen ergreifen, um den Tieren die hohen Temperaturen einigermaßen erträglich zu gestalten", sagte der Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Rudolf Köberle, am 16. Juli 2010 in Stuttgart. Dies gelte für landwirtschaftliche Tierhalter und Halter von Heimtieren gleichermaßen. Immer wieder würden die Tierschutzbehörden auf Weidetiere stoßen, die nur unzureichend mit Wasser versorgt wären oder keine Möglichkeit hätten, einen Platz im Schatten aufzusuchen. „Besonders leiden Schafe, die entgegen der gängigen Praxis derzeit noch nicht geschoren sind. Solche Fälle sind zwar selten, kommen aber leider immer wieder vor", so Köberle. Er empfahl, nicht geschorene Schafe "umgehend" zu scheren, sie unmittelbare nach der Schur aber nicht "der prallen Sonne" auszusetzen.
Haus- und Nutztiere brauchen ausreichend Schatten
Es müsse generell gewährleistet werden, dass Haus- und Nutztiere, die im Freien gehalten werden, die Möglichkeit bekommen, sich im Schatten aufzuhalten. Überlegungen, die Weidezeiten von Pferden, Rindern und / oder Schafen in die kühleren Morgenstunden oder entsprechend in die Nacht hinein zu verlegen, seien ebenfalls notwendig, so Köberle. Ein Stall als Schutz vor der Mittagshitze sei ein Muß. Dort sei unbedingt darauf zu achten, dass sich der Innenraum nicht aufheize. Abhilfe schafften etwa abgedunkelte Fensterscheiben, wo vorhanden. Auch der Einsatz von Ventilatoren an einem sicheren Standort sei sinnvoll. Ebenso müsse auf genügend Wasserzufuhr geachtet werden.
Mit zunehmender Hitze steigt der Bedarf an Wasser
„Bei großer Hitze steigt der Wasserbedarf der Tiere um ein Vielfaches der sonst üblichen Mengen an. So kommen für eine Kuh mitunter 100 Liter oder für ein Schaf bis zu 20 Liter Wasserbedarf pro Tag zusammen", erklärte Köberle. Deshalb ist es für die Tiere überlebenswichtig für ausreichend Wasser zu sorgen. Da beim Schwitzen nicht nur beim Menschen Salz verloren geht, muss auch hier für ausreichend Nachschub gesorgt werden. Das lässt sich mit Hilfe von Salzlecksteine bewerkstelligen. Speziell bei Pferden sei darauf zu achten, dass sie tagsüber vor stechenden Insekten wie etwa Bremsen geschützt werden.
Tiere auf keinen Fall im Auto zurücklassen
„Hunde und andere im Auto mitgeführte Haustiere dürfen bei hohen Temperaturen keinesfalls, auch nicht kurzfristig, im Auto zurückgelassen werden. Der kurze Besuch von Herrchen oder Frauchen im Supermarkt wurde so schon für manchen Vierbeiner zur tödlichen Hitzefalle", erklärte Köberle. Hunde, die im Freien gehalten werden, brauchen ebenfalls Schatten und immer ausreichend frisches Wasser. Das Thema Tiertransporte sprach der Minister ebenfalls an und mahnte an, auf die "tierschutzgerechte Durchführung von Tiertransporten" zu achten und sie "bei hohen Außentemperaturen notfalls in die Nachtstunden" zu verlegen.
Wildtiere kommen mit der Hitze besser zurecht als Haus- und Nutztiere
Weitaus besser als Haustiere können die heimischen Wildtiere mit der großen Hitze umgehen. Hirsche, Rehe und Wildschweine seien von Natur aus überwiegend in den kühleren Abend- und Nachtstunden aktiv. Falls die Hitze zu groß würde, zögen sie sich intuitiv in dichtes Unterholz zurück. Außerdem verschaffen sich viele Tiere durch Suhlen im Schlamm Kühlung. Wildtiere seien somit allgemein besser an die Natur angepasst als die meisten Haustiere.
Quelle: Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg - Bildnachweis: Pegas / pixelio.de
