Sportliche Großereignisse, wie die IBU Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding (1. bis 11. März 2012) wollen organisiert sein. Allein an den ersten drei Wettkampftagen erlebten über 82.000 Zuschauer in der „ChiemgauArena“ und entlang der Strecke bei Kaiserwetter die faszinierenden Entscheidungen live vor Ort mit. Es bedarf einer logistischen Meisterleistung, dass die Biathlon-Fans aus aller Herren Länder möglichst ohne Verkehrs-Chaos von den Abfahrtspunkten in Ruhpolding und den umliegenden Gemeinden rechtzeitig ins Stadion gelangen. Natürlich bedienen sich die Ruhpoldinger Organisatoren dabei der langjährigen Erfahrungen aus dem IBU-Weltcup. Über ein Dutzend große Gelenkbusse werden als „Fan-Shuttle“ eingesetzt. Nur Reisebusse mit Durchfahrtgenehmigung gelangen beim Wettkampf noch in Stadionnähe. Auf weiträumig angelegten, großen Auffangparkplätzen werden die privat anreisenden Zuschauer abgefangen und in den Bussen zum Stadion gefahren.

Weltmeisterschaft der Rekorde: 730 Medienvertreter, 358 Sportler und 400 Offizielle

Und die Ruhpoldinger legten gleich einen gelungenen Start hin „Ich bin das erste Mal hier beim Biathlon. Das ist alles sehr gut organisiert“, lobte ein junger Mann aus Osnabrück nach der Mixed-Staffel die Organisatoren. Aber es gilt nicht nur die Fans von A nach B zu bringen. 47 kleinere Shuttles sind praktisch rund um die Uhr im Einsatz, um die 730 Medienvertreter, 358 Sportler und über 400 Offiziellen aus aller Welt an ihre Einsatzorte zu bringen.

1200 Ehrenamtliche sorgen für reibungslosen Ablauf der Biathon-Weltmeisterschaft

Dies alles wäre nicht möglich ohne die über 1200 ehrenamtlichen Helfer. Natürlich sind die Ruhpoldinger selbst in den verschiedenen Ressorts mit Feuereifer mit dabei, helfen mit, wo Hilfe benötigt wird, versuchen die Wünsche der Gäste so gut zu erfüllen, wie es nur geht. Doch das Organisationskomitee um OK-Chef und Bürgermeister Claus Pichler bedient sich dabei auch der erfahrenen Mithilfe von auswärts.

Axel Winterhalter ist Chef der Akkreditierung in Ruhpolding

So zählen auch drei Schwarzwälder zu den Mitstreiterin hinter den Kulissen. Axel Winterhalter, seit über acht Jahren in Hinterzarten beim Sommer Grand Prix für die Akkreditierung verantwortlich, ist vor Ort in Ruhpolding zuständig die Akkreditierung der Medienvertreter von Presse, Funk und Fernsehen. „Meine Part ist Koordination zwischen Pressezentrum und Akkreditierung. Im Vorfeld wird die Bereichseingabe über den Zugang im Stadion erfasst.

Dafür opfert der Hinterzartener zwei Wochen Freizeit und Urlaub, „für so eine tolle Sache mache ich das gerne“. Für den 37-jährigen ist es ein persönliches Highlight bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, „weil es riesig viel Spaß macht“. Dafür nimmt Winterhalter sogar in Kauf, dass er zwar in Ruhpolding ist, aber die Wettkämpfe nicht im Stadion erleben kann. „In der ersten Woche werde ich mir das Ganze im TV anschauen, weil immer wieder noch Leute zur Nach-Akkreditierung kommen“. Die zweite Woche teilt er sich mit seiner Kollegin auf, „dass ich die Wettkämpfe der Frauen, besuchen kann“.

Im „normalen Leben“ ist Winterhalter Segmentleiter für bürstenlose Gleichstrom-Motoren einer Bonndorfer Firma. Zugute kommt ihm beim ehrenamtlichen Einsatz nicht nur seine berufliche organisatorische Erfahrung, sondern auch die englischen Sprachkenntnisse. Nicht immer ist es einfach mit den Medienvertretern die Akkreditierung abzuwickeln. Umso mehr freuen den ersten Ansprechpartner im „Haus des Gastes“ die persönlichen Kontakte mit den ehemaligen Biathleten, „die man dann etwas näher kennen lernt, auch mal einen kleinen Plausch führen kann“.

Der „Arbeitstag“ bei der Akkreditierung ist zuweilen lang, bis zu elf Stunden ist das Büro geöffnet, „trotzdem befinde ich es nicht als stressig“. Kost und Logis sind für Winterhalter und seine drei charmanten Helferinnen, Kathrin Schweiger, Simone Zaschke, Katrin Thullner frei, dazu werden die Helfer mit der offiziellen WM-Ausrüstung ausgestattet, ansonsten gibt es allenfalls hin und wieder ein „Dankeschön“ der Medienvertreter.

Tobias Fehrenbach und Markus Dorer stellen für Infront die Banden

Noch bevor der erste Schuss in der ChiemgauArena fiel, traten bereits zwei andere Schwarzwälder in Erscheinung. Mit Erfahrung aus diversen Weltcups der Skispringer oder der Nordischen Kombinierer ausgestattet, sind Tobias Fehrenbach (Hinterzarten) und Markus Dorer (Schönwald) für Aufbau und die Positionierung der Werbebanden und Exit-Gate im Stadion und entlang der Strecke im Auftrag des österreichischen Vermarkters „Infront“ verantwortlich. „Es macht einfach Spaß hautnah bei den Wettkämpfen dabei zu sein“, erklären beide unisono. Und (meist) können sie die Wettkämpfe relativ relaxt genießen. Doch während Neuner, Fourcade, Domracheva & Co. längst wieder über alle Berge sind, treten dann die beiden Schwarzwälder wieder in Aktion, der Abbau des Bandenwerbung steht an.

Das Wettkampfprogramm und die Startzeiten gibt es hier. ARD und Europsport berichten live von den Titelkämpfen in Ruhpolding. Aktuelle Ergebnisse und Geschichten rund um die Biathlon-WM gibt es auch bei suite101.