Auf einer verlassenen Insel im Südpazifik macht ein Geologe seine größte – und letzte – Entdeckung. Ein riesiger Meteorit schlug hier vor Millionen von Jahren ein. Alte Mythen ranken sich um die Insel, die mit einem Fluch beladen sein soll. Der Forscher Nestor Masangkay bekommt dies am eigenen Leib zu spüren, als er den seltsamen Meteoriten berührt.
Der Millionär Palmer Lloyd ist dabei, seinen Traum zu verwirklichen und baut gerade ein riesiges neues Museum in der Nähe von New York. Er will die spektakulärsten Stücke der Welt dort ausstellen die es gibt, Geld spielt keine Rolle. Als er von dem Meteoriten erfährt, will er ihn um jeden Preis haben. Er beauftragt die ESS, die Effective Engineernig Solutions Inc., die verspricht, jedes noch so heikle Problem zu lösen. Außerdem holt er Masangkays Ex-Partner ins Boot, der die Theorie vertritt, dass es auch Meteoriten aus anderen Sonnensystemen gibt, die auf der Erde eingeschlagen sind.
Nach eingehender Prüfung und Risikoeinschätzung seitens der ESS machen sich die Wissenschaftler mit einem umgebauten Öltanker auf den Weg nach Chile, um die nicht ganz legale Aktion durchzuziehen. Hinter dem Rücken der Chilenischen Regierung soll der Meteorit in die USA geschmuggelt werden.
Ein Meteorit aus einem anderen Sonnensystem
Der Meteorit, den sie finden, übersteigt alles Dagewesene. Über dreißig Millionen Jahre liegt der seltsame Stein schon unter der Erde, sein Schmelzpunkt liegt weit über dem von Gold und er ist härter als Diamant. Sam McFarlane, Masangkays Ex-Partner, sieht seine Theorie endlich bestätigt – dieser Meteorit muss aus einem anderen Sonnensystem stammen. Seltsame Unfälle bestätigen, dass das Ding nicht ganz ungefährlich ist.
Doch nicht nur die Bergung und der Transport sind äußerst knifflig. Der Kommandant eines chilenischen Zerstörers hat den Verdacht, dass es sich bei der angeblichen Erzförderung um etwas anderes handeln muss. Schnell stellt er fest, was die Amerikaner tatsächlich suchen. Erbost und von Rachegefühlen geleitet, jagt er sie bis in das ewige Eis der Antarktis.
Ein Thriller der Spitzenklasse
Erkenntnisse über andere Sonnensysteme beschäftigen von jeher die Menschen, besonders im Zeitalter der technischen Fortschritte. Was vielleicht auf den ersten Blick etwas weit hergeholt sein mag, wird in diesem Thriller glaubwürdig in Szene gesetzt. Die zwischenmenschlichen Probleme und Naturgewalten runden das Bild ab. Allenthalben die manchmal etwas langatmigen technischen und wissenschaftlichen Erklärungen verleiten zum überfliegen. Andererseits zeugt das von sehr guter Recherche.
Dass das Buch nicht mit einem Happy End schließt, schmälert nicht das Lesevergnügen. Im Gegenteil, das lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Lincoln Child und Douglas Preston haben wieder den Nerv der Zeit getroffen und ein durchaus lesenswertes Buch geschrieben.
L. Child & D. Preston: Ice Ship – Tödliche Fracht, Droemer/Knaur 2004, Taschenbuch, 528 Seiten. ISBN-10: 3426625407, ISBN-13: 978-3426625408
