
- Automatisierte Lenksysteme erlauben Freihändigkeit - Gundula Klämt
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ist einer der umfangreichsten Agrarvereine, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern. Die DLG betreibt verschiedene Fach- und Testzentren, die sich mit aktuellen Zukunftsfragen und Schlüsselproblemen der Branche befassen, Ergebnisse vorstellen und diskutieren und daraus Innovationen, Trends und Qualitätsstandards ableiten. Mitglieder der DLG sind in ein agrarisches Netzwerk eingebunden, das von einem regen Erfahrungsaustausch lebt.
12. DLG-Feldtage auf dem Rittergut Bockerode
Die DLG-Feldtage werden seit 1988 im Turnus von 2 Jahren an wechselnden Orten veranstaltet. Die 12. Freilandschauen von renommierten Ausstellern aus aller Welt, DLG-Themenforen und Informationszentren in Pavillons zwischen den aufwendig angelegten Versuchsparzellen der Pflanzenzüchter und des pflanzenbaulichen Versuchswesens wurden vom 15. bis 17. Juni 2010 auf 48 Hektar des Rittergutes Bockerode in der Nähe von Hannover im Bundesland Niedersachsen ausgetragen. Fester Bestandteil der Freilandschau sind publizierte aktuelle Ergebnisse der Vergleiche europäischer Anbauverfahren für Weizen und Raps. Überhaupt erhält der Besucher viele Informationen und Beratungen, so dass die Feldtage auch eine Art Börse für Informationen, Unternehmenskontakte und Erfahrungen sind.
Live-Präsentation innovativer Landmaschinen im Einsatz
Großen Andrang gab es bei den Maschinenvorführungen am Rande des Ausstellungsareals. Trendweisend sind automatisierte Lenksysteme, die praktisch freihändig fahren. Nach den einzelnen Stoppelbearbeitungen rannten die Zuschauer wie Ameisen über die frisch bearbeiteten Flächenstreifen und begutachteten skeptisch die Ergebnisse (Fotos hierzu). Zudem wurden innovative Mineraldüngerstreuer vorgeführt, die eine teilflächenspezifische Düngung erlauben. Bei den vorgestellten Pflanzenschutzspritzen lag der Fokus auf der Gestängestabilität und -balance. In der Landtechnik geht der Trend eindeutig hin zu mehr Effizienz durch intelligentes Precision Farming und gleichzeitig zu verbesserter Umweltschonung.
Gehört die Zukunft den Feldrobotern?
Unvorstellbar, dass die Zukunft so aussehen könnte, wurden die Feldroboter zwischen den Reihen junger Maispflänzchen in Augenschein genommen. Wenn die Feldarbeiten von der Düngung bis zum Pflanzenschutz in Zukunft von programmierten Robotern durchgeführt werden, können auch die Bauern im Sommer Urlaub machen. Im Idealfall dokumentieren die technologischen Helfer die durchgeführten Maßnahmen elektronisch während der Arbeit. Vielleicht lassen sich mit autonomen Feldrobotern mal Flächen auf anderen Planeten bewirtschaften?
Brisantes Thema: Grüne Gentechnik
Für heftige Diskussion sorgte das Forum zur Grünen Gentechnik. Im Podium saßen die sehr konträren Seiten in Personen der Hochschul-Professoren Schier und Kogel, Frau Dr. Duwenig (BASF), Herr Dosch (Bioland) und Dr. Preuße (Chefredakteur der DLG-Mitteilungen), der die Diskussion moderierte. Zündstoff lag in der Luft. Verfechter und Skeptiker des Anbaus transgener Kulturpflanzen und der Genforschung in der Pflanzenzüchtung gaben ihre Argumente zum Besten. Betriebe des Ökologischen Landbaus fürchten die Einkreuzung der gentechnisch veränderten Pflanzen, so dass Koexistenz und Wahlfreiheit nicht gegeben sind. Natürlich konnte auch bei dieser kleinen Debatte wie in etlichen vorangegangenen Gesprächsrunden kein Konsens erzielt werden.
Foren rund um die Uhr
Andere Foren, zu denen Spezialisten auf diesem und jenem Gebiet geladen waren, beschäftigten sich unter anderem mit der Nachhaltigkeit des Energiepflanzen-Anbaus, der Mulchsaat auf Hochertragsstandorten, dem Zwischenfruchtanbau in Weizen-Rüben-Fruchtfolgen, mit Einzelkornsaat bei Raps, der Produktivität des Öko-Landbaus und der Bodenfruchtbarkeit. An allen drei Tagen wurden hochinteressante Themen behandelt. Die DLG veranstaltete die Treffen für Pflanzenbau-Profis teilweise zusammen mit der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNR), der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) und der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB).
Nächste Termine bei der DLG und Vorteile der Mitgliedschaft
Die nächsten DLG-Feldtage wird es im Jahr 2012 geben. Bis dahin müssen sich Ackerbauern, Pflanzenbauwissenschaftler und Interessierte aber nicht gedulden. Die DLG bietet viele andere Großveranstaltungen in der Agrarbranche an, so beispielsweise die Agritechnica 2011, die PotatoEurope 2010, die BioEnergy Decentral 2010 und DLG-Wintertagungen. Auch im DLG-Seminarprogramm sind interessante Angebote dabei. DLG-Mitglieder genießen Ermäßigungen bei Seminaren, Tagungen als auch Publikationen und bei den Fachveranstaltungen sogar freien Eintritt an zwei Tagen. Monatlich kommt die Fachzeitschrift "DLG-Mitteilungen".
