
- Dan Wells: Ich will dich nicht töten - Piper
Dan Wells hat bei seinen Serienkiller-Romanen die Mörder nicht nur als Dämonen dargestellt, sondern sie zu echten Dämonen gemacht. Ihr Gegenspieler ist der Teenager John Cleaver, der nach dem Tod des zweiten Dämons, selbst einen weiteren gerufen hat, um Jagd auf ihn zu machen. Davon erzählt Band 3 „Ich will dich nicht töten“.
„Ich will dich nicht töten“ mit John Cleaver als Dämonenjäger
Doch ganz so leicht, wie es sich John vorgestellt hat, geht sein Plan nicht auf. Der Dämon mit Namen Niemand versucht nicht einfach, den 16-jährigen Jungen, der ihn herausgefordert hat, zu finden und zu töten. John ist zunehmend irritiert, zumal da noch Marci ist. Das bei allen beliebte, gut aussehende Mädchen weckt in John den Wunsch, ein normaler Teenager zu sein, der seine ersten Erfahrungen mit der Liebe macht. Doch eine neue Mordserie erschüttert Clayton County, und John Cleaver wird wieder zum Dämonenjäger.
Lebte „Ich bin kein Serienkiller“, der erste Roman von Dan Wells, noch vom Gegensatz eines dämonischen Killers, der aus Liebe tötet und einem Jungen, der fürchtet zum Serienkiller zu werden, kommt „Ich will dich nicht töten“ fast ohne dieses Wechselspiel zwischen Gut und Böse aus. Nachdem John Cleaver in „Mr. Monster“, wie er die dunkle Seite in sich nennt, den Killer in sich herausgelassen hat, hat er gelernt, diesen Teil seiner Persönlichkeit zu kontrollieren. Er sieht sich nun als Drachentöter, der die Menschheit vor den Dämonen beschützt. Dan Wells rückt einen Konflikt in den Mittelpunkt des Innenlebens seines Protagonisten, der bereits zuvor als Gegengewicht zur Killer-Seite des Jungen gedient hatte. Der Soziopath John lernt die Liebe kennen – durch die Nachbarin Brooke, durch seine Freundin Marci und durch seine Mutter.
Dan Wells bleibt Mysterythrillern im nächsten Buch-Projekt treu
Damit die Spannung im Thriller „Ich will dich nicht töten“ aber nicht verloren geht, lüftet Wells dieses Mal erst sehr spät die Identität des dämonischen Killers. Und für Leser, die vom Vorgehen eines Serienmörders fasziniert sind, gibt es ausreichend Szenen, in denen es um Tötungsmethoden, Profiling und Botschaften eines Killers geht. Keine leichte Kost also, vor allem das wie bereits in den Vorgängern sehr brutale Ende ist nichts für zarte Gemüter.
Dan Wells hat den Abschluss der Trilogie so gelassen, dass ihm ein ganzes Scheunentor für eine Fortsetzung offen bleibt. Bei seinem nächsten Buch soll es sich eigenen Aussagen zufolge erneut um einen Mysterythriller handeln. Der mit Brandon Sanderson befreundete Wells schreibt aber auch an einem Science-Fiction-Roman.
Piper-Verlag setzt beim Cover von „Ich will dich nicht töten“ auf die Haptik
„Ich will dich nicht töten“ hat der Piper-Verlag übrigens nicht nur im Rough Cut herausgegeben, sondern das blutrote Cover auch haptisch gestaltet: Der Einband sieht nicht nur nach Leder aus, sondern fühlt sich auch ein wenig so an.
Dan Wells: Ich will dich nicht töten. Piper 2010. Kartoniertes Taschenbuch im Rough Cut, 448 Seiten. Euro 12,95 (Österreich 13,40).
