
- Futterkiste für Igel - Adele Sansone
Können Igel, die Wildtiere sind, menschliche Hilfe im Frühling gebrauchen? Diese Frage ist leicht zu beantworten: Ja, auf jeden Fall.
Unterscheiden muss man allerdings, ob es Igel betrifft, die ohne menschliche Hilfe den Winterschlaf verbracht haben, oder solche, die menschliche Hilfe brauchten und vom Mensch in eigenen Winterschlaf-Quartieren untergebracht waren.
Wann erwacht der Igel aus dem Winterschlaf?
Ende März bis Ende April erwacht der Igel, je nach Höhenlage und Witterung, aus seinem Winterschlaf. Das Nahrungsangebot im zeitigen Frühjahr ist für den Insektenfresser anfangs noch recht dürftig. Wenn Sie einen Igel in Ihrem Gartenbereich wissen, vielleicht sogar seinen Winterschlafplatz kennen, dann ist es ein Leichtes, sein Nahrungsangebot hilfreich zu vergrößern.
Igel, die frühzeitig, also noch im Spätwinter erwacht sind, benötigen andere Hilfe.
In einer katzenfesten umgedrehten Kiste können Sie dem Tier jeden Abend eine Schüssel mit Nahrung und eine kippsichere Schüssel mit Wasser hin stellen. Die Futterkiste jeden Morgen säubern, Futterreste weg werfen.
Wenn normales Frühlingswetter herrscht, ohne wieder einsetzende Frostperioden, genügt es circa 14 Tage lang den Igel zu zufüttern. Dann reduziert man jeden Tag das Nahrungsangebot – der Igel soll sich ja frei sein Futter suchen lernen, und lässt es nach spätestens vier Wochen wieder auf. So helfen Sie dem Tier über die erste kritische Zeit, damit seine Fettreserven, die er im Winterschlaf aufgebraucht hat, wieder erneuert werden. Da anschließend die Paarungszeit einsetzt – Mai bis Juni, ist der kleine Gast sicher dankbar dafür.
Tipps für Igel, die mit menschlicher Hilfe überwintert haben
Sobald Ihr Wintergast erwacht ist, und gesund, aber abgemagert sich zu regen beginnt, beginnen Sie wieder, so wie im Spätherbst zu füttern.
Ältere Jungigel können Sie auch ohne Umwege nach ein paar Tagen wieder frei setzen. Der Fundort ist der geeignetste Platz, wo Sie ihn wieder in die Freiheit entlassen. Am besten, Sie stellen sein Winterhäuschen an einen geschützten Ort im Garten und eine Futterkiste dazu. Der Igel wird die ersten Tage das Quartier noch benützen, bis er einen Schlafplatz seiner Wahl gefunden hat. Die Futterkiste wird er auch sicher weiterhin in Anspruch nehmen.
Allerdings, wie oben erwähnt, nicht zu lange füttern. Die Igel sollen nicht vom Menschen abhängig werden.
War Ihr Wintergast ein noch sehr kleiner Igel, dann müssen Sie ihn etappenweise an die Freiheit gewöhnen. Wenn es möglich ist, und die Witterung mild (tagsüber circa 15 Grad, nachts nicht unter 8 Grad), dann ist es günstig, dem Igel ein Freigehege zu bauen. Dazu kann man Steckelemente, wie man sie auch für mobile Gehege für ein Meerschweinchen benützt, nehmen oder Maschendrahtzaun, den man an Hölzern befestigt und ein Stück in den Boden eingräbt.
Darin können Sie eine wetterfeste Schlafkiste an einem geschützten und störungsfreien Ort aufstellen, ebenfalls eine Futterkiste. Nach ein, zwei Wochen , wenn der Igel wieder ein wenig zugenommen hat, können Sie dann abends ein Zaunelement entfernen. Der Igel findet dann den Weg in die Freiheit. Normalerweise kehrt der Igel gegen Morgen wieder in sein Schlafhäuschen zurück. Erst wenn er einen geeigneten natürlichen Schlafplatz gefunden hat, wird er dem Schlafhäuschen den Rücken kehren. Den Futterplatz allerdings sucht er erfahrungsgemäß noch länger auf. Auch hier gilt, nicht zu lange zu füttern, er muss lernen selbst zurecht zu kommen.
Zusätzliches Futterangebot für Igel
Am einfachsten ist es, aus Katzenfutter und Igeltrockenfutter ein Futter zu mischen. Dankbar wird auch beigemischtes Hackfleisch (vorher kurz abbraten) oder klein geschnittenes Hühnerfleisch (gekocht) angenommen. Auch die gelegentliche Zugabe von Rührei ist gut für den Igel geeignet.
Verwendet man kein Igeltrockenfutter, muss man Haferflocken oder Kleie dem Katzenfutter zu setzen. Bitte keine Milch geben, nur Wasser.
Ein günstiger Auswilderungsort für einen Igel
Kann man den Igel nicht im eigenen Garten aussetzen, dann sucht man vorher einen günstigen Auswilderungsplatz. Hecken am Waldrand, wo vielleicht in der Nähe einzelne Holzhütten stehen, sind gut geeignet.
Wenn Sie den Igel dann abends mit einer Portion Heu (dient als erster Schlafplatz) im Schutz einer Hecke oder eines Strauches und einer Portion Futter (allerdings ohne Gefäß) entlassen, hat er gute Chancen dort sein Leben zu genießen.
Quellen: Igelratgeber, wie pro-igel.de und eigene Erfahrungen mit Igel-Pflegekindern.
