
- Igel - Adele Sansone
Im Winter sollte der Igel eigentlich Winterschlaf halten. In den Winterschlaf geht ein Igel Mitte bis Ende November. Ein Igel, den man in den ausgehenden Wintermonaten, also Ende Jänner, Februar im Freien findet, wurde durch irgend etwas gestört. Wenn ein aus dem Winterschlaf geweckter Igel herum torkelt, dann ist das meistens darauf zurückzuführen, dass sein gesamter Kreislauf noch nicht richtig funktioniert.
Warum erwacht ein Igel zu früh aus dem Winterschlaf?
Ein Igel erwacht oft aus dem Winterschlaf, wenn sein Winterplatz an einer ungünstigen Stelle steht, wo er durch Menschen oder Tiere gestört wird. Manchmal ist es auch die Sonne, die auf den Unterschlupf scheint und den Bau so erwärmt, dass der Igel meint, es sei schon Frühling. Ein junger Igel erwacht häufig vor der Zeit, weil seine Fettreserven zu Ende gehen.
Igel gefunden - was tun?
Gewicht kontrollieren ist das Wichtigste. Wiegt der Igel zwischen 500 und 600 Gramm legen Sie ihn an einem geschützten Platz in ein Schlafhäuschen in einem großen Karton und stellen ihm Futter und Wasser hin. Hat er in der Nacht das Futter gefressen, dann wurde er anscheinend nur gestört. Dann ist das Beste ihn am Fundort eine Futterstation ein zu richten und ihn abends dort aus zu setzen. Er wird dann sein Futter fressen und sich wieder an seinen Winterplatz zurück ziehen und den Winterschlaf fort setzen.
Ist der Igel bereits deutlich abgemagert, muss man ihn in Obhut nehmen. Ein unterkühlter Igel (die Bauchseite fühlt sich deutlich kälter an, als die eigene Hand) muss erst behutsam erwärmt werden. Dazu füllt man eine Wärmeflasche mit warmen Wasser, wickelt ein Baumwolltuch darum und legt die Wärmeflasche in eine kleine hohe Schachtel. Dann legt man den Igel darauf und deckt ihn noch zusätzlich mit einem Tuch zu. Wenn er anfängt sich in dieser Schachtel zu bewegen, heraus klettern will, ist ihm war genug geworden.
Anschließend stellt man ihm Futter und Wasser hin und bietet ihm ein Schlafhäuschen an. Frisst der Igel nicht über Nacht (die Tiere sind dämmerungsaktiv), dann müssen Sie am Folgetag den Igel zu einem Tierarzt oder einer Igelstation bringen. Frisst er und Sie sehen sich darüber hinaus, dann richten Sie ihm einen Schlafplatz mit Gehege.
Ein Schlafhäuschen für Igel
Als Schlafhäuschen nimmt man eine kleine Schachtel in die man seitlich einen 10x10 cm großen Eingang schneidet. Das Häuschen füllt man am besten mit zerrissenem Zeitungspapier aus. Man kann auch Heu mit Papier mischen. Dieses Häuschen setzt man dann in ein Gehege, das man aus zwei großen Kartons basteln kann, die man miteinander fest verbindet und einen Durchschlupf schneidet. Ein Igelgehege muss etwa 2 qm groß und die Seitenwände 45 - 50 cm hoch sein. Igel sind gute Kletterer. Mit Zeitungspapier den Boden auslegen und regelmäßig auswechseln. Das Ganze in einen ruhigen, aber nicht kalten Raum stellen.
Das richtige Futter für Igel
Eine Mischung aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter, etwas Haferflocken und etwas Kleie und einen Tropfen Sonnenblumenöl werden gerne genommen. Rührei ohne Salz, Hackfleisch kurz abgeröstet, Hühnerfleisch gekocht und zerkleinert wird zur Abwechslung auch gerne gefressen. Da Igel fast immer in den Fressnapf hinein steigen, kippsichere Schüsselchen verwenden. Wasser hinstellen, keine Milch.
Das Auswildern vom Igel, den Sie über den Winter beherbergt haben
Man darf den Igel erst wieder in Freiheit entlassen, wenn der Boden frostfrei ist und ihm wieder seine natürliche Nahrung zur Verfügung steht. Solange muss man noch weiter füttern. Auch in den ersten Wochen tut es gut ihm noch zusätzlich Futter (geschützt vor Katzen) an zu bieten. Dann aber verlässlich die Fütterung einstellen.
