
- junge Igel - Adele Sansone
Der Igel (Erinaceus europaeus) ist ein Säugetier und gehört zu den Insektenfressern. Igel sind in ganz Europa verbreitet.
Das Aussehen des Igels
Er wird 22-30 cm groß und etwa 800 bis 1300 Gramm schwer. Der Rücken ist mit braunbeige gebänderten Stacheln bedeckt, Kopf und Bauch sind mit weichem Fell behaart.
Die Stacheln sind umgebildete Rückenhaare, etwa 4000 – 8000 hat ein ausgewachsener Igel. Bei Gefahr stellt er sie mit Hilfe seiner Rückenmuskeln auf, die Beine zieht er unter den Bauch, er bildet eine Kugel. Der natürliche Feind hat keinen Angriffspunkt. Leider schützen ihn die Stacheln nicht vor den Gefahren der Zivilisation, wie Autos und gefährlichen Gartengeräten.
Die natürliche Lebensweise des Igels
Der Igel ist dämmerungsaktiv, das heißt er steht abends auf und treibt sich nachts herum, deshalb stoßen wir fast immer nur auf seine Spuren, schwarzbraune, 4-5 cm lange Würstchen (Igelkot). Trotz der kurzen Beinchen kann er erstaunlich gut klettern.
Igel produzieren die unterschiedlichsten Laute, schnaufen, fauchen, schmatzen, schnarchen. Säuglinge zwitschern wie kleine Vögel, wenn sie nach der Mutter rufen. Igel können hervorragend riechen und hören (sehr lärmempfindlich), sehen aber nicht besonders gut.
Im späten Frühjahr beginnt die Paarungszeit, da kann man sie dann auch manchmal tagsüber beobachten. Die meisten Igelchen werden im August oder September geboren. Sie werden von der Mutter aufgezogen. Die Jungen kommen nur wenige Zentimeter groß, mit geschlossenen Augen und Ohren zur Welt (Nesthocker). Die Säuglingsstacheln sind bei der Geburt in der aufgequollenen Rückenhaut eingebettet, nach wenigen Stunden spießen dann etwa 100 weiße Stacheln hervor. Im Alter von 3-4 Wochen verlassen die Igelchen dann erstmals ihr Nest und suchen gemeinsam mit der Mutter Nahrung. Das geschieht oft auch tagsüber. Nach etwa 6 Wochen Säugezeit werden sie selbstständig und leben dann allein.
Was fressen Igel?
Insekten, Laufkäfer, Regenwürmer, Raupen, Schnecken zählen zu ihrem Speiseplan. Sie ernähren sich nicht von Obst oder pflanzlicher Kost.
Unsere Gärten, der Lebensraum vieler Igel
Gärten, in denen genug naturnahe Plätze sind, lieben sie. Sterile Rasen ohne Hecken oder verwilderte bereiche meiden sie. Wo Unterschlupf, wie regengeschützte Reisighaufen, Holzstöße vorhanden sind, beziehen sie gerne Quartier. Komposthäufen sind außerdem nahrhafte Quelle durch die dort lebenden Insekten und Würmer.
Wer Igel im Garten hat sollte auf den Einsatz von Gift verzichten.
Der Igel und sein Winterschlaf
Im Spätherbst beginnt sein Winterschlaf, den er in einem trockenen Unterschlupf in einem kugelig gebauten Nest verbringt. Dabei formt er durch Drehbewegungen aus den Blättern ein schützendes, wasserdichtes Dach.
Igel (Jungtiere), die Ende Oktober -Anfang November nicht das erforderliche Gewicht haben (etwa 500-600 Gramm) sind gefährdet. Finden auch nicht die nötige Winterruhe und erfrieren oder verhungern dann meistens bei der vergeblichen Nahrungssuche oder überstehen lange Winter nicht.
Ein Igel im Herbst - braucht er Hilfe?
Trifft man im Herbst einen Igel im Garten, sollte man zuerst einmal nur auf seine Größe und sein Gewicht achten. Bewaffnet mit stachelfesten Gartenhandschuhen ( Rosenhandschuhe.) kann man einen Igel behutsam aufheben und dann auf der Küchenwaage abwiegen.
Ein ausreichend großer Jungigel ist etwa 500 -600 Gramm schwer, da genügt es ihm zusätzliches Futter für den Winterspeck anzubieten. Ein gut vor anderen Kostgängern geschütztes Schälchen mit Katzenfutter oder fertigem Igelfutter wird gerne angenommen.
Ist er jedoch zu leicht, so muss man überlegen, ob und wie man helfen kann. Unsere Hilfe ist nur dann sinnvoll, wenn sie auch richtig erfolgt. Manche dieser zu zarten Igel sind auch krank und brauchen dann die Hilfe vom Tierarzt. Am besten ist es bei einer regionalen Igelstation, einem Tierarzt oder in einem Tierschutzhaus nach zu fragen. Regionale Tierhäuser bieten immer wieder Igelberatungen an.
Ein letzter Tipp zum Thema Igel und seine Pflege
Es ist keine Sache von wenigen Tagen einen Igel zu überwintern.
Es braucht den richtigen, ausreichend warmen Platz zum Aufpäppeln, den richtigen kalten Platz für den Winterschlaf und regelmäßige Pflege, Saubermachen, Füttern und Geduld. Im Frühjahr muss man den Igel verlässlich wieder in die Freiheit entlassen, da er ein Wildtier und kein Haustier oder Spielzeug ist. Es ist aber ein wunderbares Gefühl dieses kleine Lebewesen wieder in die freie Natur entlassen zu können.
Tipp: Ein Igel mit Stacheln, der aber mit unserem Igel nicht verwandt ist - der Schnabel- oder Ameisenigel, ein interessantes und kurioses Tier.
