Illegaler Elfenbeinhandel – Wilde Elefanten wieder stark bedroht

Unbearbeitetes Elfenbein - Wikipedianutzer: Stahlkocher
Unbearbeitetes Elfenbein - Wikipedianutzer: Stahlkocher
Trotz Handelsverbote nimmt der illegale Handel mit Elfenbein wieder rasant zu. Besonders die große Nachfrage in Asien bedroht die wilden Elefanten.

Wer unter den reichen Menschen etwas auf sich hält, braucht seltene Statussymbole. Als solche sehr beliebt sind Produkte aus Elfenbein. Besonders im asiatischen Raum ist die Nachfrage nach Produkten aus Elefantenzähnen in den letzten Jahren stark gestiegen.

Produkte aus Elfenbein

Elfenbein wird aus Stoßzähnen großer Tiere hergestellt. Es besteht aus Calciumphosphat, Kalk und aus einem geringerem Anteil organischer Bestandteile. Gewonnen wird Elfenbein aus den Stoßzähnen von Elefanten, Nilpferden, bestimmten Walarten oder auch von Wildschweinen. Besonders wertvoll sind die Stoßzähne von indischen und afrikanischen Elefanten. Die meisten Kunden bevorzugen auch dieses Elfenbein. Die Elefanten sind deshalb am Stärksten durch den Elfenbeinhandel bedroht.

Der Wert des Elfenbeines hängt von der Qualität der Zähne ab. Besonders weiße Zähne, ohne Verfärbungen oder Einschlüsse, erreichen den höchsten Wert. Der Preis ist zudem auch abhängig von den Gesetzen des jeweiligen Landes. Ist der Schmuggel schwierig und die Nachfrage trotzdem hoch, steigt auch der Preis. Aus Elfenbein werden viele, verschiedene Produkte hergestellt. Zierrat oder Schmuck ist dabei das Beliebteste, aber auch kleinere Gebrauchsgegenstände, wie Stempel, Kämme oder Spielfiguren. Der Handel ist gerade durch den hohen Preis so lukrativ geworden, dass sich bereits große Gruppen der organisierten Kriminalität auf Elfenbeinhandel spezialisiert haben. Das illegale Geschäft bringt oft mehr Geld ein als der Handel mit Drogen.

Illegaler Handel nimmt wieder zu

In den letzten Jahren ist der Handel mit illegalem Elfenbein wieder stark gestiegen. Trotz internationaler Handelsverbote nimmt die Wilderei afrikanischer Elefanten rasant zu. In westlichen Ländern ist die Nachfrage eher gering und der Schmuggel schwierig. Gute Umsetzung der Verbote und gut ausgebildete, unbestechliche Zollbeamte verhindern effektiv die Einfuhr und den Handel mit Elfenbein. In Asien dagegen werden Verbote nur unzureichend umgesetzt. In vielen Ländern gibt es nur schlecht ausgebildetes Personal, das gegen den illegalen Handel vorgehen soll. Zudem sind dort wegen zu niedriger Löhne weit mehr Beamte bestechlich. Auch sind die gesamten Finanzmittel der Polizei so gering, dass ihr Kampf gegen die reichen Schmugglerbanden oft aussichtslos ist. Zwar erzielt auch die asiatische Polizei hin und wieder Erfolge, die eigentlichen Drahtzieher bleiben aber meist unerreichbar.

In anderen asiatischen Ländern, beispielsweise in China oder Japan, sorgen zudem gelockerte Gesetze für einen rasanten Anstieg des Elfenbeinhandels. Mit gesetzlichen Ausnahmen wird der Handel erleichtert und dadurch steigt auch die Nachfrage nach den Produkten. Durch die vielen Ausnahmeregelungen wird auch der illegale Handel indirekt gefördert.

Was gegen Elfenbeinhandel wirklich hilft

Seit 1989 wurden internationale Handelsverbote für Elfenbein beschlossen. Anfangs schien das Verbot auch Wirkung zu zeigen. Der Handel und auch die Nachfrage nahmen weltweit deutlich ab. Seit einigen Jahren steigt der illegale Handel wieder rasant an. Hauptursache dafür ist, dass die Nachfrage weltweit wieder stark steigt. Eigentlich gibt es bereits gute Möglichkeiten künstliches Elfenbein aus Ersatzstoffen herzustellen, allerdings sind die Käufer nur am tierischen Elfenbein interessiert. Künstliche Alternativen bieten daher keine Lösung gegen den illegalen Handel.

Da in einigen asiatischen Ländern der Handel mit neuen Ausnahmen und Lücken in den Gesetzen teilweise sogar erlaubt wird, kann das Problem nur effektiv am Ursprung bekämpft werden. Das meiste Elfenbein stammt aus Afrika, wo Wilderer sehr leicht Elefanten illegal jagen können. Die Regierungen vieler Länder können gar nicht wirkungsvoll gegen die Wilderer vorgehen. Durch staatliche Konflikte und durch viel zu geringe Finanzmittel können afrikanische Regierungen die wild lebenden Elefanten nicht effektiv schützen. Gegen den Elfenbeinhandel und die Ausrottung der Elefanten hilft letztlich nur, wenn auch afrikanische Länder genügend gut ausgebildetes Personal gegen Wilderer einsetzen könnten. Davon ist der Großteil Afrikas aber weit entfernt. Solange reiche westliche Länder Afrika nicht deutlich stärker im Kampf gegen Wilderei unterstützen, bleibt die Zukunft der wilden Elefanten stark gefährdet.

Quellen:

S.Zander Portraitfoto, http://www.die-bildermacher-baesweiler.de

Stefan Zander - Mein Name ist Stefan Zander, ich bin Baujahr 80 und wohne im Kreis Aachen. Ich bin gelernter Chemisch-Technischer-Assistent und seit ...

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