Im Gespräch mit "Lord Volture" aus Holland. Interview

Lord Volture im Interview 1 - Lord Volture
Lord Volture im Interview 1 - Lord Volture
Aus Holland kommen nicht nur Tulpen und Death Metal. Die US-Power Metal-Band "Lord Volture" spricht im Interview über ihre Einflüsse und die Szene.

Holland hat eine ausgeprägte und gesunde Heavy Metal-Szene. Bekannt ist das Land allerdings hauptsächlich für Death Metal-Acts. Im Gespräch mit David und Frank von „Lord Volture“ über die holländische Szene, Tourneen und prominente Gastmusiker ...

Wolfgang Weitzdörfer (WW): Welche Bands haben euch beeinflusst? Vielleicht andere, als die „offensichtlichen“ – „Jag Panzer“, „Cage“, „Iced Earth“ und „Vicious Rumors“?

David Marcelis (DM): Wie schon gesagt stellen „Judas Priest“ einen großen, vielleicht sogar den größten Einfluss für die Musik von „Lord Volture“ dar. Das mag daran liegen, dass ich vier Jahre lang in einer Tribute-Band namens „Judas Rising“ gesungen habe. Für mich sind die Briten die echten Gottvatis des Metal. Aber neben „Judas Priest“ sind da natürlich noch viele andere Bands, die ich liebe, etwa „Queensrÿche“, „Saxon“, „Savatage“, „Manowar“ und „Primal Fear“. Aber auch Thrash und Speed Metal-Bands, wie etwa „Agent Steel“, „Megadeth“, „Metal Church“, „Exodus“, „Testament“ und so weiter ...

Frank Wintermans (FW): Heutzutage sind meine Haupteinflüsse Jazzmusiker, etwa Avishai Cohen, Esbjorn Svensson und Brad Mehldau. Diese Jungs geben mir wirklich eine Menge an musikalischen Inspirationen! Aber natürlich bin ich auch von Metal-Bands beeinflusst, zum Beispiel von „Metallica“, „Iron Maiden“, „Slayer“, sowie von eher moderneren Bands wie „Gojira“, „Textures“ und „Nevermore“.

WW: Kommen wir zur Power Metal-Szene in Holland – gibt es eine, oder steht ihr mit eurem Sound alleine auf weiter Flur? Man kann ja nun wirklich aus Legionen von holländischen Death Metal-Bands auswählen, aber Bands, die eure Stilrichtung spielen, fallen kaum ins Auge oder doch?

DM: Es gibt da schon ein paar gute Gruppen, die bekommen aber außerhalb der Niederlande kaum Aufmerksamkeit. Manche von ihnen gibt es bereits seit zehn bis fünfzehn Jahren, die haben auch keine Ambitionen mehr, größer und bekannter zu werden. Das ist schade, denn wie du ganz richtig angemerkt hast, gibt es bei uns eine Menge an Talenten! Es scheint sich nur ziemlich im Death Metal und noch extremeren Richtungen zu kulminieren. Mit „Lord Volture“ versuchen wir nun im Rest von Europa und der ganzen Welt bekannter zu werden. Es gibt in Holland eine loyale Fangemeinde, aber tatsächlich leben doch die Metalheads viel zu weit verbreitet, als dann man sich nur auf ein Land beschränken sollte.

WW: Insgesamt könnte man sagen, dass die holländische Szene ziemlich gesund ist – ist dieser Eindruck korrekt oder würdet ihr da widersprechen?

FW: Ich glaube schon, dass man das so sagen kann. Es gibt hier viele talentierte Bands, mit einigen haben wir schon die Bühnen geteilt. Meiner Meinung nach ist es eine tolle Sache, dass man so viele gute Bands hat, die im ganzen Land auftreten können.

DM: Die niederländische Szene ist insofern sehr gesund, als dass viele Sachen sehr gut organisiert sind und auch die Reisewege recht kurz sind. Außerdem ist genug Geld vorhanden, um die Underground-Kultur zu unterstützen, sowohl von staatlicher Seite aus, wie auch privat durch enthusiastische Fans.

WW: Wie sieht es mit Tourneen aus – irgendwelche Plände für 2012? Gibt es schon eine bestätigte Tour um eure Platte zu promoten?

DM: Wir wollen „Lord Volture“ auf jeden Fall auch ins Ausland bringen. Momentan sind wir noch auf der Suche nach einem vernünftigen und sinnvollen Tour-Paket, auf das wir uns dann einkaufen wollen. Es sind aber noch keine Termine festgelegt. Ansonsten wollen wir 2012 auf jeden Fall eine kleine Headliner-Tour durch Deutschland und vielleicht auch Polen und die Tschechische Republik fahren. In Deutschland gibt es eine relativ große potentielle Fanbasis für uns, also liegt es auf der Hand, zu euch zu kommen und den deutschen Metalheads zu zeigen, was wir drauf haben! Zur Zeit spielen wir ein paar Einzelshows hier in Holland. Am 15. Oktober beispielsweise spielen wir mit der UK-Legende „Tokyo Blade“ und einigen weiteren Underground-Kultbands bei „Mario’s Metal Meeting #5“. Das ist wirklich cool!

WW: Erzählt mal mehr über euren Gastmusiker Mark Bogert – wer ist er und warum habt ihr ihn eingeladen, dieses wirklich prima Solo auf „Minutes To Madness“ zu spielen?

DM: Mark ist ein guter Freund von mir, den ich noch aus der Zeit bei „Judas Rising“ her kenne. Damals brauchten wir dringend einen neuen Gitarristen und Mark hat uns live ausgeholfen, bis wir jemanden gefunden hatten. Er ist ein großartiger professioneller Gitarrist und es hat mir gefallen, in unsere Gitarrensoli ein bisschen mehr Abwechslung reinzubringen, indem ich noch einen dritten Musiker mit dazu holte. Auch auf unserem Debütalbum „Beast Of Thunder“ hat er bei einigen Stücken Soli gespielt.

WW: Wie kam der Kontakt mit Sean Peck von den US-Metallern „Cage“ zustande, der bei seinem Beitrag im Song „Into The Lair Of A Lion“ einen großartigen Job hingelegt hat. Seid ihr mit den Amis befreundet?

DM: Da ich ja schon seit einigen Jahren ein großer „Cage“-Fan bin, hatte ich losen E-Mail-Kontakt mit Sean. Wir haben uns irgendwann 2009 auch mal getroffen, als wir mit „Judas Rising“ als Vorband für „Cage“ gespielt hatten. Es war ein logischer Schritt, ihn zu fragen, schließlich ist er ein unglaublicher Sänger und eine echte Power Metal-Legende. Und nachdem ich ihm unsere Songs geschickt hatte, war er hin und weg und wollte uns auf jeden Fall unterstützen. Es war eine große Ehre für mich, den Gesangs-Dialog auf „Into The Lair Of A Lion“ zusammen mit einzusingen. Abgesehen davon finde ich allerdings auch, dass es unheimlich gut zu den Texten und dem Inhalt des Songs passt.

Interview: Über die Bandgeschichte von "Lord Volture".

Interview: Über Höhepunkte und Tiefschläge bei "Lord Volture".

Interview: Über Texte und Assoziationen bei "Lord Volture".

Review: "Never Cry Wolf" von "Lord Volture".

Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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