Dem gebürtigen Österreicher lagen die Talente zweifelsohne in der Wiege. Bereits im Alter von fünf Jahren galt er als Wunderkind. Liszt war ein herausragender Pianist, Komponist, Dirigent und auch Lehrer. Zehn Jahre lang tourte er mit seinen Konzertauftritten durch Europa, bevor er wieder nach Weimar zurück kehrte, in der Musikszene Zeichen setzte und letztlich zwischen Rom, Weimar und Budapest lebte.
Franz Liszt das Wunderkind
Nachdem sein Vater, Adam Liszt, die besonderen Gaben seines Sohnes entdeckte, forcierte er diese. Franz Liszt erhielt eine strenge musikalische Erziehung. Der einhergehende Mangel in seiner Allgemeinbildung behob er in späten Jahren im intensiven Selbststudium.
Bereits im Alter von sieben Jahren hatte er das Notenschreiben autodidaktisch gelernt und begann bereits zwei Jahre später schon zu komponieren. Im Oktober des gleichen Jahres gab er erstmals ein privates Klavierkonzert und einen Monat später bereits sein erstes öffentliches Konzert. Als schillernde Persönlichkeit und Klaviervirtuose, Erneuerer der Musik, Freigeist und auch Geistlicher galt er nicht nur als Schwarm der Frauen, sondern auch als Idol einer ganzen Generation. In Berlin löste er eine „Lisztomanie“ aus. Ference Liszt sah man als Büste oder auf Medaillons in Souvenirgeschäften.
Franz Liszt brach die bis dahin praktizierten Regen im Klavierspiel und revolutionierte damit dessen Technik. Er erfand Konzertparaphrasen, indem er bekannte Opernthemen mit eigenen Kompositionen zu eigenständigen Klavierstücken zu einem Neuen zusammenfügte.
Großherzogin Maria Paulowna, der Mäzen von Liszt
Liszt kam die Gunst eines Mäzen zugute. Die russische Zarentochter und Weimarer Großherzogin, Maria Paulowna, war dem Genie wohlgesonnen und ließ ihn nach Weimar beordern. Ihr Anliegen war es, der Stadt Weimar, eine bedeutende klassische Zeit zukommen zu lassen. Ihre Investition traf den Richtigen, denn er ließ Weimar setzte Zeichen, die der Stadt zu musikalischem Ruhm verhalfen, der sich schnell innerhalb von Europa verbreitete.
1848 kamen Carolyne von Sayn-Wittgengstein mit ihrer Tochter Maria nach Weimar und auch sie bekamen von der großzügigen Großherzogin die Altenburg zur Verfügung gestellt. Diese wurde ein Zentrum des künstlerischen Kreises, denen Hector Berlioz, Hans von Bülow und Johannes Brahms angehörten. Heute befindet sich in der Altenburg die Franz-Liszt-Hochschule für Musik und die Franz Liszt-Gesellschaft Weimar.
Franz Liszt als Mäzen
Der Musiker setzte sich besonders für die Werke von Richard Wagner ein. Auch auf dessen Flucht in die Schweiz gewährte er ihm Unterschlupf, während Wagner aufgrund seiner Teilnahme an den Dresdner Barrikadenkämpfen per Steckbrief verfolgt wurde.
Wie aus regem Schriftverkehr zwischen den beiden Musikern hervorgeht, unterstützt Liszt Wagner in den nachfolgenden Jahren. wurde Wagner von Liszt auch finanziell unterstützt. Dank des Engagements von Liszt, wurde 1850 Wagners Lohengrin von der Hofkapelle in Weimar uraufgeführt. Später dirigierten sie auch gemeinsam. Erst als Wagner die Tochter von Liszt heiratete, litt das Verhältnis der beiden Musikergrößen unter der neuen Situation.
Bedeutende Musiker in Thüringen
Neben Bach war Liszt einer der herausragenden Musiker in Thüringen. Die Neudeutsche Schule, der er mit angehörte, vermittelte eine neue Strömung innerhalb der Entwicklung in der Musikszene. Einige Mitglieder der Neudeutschen Musikbewegung wandten sich später wieder von ihr ab.
Nach den langjährigen Reisen der Konzertauftritte wählte Liszt Thüringen als Residenz und nutzte den für ihn ebenso fruchtbaren Lebensabschnitt, um sich zu sammeln.
Nach einem Theaterskandal, nachdem er aufgrund einer Opernaufführung in die Missgunst einiger Weimarer gefallen war, verließ er Weimar und kam erst acht Jahre später wieder zurück, um hier in dem Gebäude der Hofgärtnerei die Sommermonate zu verbringen. Die übrige Zeit lebte er zwischen Rom und Budapest. Kurz vor seiner Rückkehr gründete er den Allgemeinen Deutschen Musikverein in Weimar, mit dem die Neudeutsche Musik gefördert und unterstützt werden sollte. Nach den zurückliegenden Jahren seines unsteten Künstlerlebens widmete er sich in Weimar dem Komponieren und Unterrichten seiner internationalen Schüler. Heute ist in dem Liszthaus ein Museum untergebracht, das sich seinem Schaffen widmet.
Geistliche Werke von Franz Liszt und die Heilige Elisabeth
Der religiöse Liszt widmete sich in einer seiner Kompositionen unter anderen der heiligen Elisabeth, die mit ihrer karikativen Lebensweise Franz von Assisi und den Franziskanischen Bettlerorden folgte. Nachdem sie von ihrem Schwager nach dem Ableben ihres Mannes von der Wartburg vertrieben worden war, gründete sie in Marburg ein Armenspital wo sie 1231 starb. Bereits vier Jahre nach ihrem Ableben sprach sie Papst Gregor IX. heilig.
Liszt arbeitete fünf Jahre lang an dieser Partitur und beendete sie 1862 in Rom. Die Güte, Nächstenliebe der Heiligen Elisabeth und die Tatsache, dass sie die Tochter des ungarischen Königs Endre II. war, veranlassten ihn, ihr ein Werk zu widmen.
Seine geistlichen Werke gehörten seiner späten Ära an, die im Jahre 1870 begann und auch unter den Kritiken seiner Zeitgenossen sich stilistisch änderten. Er, wie viele andere auch setzte sich in seinem Spätwerk auf musikalische Art und Weise mit den Fragen des Sterbens und dem Leben nach dem Tod auseinander.
